Gospelchor und Jugendchor „Feelings“ überzeugt mit „Amazing Grace“

Souveräne junge Sänger

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Bjarne Kolb als erwachsener Newton beim Auftritt der Gruppe in der Sulinger Nicolaikirche.

Sulingen - „Amazing Grace“ ist der bekannteste Gospelsong der Welt – ein WeItkulturerbe in Musik. Das Lied gab den Sklaven Kraft und Hoffnung, Martin Luther King machte es zur Hymne der Bürgerrechtsbewegung, Christen, Muslime und Juden sangen es gemeinsam bei der Trauerfeier für die New Yorker Terroropfer vom 11. September 2001.

Am Sonntag präsentierten der Gospelchor und der Jugendchor „Feelings“ der ev.-luth. Kirchengemeinde Harpstedt das gleichnamige Chormusical von Andreas Malessa (Text) und Tore W. Aas (Musik) in der Kirche St. Nicolai in Sulingen.

Das Musical, eine Hommage an die Menschenrechte und die Kraft der „erstaunlichen Gnade“, erzählt die ergreifende Geschichte von John Newton, der 1773 den Liedtext für „Amazing Grace“ schrieb.

In der Liedzeile „I once was lost, but now I am found. Was blind, but now I see“ spiegelt sich die dramatische Wendung seines Lebens wider.

Als 19-Jähriger wird er für die Marine zwangsrekrutiert. Er desertiert, um seine Verlobte Polly wiederzusehen, entgeht knapp dem Galgen und arbeitet als Sklavenkapitän in Westafrika. Im Alter von 39 Jahren wird er Pastor in der anglikanischen Kirche und über seinen Tod hinaus zu einem prominenten Fürsprecher der Sklaven, an denen er selbst Verbrechen begangen hatte.

Sechs Monate hatten sich die rund 40 Mitwirkenden unter der Leitung von Daniela Predescu auf ihren Auftritt vorbereitet. In jeder Beziehung souverän zeigten sich die Mitglieder des Jugendchores: Ihre schauspielerischen und gesanglichen Leistungen beeindruckten auf ganzer Linie. Stellvertretend seien Hauptdarstellerin Frederike Windhusen genannt, die in der Rolle von Polly Maria Catlett auch in schwierigen Gesangspassagen brillierte, und die zehnjährige Paula Drews, Mitglied der Harpstedter „Kirchturmspatzen“, die in der Rolle des jungen John Newton erstmals auf der großen Bühne stand.

Das Musical sei die passende Herausforderung für die Chöre gewesen, sagte Daniela Predescu – für die Jugendlichen, die den „Kirchturmspatzen“ entwachsen sind, aber auch für den Gospelchor, der musikalisch und als Teil der Inszenierung eine tragende Rolle spielte. Nicht zuletzt sei das Thema interessant gewesen: „Wir haben nicht nur musikalisch viel Neues gelernt.“

Unterstützt wurden die Bühnenkünstler im Hintergrund aus den Reihen von Eltern und Freunden. Sie schafften unter anderem die technischen Voraussetzungen, halfen bei der Gestaltung von Kostümen und Kulissen. Neu im Technik-Team waren außerdem drei Sulinger Gymnasiasten.

Nach Harpstedt und Twistringen fand in Sulingen, wo die Harpstedter vor zwei Jahren bereits mit dem Pop-Oratorium „Die Zehn Gebote“ gastierten, die dritte und letzte öffentliche Aufführung statt. Die Gäste in der vollbesetzten Kirche St. Nicolai dankten mit großzügigem Applaus und ebensolcher Spendenbereitschaft: Insgesamt kamen 1100 Euro zusammen.

Im kommenden Jahr werde der Harpstedter Jugendchor ein kleineres Musical einstudieren, kündigte Daniela Predescu an.

Die Neuauflage der Zusammenarbeit mit dem Gospelchor soll in zwei Jahren folgen.

mks

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