Interview: Brunhild Buhre zu Perspektiven

Vorstandsmitglieder von „Kunst in der Provinz“ planen Abschied

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Brunhild Buhre ist seit 17 Jahren Vorsitzende des Vereins „Kunst in der Provinz“ und möchte ihr Amt 2020 abgeben.

Landkreis Diepholz - Für den 263 Mitglieder starken Verein „Kunst in der Provinz“ wird das Jahr 2020 ein historisches sein: Gleich fünf Vorstandsmitglieder – an der Spitze die 78-jährige Vorsitzende Brunhild Buhre – wollen in zwei Jahren ihr Amt niederlegen.

Schon heute beschäftigt sich die Vereinigung von Kunstschaffenden mit ihrer Zukunft. Über Ideen und Möglichkeiten spricht die Vorsitzende im Interview. Die Fragen stellte Anke Seidel.

Frau Buhre, es ist gleich ein Quintett, das die Spitze von „Kunst in der Provinz“ im Jahr 2020 verlässt. Wer geht von Bord?

Brunhild Buhre: Tatsächlich sind es fünf Funktionsträger: Ich als erste Vorsitzende, die Kassenführerin Monika Mügge, die stellvertretende Kassenführerin Dörte Reineke, die Ausstellungsleiterin Marianne Kellermann-Hiller und mit Carmen Finkenstädt eine unserer beiden, gleichberechtigten stellvertretenden Vorsitzenden.

Welche Gründe haben die fünf Vorstandsmitglieder dafür?

Buhre: (lacht) Wenn der Kapitän das Schiff verlässt, zieht er die Mannschaft mit. Wir haben gemeinsam über viele Jahre – ich seit 2001 – vertrauensvoll unsere wirklich aktive, langjährige Vorstandsarbeit geleistet. Und wir sind stolz darauf, dass sie so erfolgreich ist! Wir haben zum Beispiel zwei Bücher mit Künstlerprofilen herausgebracht – und wir verleihen alle zwei Jahre den Kunstpreis, der eine Förderung der Kunst und Kultur ist. 

 Wir sind gut vernetzt in der Region und haben zahlreiche Ausstellungen und Aktionen konzipiert. Zum Beispiel das Bildhauer-Symposium in Sudweyhe, das am Wochenende bereits zum 15. Mal stattgefunden hat. Und wir sind genauso stolz darauf, dass immer neue Mitglieder in den Verein eintreten.

Ungezählte Vereine und Organisationen kennen das: Es ist extrem schwer, Menschen für eine ehrenamtliche Aufgabe zu gewinnen. Auch bei „Kunst in der Provinz“?

Buhre: Wir wissen, dass es nicht leicht ist für unsere Form der Vereinsorganisation, weil unsere Mitglieder in verschiedenen Landkreisen und Städten leben, also weit voneinander entfernt. Da muss eine Lösung gefunden werden. Aber es gibt ja neue technische Möglichkeiten wie Internet und E-Mail, die den Austausch erleichtern. Für uns Ältere ist das Telefon die erste Wahl (lacht).

Wie steuern Sie gegen?

Buhre: Wir haben bereits zwei Workshops mit Moderation angeboten, weil die Nachfolge ein Thema ist, dass den Vorstand natürlich beschäftigt. Das Thema unserer Zukunftswerkstatt lautet: Wie geht es weiter mit unserem Verein? 

Das Ziel ist es, Mitglieder für die ehrenamtliche Arbeit zu begeistern und dadurch vielleicht andere neue Ideen und Ansätze in die Vereinsarbeit zu bringen. Die Teilnehmer an diesen Workshops haben sehr intensiv mitgewirkt und wir haben dabei auch die Strukturen der Arbeitsfelder der Vorstandsmitglieder dargestellt. Wir hatten eine positive Resonanz darauf!

Beschreiben Sie doch einmal Ihren Wunsch-Nachfolger.

Buhre: Bei den Workshops wurde klar, dass der Verein einen Vorsitzenden oder eine Vorsitzende sowie eine Kassenwartin oder einen Kassenwart benötigt, damit alle rechtlichen Vorgaben erfüllt werden. Alle anderen Aufgaben können von Teams geleistet werden. Es wäre wünschenswert, wenn mein Nachfolger oder meine Nachfolgerin Erfahrung hätte in der Projektarbeit. Verhandlungsgeschick im Dialog mit unseren vielen Kooperationspartnern wäre auch nicht schlecht (lacht).

Was ist Ihr ganz persönlicher „Lohn“ für die vielen Jahre, die Sie als Vorsitzende gewirkt haben?

Buhre: In den 1980er Jahren haben die Kommunen mehr Geld für Kunst und Kultur zur Verfügung gestellt. Und seit dieser Zeit bin ich im Kulturbereich tätig. Ich war bei der Stadt Sulingen Kulturbeauftragte – und später, in einem neuen Abschnitt, Geschäftsführerin des Kulturvereins Sulingen. 

Das war vor 25 Jahren, als die Stadt ihr Theater bekam. 2001 bin ich in den Ruhestand gegangen. Mir hat es immer Freude macht, in diesem Bereich etwas zu bewegen. Der Kontakt zu den Künstlern, die ein ganz besonderes Völkchen sind – egal, ob auf der Bühne oder jetzt mit unseren Mitgliedern – war und ist sehr positiv. Das hat mich wirklich bereichert. Die Arbeit war mir nie zuviel. Denn von einer intensiven und kontinuierlichen Arbeit wie jetzt im Vorstand profitieren alle.

Und wie blicken Sie zurück?

Buhre: Rückblickend kann ich sagen, dass ich den intensiven ehrenamtlichen Einsatz für die Mitglieder des Vereins immer gerne geleistet habe – und, wie ich aus Rückmeldungen weiß, auch erfolgreich. Ist das nicht Lohn genug? (lacht)

Bereichert diese Aufgabe Ihr Leben?

Buhre: Diese Aufgabe als Kunst- und Kulturvermittlerin hat mein Leben enorm bereichert. Und ich kann nach all den Jahren sagen: Ich habe viel davon mitgenommen und freue mich darüber, dass das Ergebnis so positiv ist!

Wohin können sich Menschen wenden, die jetzt einen Impuls erhalten haben und sich eine Vorstandsaufgabe bei „Kunst in der Provinz“ vorstellen können?

Buhre: Bei mir unter Telefon 04271/2484 oder per E-Mail: b.buhre@kunstinderprovinz.de – oder aber auch bei Kim Peters unter Telefon 04248/9197933 oder per E-Mail: kim.peters@gmx.de

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