Wasserversorgung Sulinger Land: Kommunen kriegen etwas Kapital zurück

Geyer: „Kein Klärschlammproblem“

Die Arbeiten zur Überdachung des Klärschlammplatzes in Sulingen sollen diese Woche beginnen. Archivfoto: Behling

Groß Lessen – Noch einen Abnehmer für den in den Kläranlagen anfallenden Klärschlamm zu finden, stellte viele Kommunen nach der Novelle der Düngeverordnung vor massive Probleme, die Wasserversorgung Sulinger Land zumindest vor Herausforderungen (wir berichteten). „Wir haben kein Klärschlammproblem. Im Moment“, ergänzte Geschäftsführer Andreas Geyer bei der Verbandsversammlung des kommunalen Zweckverbandes im Groß Lessener Gasthaus Husmann umgehend und klopfte dreimal auf Holz.

Mit der MR Consulting GmbH mit Sitz in Herford wurde im Ausschreibungsverfahren ein neuer Vertragspartner gefunden, der ab 2020, mit eigenem Fahrzeugpark, den Abtransport des Klärschlamms übernimmt und für dessen thermische Entsorgung sorgt. Der Teleskoplader, den der Wasserversorger am Sulinger Klärwerk für das Verladen bereithält, und die geplante Überdachung des dortigen Klärschlammplatzes hätten laut Geyer erleichtert, einen Abnehmer zu finden. „Der Bau der Klärschlammlager-Überdachung hat begonnen“, teilte der Geschäftsführer mit, „diese Woche werden die Fundamente für die vier Stützpfeiler erstellt, in sieben oder acht Wochen kommt das Stahlgerüst und wird wahrscheinlich noch vor Weihnachten montiert, im Neuen Jahr kommt das eigentliche Dach drauf.“ Das werde dafür sorgen, dass der Schlamm besser trocknet, „sodass wir über das Jahr gesehen in der Regel noch einmal zehn Prozent an Masse verlieren werden.“

Im Moment „haben wir fast keinen Klärschlamm mehr“, konnte Geyer melden. „Die Speicher in Ehrenburg und Kirchdorf sind leer, der Flüssigspeicher in Sulingen fast. Der derzeitige Entsorger hat signalisiert, dass er in vier bis fünf Wochen noch einmal abfährt, sodass wir sehr wahrscheinlich Weihnachten klärschlammtechnisch auf null stehen.“

Auf der Tagesordnung stand die Ausschüttung von Eigenkapital an die drei der vier dem Zweckverband angehörenden Kommunen, die ihren Abwasserbetrieb auf die Wasserversorgung Sulinger Land übertragen haben. „Ein Punkt, den wir auch nicht alle Tage haben“, stellte Verbandsgeschäftsführer Reinhard Meyer fest und scherzte: „Weihnachten steht vor der Tür, wir wollen etwas für die Kommunen tun.“

Im Zuge der Zusammenlegung der drei Abwasserbetriebe 2018 hatte man festgelegt, dass die drei Kommunen eine einheitliche Eigenkapitalquote von 20 Prozent aus den separaten Betrieben in den neuen Betrieb einbringen. Die Samtgemeinde Schwaförden hatte dafür einiges an Geld „nachschießen“ müssen (wir berichteten). Tatsächlich ausrechnen ließen sich die 20 Prozent aber erst mit dem unlängst beschlossenen Jahresabschluss 2018. So ergibt sich für die Stadt Sulingen eine Ausschüttung in Höhe von rund 680 000 Euro, für die Samtgemeinde Schwaförden rund 25 000 Euro und für die Samtgemeinde Kirchdorf knapp 320 000 Euro, „in Summe also 1 025 000 Euro“, rechnete Andreas Geyer vor. „Damit haben wir die Gleichheit unter Gleichen hergestellt.“

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