Erweitertes Behandlungsangebot in Vorbereitung

Mit neuen Medizinern: „Gemeinschaftspraxis Sulingen“ ab 1. Juli

Ab dem 1. Juli bilden Ahmad Sahili (links) und Mohammad Bilal Mashael (rechts) mit Dr. Klaus-Dieter Kurzke und Dr. Barbara Marx die Gemeinschaftspraxis Sulingen.
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Ab dem 1. Juli bilden Ahmad Sahili (links) und Mohammad Bilal Mashael (rechts) mit Dr. Klaus-Dieter Kurzke und Dr. Barbara Marx die Gemeinschaftspraxis Sulingen.

Sulingen – Ihre Namen und Daten finden sich bereits seit Wochen als Aushang in der Praxis, nun stellten sie sich auch persönlich vor: Ab dem 1. Juli bilden Ahmad Sahili und Mohammad Bilal Mashael, gemeinsam mit Dr. Klaus-Dieter Kurzke und Dr. Barbara Marx, die „Gemeinschaftspraxis Sulingen“ an der Langen Straße 15.

Für Mashael („gesprochen Ma-scha-el, weil mich viele danach fragen, wie mein Name ausgesprochen wird“) ist das eine Rückkehr, denn von 2014 bis 2018 war der 1987 im syrischen Aleppo Geborene in der Klinik Sulingen als Assistenzarzt in Weiterbildung für Innere Medizin tätig. „Ich habe Sulingen nur schweren Herzens verlassen und war sehr zufrieden im Krankenhaus“, aber für die weitere Ausbildung habe er nach Vechta ins Marienhospital wechseln müssen, wo der verheiratete Vater zweier Kinder zunächst in der Gastroenterologie und Onkologie arbeitete und sich aktuell, nach einer Zwischenstation in einer Praxis für ambulante Gastroenterologie und Hepatologie, in fortgeschrittener Weiterbildung in der Kardiologie befindet.

Im Rahmen eines Mitarbeitergesprächs sei er darauf hingewiesen worden, dass Dr. Klaus-Dieter Kurzke einen Nachfolger sucht. „Die Praxis hat einen sehr guten Ruf“, stellt Mashael fest. Weil ihm der Arbeitsalltag in einer Praxis besser gefallen habe als in den Kliniken, habe er sich damit näher beschäftigt. Weil es aber eine große Praxis sei – „da braucht es mehr als einen Arzt“ –, habe er Ahmad Sahili angesprochen, mit dem er sich in Vechta angefreundet habe.

Der 36-Jährige, ebenfalls verheiratet und Vater von zwei Kindern, kannte die Sulestadt noch nicht. Aber er sei von Anfang an daran interessiert gewesen, mit Mashael als Partner für die Zukunft die Praxis zu übernehmen: „Die Chemie muss zusammenpassen.“ Inzwischen habe er sich mit seiner Frau die Stadt angesehen. Und auch die Eisdiele in Nachbarschaft der Praxis schätzen gelernt. Vor allem aber: „Alle waren sehr freundlich zu uns.“

Noch ist der aus dem Libanon stammende Sahili tätig als Oberarzt der Gastroenterologie-Onkologie des Marienhospitals. Zuvor sammelte er Klinik-Erfahrung in Litauen, Frankreich und Bad Kissingen, aber auch in Praxen in Vechta und Damme arbeitete der Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie bereits.

Es gebe in der Praxis viele Patienten, die beide Kollegen schon von gastroenterologischen Behandlungen in Vechta kennen, berichtet Dr. Klaus-Dieter Kurzke.

Wir kennen viele junge Kollegen aus unterschiedlichen Fachbereichen. Und wir haben viele Ideen für Erweiterungen.

Mohammad Bilal Mashael

Ab dem 1. Juli arbeiten die vier Mediziner unter dem neuen Titel „Gemeinschaftspraxis Sulingen“ zusammen. Auch eine neue Internetseite (www.gemeinschaftspraxis-sulingen.de) werde dann freigeschaltet. „Es war immer eine Gemeinschaftspraxis“, sagte Kurzke, deswegen habe man ganz andere Öffnungszeiten, weil immer jemand da sei. Das habe sich bewährt, und er werde den beiden neuen Kollegen gerne auf den Weg helfen.

Mit den beiden neuen Ärzten soll das Behandlungsangebot ausgebaut werden: Künftig werde es zusätzliche Ultraschalluntersuchungen, etwa Darmsonografie, geben, aber auch Ergänzungen im medizinischen Bereich, wie die Behandlung chronischer Darmentzündungen. „Das bedeutet auch kürzere Wege für die Patienten“, betont Kurzke. Ohnehin könne internistisch vieles auch ambulant geklärt werden, wenn die Klinik Sulingen einmal nicht mehr da ist. Die hausärztliche Versorgung gehe weiter in vollem Umfang – „das ist die Basis der Praxis“, so der 68-Jährige, „wir müssen keinen Patienten wegschicken.“

Online-Terminvergabe künftig denkbar

Veränderungen soll es aber nicht nur im medizinischen Bereich geben: „Die jungen Kollegen haben auch andere Ideen für die Praxisorganisation.“ Daher sei es denkbar, wenn sich beide eingefunden haben, bestimmte Termine auch online vereinbaren zu können. „Weil wir eine große Praxis sind, führen wir aktuell pro Tag etwa 800 Telefonate, durch Corona kommen für Tests und Impfungen noch einmal etwa 200 hinzu“, erläutert Kurzke. Nach 32 Jahren „hängt auch viel Herzblut dran.“ Daher wünsche er sich, dass es für die Praxis gut weitergeht, und dazu gehörten auch Neuerungen. „Veränderungen brauchen auch etwas Erfahrung und Zeit“, stellt Ahmad Sahili fest. Langfristig wolle man – „wenn wir Glück haben“ – weitere Kollegen einbinden: „Wir sind gerade dabei, auch einen Chirurgen zu überzeugen, nach Sulingen zu kommen.“ „Wir kennen viele junge Kollegen aus unterschiedlichen Fachbereichen“, fügt Mohammad Bilal Mashael hinzu, „und wir haben viele Ideen für Erweiterungen.“

„Auch für ein medizinisches Versorgungszentrum braucht man die Sitze und die Köpfe“, betont Dr. Kurzke. Mit den Erweiterungen der Praxis gebe es die Möglichkeit, sich bei künftigen Umstrukturierungen mit einzubringen. Wenn das Krankenhaus in einigen Jahren weg ist, werde der Bedarf in den Praxen eher noch größer. „Wenn die Basis gelegt ist und die beiden gut drin sind, wird sich vieles ergeben.“ Die fachliche Zusammenarbeit mit den übrigen Praxen vor Ort werde bleiben.

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