ArL-Landesbeauftragte hat fünf Millionen Euro im Gepäck

Geld für eine lebendige Sulinger Innenstadt

Die Urkunde, die fünf Millionen Euro wert ist, überreichte Dinah Stollwerck-Bauer (vorne, rechts) an Birgit Dullin. Im Hintergrund, von links; Wiebke Blohm, Joachim Bengsch, Andreas Nordloh und Marcel Scharrelmann.
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Die Urkunde, die fünf Millionen Euro wert ist, überreichte Dinah Stollwerck-Bauer (vorne, rechts) an Birgit Dullin. Im Hintergrund, von links; Wiebke Blohm, Joachim Bengsch, Andreas Nordloh und Marcel Scharrelmann.

Sulingen – Als die Anträge gestellt wurden, war eine Pandemie noch eine Horrorgeschichte aus den Filmstudios. Nun hat sich manches geändert – aber die Stadt Sulingen erhielt ihre beantragte Aufnahme in das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“: Dinah Stollwerck-Bauer, Landesbeauftragte des Amtes für regionale Landesentwicklung, überreichte die Urkunde über insgesamt gut fünf Millionen Euro.

Der Betrag wird nicht als Ganzes überwiesen, sondern in jährlichen Tranchen. 313 000 Euro hatte Landtagsabgeordneter Marcel Scharrelmann bereits avisiert, 300.000 Euro sind für 2022 geplant.

Wann geht es los? „2019“, erinnert Wiebke Blohm, Leiterin der Bauverwaltung der Stadt Sulingen, daran, dass die Planungen seit dem März 2019 laufen, als der Rat der Stadt den Grundsatzbeschluss gefasst hat. Im Jahr darauf wurde die Einleitung der vorbereitenden Untersuchung beschlossen und das Gebiet abgegrenzt.

Konsens bei der Urkundenübergabe war: Es hat sich viel verändert – Homeoffice, der verstärkte Zuzug aufs Land, das vermehrte Onlinebestellen einerseits und eine gestiegene Nachfrage für regionale Produkten vor Ort andererseits. Blohm präzisiert: „Es existieren keine Projekte, die fix und fertig geplant sind. Sondern jetzt gilt es, zu prüfen, was an Ideen machbar ist, Konzepte zu entwickeln. Herauszufinden, was benötigt wird.“

Es gilt, rechtzeitig Weichen zu stellen, eben durch eine Aufnahme in die Städtebauförderung. Dinah Stollwerck-Bauer bestätigt: „Das kann Prozesse in Gang setzen. Menschen ändern sich, Anforderungen ändern sich. Die Förderung bietet Chancen und Herausforderungen.“ „Wir brennen darauf“, erklärt Birgit Dullin, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters. Mit einem kurzen Gang durch verschiedene „Baustellen“ und mögliche Projektideen skizzierte sie für den Gast, dass das Mittelzentrum mit den beiden bereits erfolgten Stadtsanierungen (Stadtkern und Sulingen-Nord) bereits sehr positive Erfahrungen gemacht habe. Problemlagen anpacken und verändern, nannte es Landtagsabgeordneter Marcel Scharrelmann.

Dullin nannte das angedachte sozio-kulturelle Zentrum, in das sich das ehemalige Grundschulareal an der Schmelingstraße verwandeln soll, als Hauptaugenmerk der Planungen. Erste Ideen umfassen, hier bisher über das Stadtgebiet verstreute Einrichtungen (etwa Jugendzentrum, Familiengesundheitszentrum, Bücherei, Kulturverein) unter einem Dach zu versammeln.

Stadt und Landkreis stünden weiterhin in Verhandlungen über die im Eigentum des Kreises befindliche ehemalige Grundschule, bestätigt Andreas Nordloh, Fachbereichsleiter Bauen und Ordnung. Direkt gegenüber warte eine weitere mehrstöckige Herausforderung – die Nachnutzung der Klinik. Zudem gebe es den historischen Stadtkern, die Anbindung der Grünanlagen.

Für Dinah Stollwerk-Bauer ist die Erlebnisvielfalt in einem Stadtkern wichtig: „Die Menschen müssen sich hier begegnen können, nicht nur den Grundbedarf decken. Und es bringt nichts, wenn man eine tolle Peripherie gestaltet, aber das Zentrum verfällt. Wenn hier für die Menschen Anlaufpunkte geschaffen werden...“ Sie wisse, dass die Stadt Sulingen nicht am Anfang der Entwicklung stehe, gleichwohl ist der Städtebau keine kurzfristige Förderung. Vielmehr biete sie über einen Zeitraum von etwa 15 Jahren die finanzielle Basis, sich zu entwickeln. „Das geht nicht aus dem kommunalen Haushalt heraus“, sagt Scharrelmann. Der Diepholzer Politiker weiß um schmal gefüllte Stadtsäckel, er weiß auch, dass die Sulinger Entscheidung von einst, den Einkaufsmagnet E-Center in der Ortsmitte zu halten, „goldrichtig war“.

Wiebke Blohm betonte, dass die Planungen auf Nachhaltigkeit zielten und Klimabelange in den Sanierungsplanungen eingeflochten seien. Einbezogen werden könnten auch weitere Förderprogramme – je nach Thematik, erinnerte Stollwerck-Bauer. Und machte deutlich, wie wichtig schnelle und präzise Informationen sind. Die liefere Scharrelmann, lobte sie. Ein enger Kontakt, den sie auch deshalb schätze, weil er die Arbeit beider Seiten beflügele: „Wir sehen uns als Ihre Unterstützer“, erklärte die Landesbeauftragte in Richtung des Teams der Stadt Sulingen.

Von Sylvia Wendt

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