Ursprünglicher Verwaltungsvorschlag

Gegen Umzug von „Villa Kunterbunt“ und Hort

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Die Außenstelle der Grundschule im Bürgerpark nahmen die Ausschussmitglieder vor ihrer Sitzung im Hinblick auf die anvisierte Umnutzung in Augenschein.

Sulingen – Der neue Vorschlag der Verwaltung für die künftige Nutzung der Grundschulaußenstelle im Bürgerpark für Kinderbetreuungseinrichtungen (wir berichteten) sei der aufwendigste, aber auch weitreichendste und „das, was uns wahrscheinlich mittelfristig auch eine gewisse Beruhigung der Situation verschafft“, befand Dirk Rauschkolb.

Der Bürgermeister legte den Mitgliedern des Ausschusses für Soziales, Schulen und Jugend des Sulinger Stadtrates am Montagabend diese Variante nahe: Die beiden Kindergartengruppen aus der „Villa Kunterbunt“ ziehen in die Grundschulaußenstelle um, ebenso die Krippengruppe von der Von-Moltke-Straße und die altersgemischte Gruppe von der Friedrich-Tietjen-Straße („Wichtelgarten“), wodurch in beiden Fällen die Mietkosten entfallen – und der Kindergarten die aus pädagogischer Sicht wünschenswerte Anbindung an den Krippenbereich bekommt, die sich am Standort Schwafördener Weg laut Rauschkolb nicht realisieren lasse. 

Die beiden Hortgruppen – im Gebäude des Jugendzentrums und die aus den angemieteten Räumen an der Lindenstraße – werden im jetzigen Kita-Gebäude am Schwafördener Weg zusammengeführt. Um den erwarteten zusätzlichen Bedarf an Kindergartenplätzen zu decken, könne man das Angebot der Lebenshilfe in Anspruch zu nehmen, eine weitere Gruppe einzurichten und die entsprechenden Räumlichkeiten zu schaffen. Der weite Weg zwischen Schule und Hort sei ein Nachteil dieses Konzeptes, räumte Rauschkolb ein, nannte den Einsatz eines Busses als Lösung.

Patrick Bade (CDU) sprach sich gegen den Umzug der Hortgruppen an den Schwafördener Weg aus, schlug vor, für diese eine Immobilie in Nähe der neuen Grundschule an der Straße „Am Deepenpool“ zu erwerben – und hier, wenn es räumlich möglich ist, auch die Stadtbücherei unterzubringen. Zur Finanzierung regte Bade an, das Gebäude der „Villa Kunterbunt“ zu veräußern. „Wir haben im Bereich Hort keine Not“, sagte Walter Legler (Gruppe FDP/Bürger erreichen). Die Gruppe plädiere weiterhin dafür, im Bürgerpark die Krippen- und die altersgemischte Gruppe sowie eine zusätzliche Kindergartengruppe anzusiedeln. Er gebe allerdings zu, dass die Situation der „Villa Kunterbunt“ am jetzigen Standort nicht optimal ist.

An der vom Bürgermeister präferierten Variante sei ihm die erfolgte Abstimmung mit den Leiterinnen der Kinderbetreuungseinrichtungen sympathisch, erklärte Thomas Baier (Die Grünen / Die Partei). Dass die Umbaukosten sich laut Sitzungsvorlage zwischen denen für eine dreigruppige Einrichtung (300 000 Euro) und denen für den Neubau einer viergruppigen Einrichtung (zwei Millionen Euro) bewegen, sei allerdings „ein sehr großzügiger Rahmen“. Hier erinnerte Claus Freye an die Idee der SPD, dass der Wohnbebauung die Infrastruktur für Kindertagesstätten folgen sollte – der entsprechende Vorschlag eines Neubaus im Sulinger Westen sei aufgrund der Gegenüberstellung der Kosten relativ schnell vom Tisch gewesen. 

Man habe sich in der Fraktion intensiv mit dem neuen Vorschlag der Verwaltung auseinandergesetzt und könne ihm, als Kompromiss, zustimmen, „im Wissen, dass das weit weg ist von dem, was wir ursprünglich vorhatten. Wir rücken damit den Kosten eines Neubaus schon wieder nahe – und der Schülertransport zum Hort ist ein echtes Problem.“ 1,5 Kilometer Entfernung, „das ist ein Aufwand, bei dem ich nicht glaube, dass das funktioniert“, so Tammo Schulze (FWS), der sich gegen die Verlegung des Hortes in die „Villa Kunterbunt“ aussprach. Ursprünglich ging es um zusätzliche Krippen- und Kindergartenplätze, erinnerte Oliver Böhm – und in diesem Teilbereich gelte es weiterzukommen. Ausschussvorsitzender Volker Wall gab zu Bedenken, dass der Kindergarten am Schwafördener Weg leer stehen würde, wenn der Hort nicht dorthin verlagert wird.

In einer Sitzungsunterbrechung ließ er die Leiterinnen der Kinderbetreuungseinrichtungen zu Wort kommen. Christiane Wolters, Leiterin der „Villa Kunterbunt“, sprach sich dafür aus, den Kindergarten am Schwafördener Weg zu belassen und vom Bauverein Sulingen angrenzende Räumlichkeiten für die Einrichtung eines Krippenangebotes zu erwerben. Diese Möglichkeit sei nicht geprüft worden, da der Bauverein wahrscheinlich kein Interesse daran habe, Wohneinheiten aufzugeben und deren Umbau sehr aufwendig wäre, erklärte Birgit Dullin, Leiterin des Fachbereiches Allgemeines und Soziales. Nicht aufwendiger als der Umbau der Grundschulaußenstelle, befand Volker Wall, und der Bauverein werde sich dem sicherlich nicht verweigern.

Der Ausschuss empfahl schließlich – bei einer Gegenstimme von Patrick Bade und einer Enthaltung von Claus Freye – den ursprünglichen Verwaltungsvorschlag, die Krippengruppe von der Von-Moltke-Straße und die altersgemischte Gruppe aus dem „Wichtelgarten“ in die Grundschulaußenstelle unterzubringen sowie dort eine weitere Kindergartengruppe einzurichten. Geprüft werden soll, ob für ein Krippenangebot am Schwafördener Weg Räumlichkeiten vom Bauverein erworben werden können. Die Suche nach einer besseren räumlichen Lösung für den Hort will man im Auge behalten.  

 ab

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