„Gebrauchsanweisung“ TÜV-geprüft

Sulinger Dalm-Seniorenheim erfüllt neue Anforderungen

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Die Urkunde hat ihren Platz im Eingangsbereich der Einrichtung an der Memelstraße gefunden, über die Zertifizierung freuen sich Gisela Wegner, Cathérine Roßbach, Martina Oltmann, Claus-Henning Bruns und Joachim von der Osten (von links).

Sulingen – Das Zertifikat ist gerahmt und hat gleich im Eingangsbereich einen Ehrenplatz gefunden: Dass man im Haus am Suletal stolz darauf ist, jetzt das Qualitätsmanagement (QM) des Sulinger Seniorenheims an der Memelstraße erneut durch den TÜV Rheinland zertifiziert bekommen zu haben, ist angesichts des dafür notwendigen Aufwandes verständlich.

Der fiel für diese Rezertifizierung noch größer aus, da die Normanforderungen 2015 geändert wurden. „Das Haus am Suletal ist so ein bisschen der Pilot im Verbund, was die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001-2015 betrifft, das Qualitätsmanagement hier soll das Muster sein für unsere anderen Einrichtungen“, kündigt Joachim von der Osten, Kaufmännischer Vorstand des Regionalverbundes Diakonischen Altenhilfe Leine – Mittelweser (Dalm), an.

Was hat sich geändert? „Es wird viel mehr Wert darauf gelegt, dass wir schauen: Wer sind unsere Kunden, wer sind unsere interessierten Parteien und was stellen sie für Anforderungen an uns?“, erläutert stellvertretende Heimleitung Gisela Wegner, die mit Heimleiter Claus-Henning Bruns, der QM-Beauftragten Martina Oltmann und Pflegedienstleiterin Cathérine Roßbach die Vorbereitungen für das Audit durch den TÜV getroffen hat. „Da war im Vorfeld ganz viel Recherche nötig. Es hat Befragungen der Angehörigen, der Bewohner und der Mitarbeiter gegeben, um die Bedürfnisse unserer Kunden zu analysieren.“

Es besteht keine Verpflichtung, sich zertifizieren zu lassen – doch das biete viele Vorteile: „Dass unser Qualitätsmanagement so gut strukturiert ist, hilft uns bei den anderen externen Prüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung weiter“, stellt Gisela Wegner fest. Claus-Henning Bruns: „Der MDK prüft die Struktur der Einrichtungen – da wir schon zertifiziert sind, stehen wir da immer bei 1,0. Das ist nur möglich, wenn jeder Mitarbeiter die festgelegten Abläufe und Prozesse auch kennt und einhält, sie nicht nur auf dem Papier stehen. Neu ist, dass wir jetzt auch jährlich ein internes Audit über den Verbund durchführen, um das QM zu überprüfen und aufzuzeigen, ob Mitarbeiter an der einen oder anderen Stelle noch mal geschult oder Prozesse angepasst werden müssen.“

„Wir legen viel Wert darauf, dass wir jetzt ein einheitliches Qualitätsmanagement für die Einrichtungen der Diakonischen Altenhilfe bekommen – und möchten langfristig mit allen in die DIN-EN-ISO-Zertifizierung gehen“, erklärt Joachim von der Osten. „Wir merken hier, aufgrund der Erfahrungen seit der ersten Zertifizierung 2006, dass es die einzelnen Prozesse im Haus – sei es nun Pflege, Hauswirtschaft, Verwaltung – auch deutlich unterstützt. Hier wird das, was im QM formalisiert dargestellt wird, tatsächlich auch gelebt, von der Leitung bis zu den Mitarbeitern.“ Gisela Wegner: „Das ist auch unheimlich hilfreich, wenn neue Mitarbeiter bei uns anfangen – alle Arbeitsabläufe sind beschrieben und nachzulesen.“ Sozusagen in der „Gebrauchsanweisung“ für das Haus am Suletal.

„Wir beschäftigen hier über hundert Mitarbeiter“, verdeutlicht Joachim von der Osten. „Pflege wird in Niedersachsen noch nicht so finanziert, dass wir als Betreiber gut wirtschaftlich arbeiten können. Da ist über die Optimierung von Prozessen viel zu erreichen.“ Claus-Henning Bruns: „Da wir mittlerweile nach Tarif bezahlen, haben wir einen riesen Batzen an Personalkosten, den wir refinanziert bekommen müssen. Im Moment zu 100 Prozent durch die Bewohner, weil die Kostenträger noch nicht festgelegt haben, wer das Ganze zahlt. Ihnen beziehungsweise ihren Angehörigen können wir anhand unserer Zertifizierung nachweisen, dass wir schon immer hohe Qualität geboten haben.“ Bruns betont: „Kräfte in der Pflege sind es Wert, vernünftig bezahlt zu werden.“

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