Sulinger Rolf Langhang löst „Oldtimer-Sammlung“ auf

Ganze Flotte betagter Vehikel wartet auf Käufer

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Rolf Langhang mit einem komplett durchrestaurierten Fiat 500, Baujahr 1970. 

Sulingen - Es ist eigentlich nicht ungewöhnlich, dass man eine Zeitungsannonce aufgibt, um einen Käufer für sein Auto zu finden – Rolf Langhang bietet allerdings gleich eine ganze Flotte betagter Vehikel auf diesem Wege feil, mit dem Hinweis, er löse seine Oldtimer-Sammlung auf. 

In der großen Ausstellungshalle des ehemaligen Autohauses Langhang in Sulingen, das im August 2016 seine Pforten für immer schloss (wir berichteten), tummelt sich eine Menge an Wagen, die andere nicht mal in der Matchbox-Variante zusammenbekommen. „Wie viele? Das weiß ich gar nicht genau.“ Der 79-Jährige zählt sie im Geiste durch: „...31, 32, noch die zwei im Raum nebenan...“ Das Endergebnis: „Es sind knapp 50 Autos, ich habe ja ein Leben lang gesammelt. Und es war mein Hobby, Hallen zu bauen, damit die auch trocken stehen“, ergänzt Langhang schmunzelnd. 

Er war buchstäblich Jäger und Sammler – die Jagd gab er vor einigen Jahren auf, „ich habe immer gesagt: Bevor mir andere helfen müssen, das Wild aufzubrechen, ist Schluss.“ Und genauso konsequent, wenn auch ohne Eile, sollen jetzt die Exponate auf vier Rädern „alle weg. Auch die Hebebühne und was sonst zur Werkstattausstattung gehört, die Hallen – es wird alles abgerissen.“ Sein Plan, das Gelände in Form von Wohnbaugrundstücken zu vermarkten, hat den Segen der Stadt, der Sulinger Rat fällte unlängst den Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplanentwurf „Feldgärten III“.

Schmuckstücke und Kuriositäten

Den Begriff „Oldtimer“ legt Rolf Langhang durchaus auch mal großzügig aus, aber unter den Gebrauchten in unterschiedlichem Zustand (von generalüberholt bis „alles Originalteile“) finden sich einige wahre Schmuckstücke und Kuriositäten. Der älteste Wagen der Sammlung zählt zu denen, die bereits veräußert sind: „Ein Fiat, Baujahr 1924. Dafür ist ein Italiener, der im Internet darauf gestoßen ist, extra aus Sizilien hergeflogen“, berichtet Langhang. „Er hat auch eine Dolmetscherin angeheuert. Und mir die 200 Euro für die Taxifahrt vom Flughafen Hannover hierher beim Preis noch abgehandelt.“ 

Zu den Schmuckstücken der Sammlung zählt dieser (derzeit „einäugige“) MGA 1600 aus den 50-er Jahren.

Ein schickes rotes Cabrio MGA 1600 aus den 50-er Jahren, eine Ente, mehrere „Cinquecento“, also Fiat 500, aus unterschiedlichen Dekaden, ein Modell 128 und eines 1500 C von Fiat aus den Siebzigern, ein Geländewagen DKW Munga, der in den Sechzigern bei der Bundeswehr Dienst tat. Und ein bisschen wie ein Kriegsveteran aussieht, aber: „Alles Originalteile, das ist Oldtimerfans sehr wichtig.“ Mit manchem Modell verbindet Rolf Langhang Erinnerungen. Etwa, wie er im Alter von 19 oder 20 mit Freunden im Fiat 500 zum Campen nach Italien fuhr: „Fuchsschwanz an die Antenne und los, wenn wir bergab einen Mercedes überholen konnten, waren wir stolz“, blickt er lächelnd zurück. Aber Rolf Langhang bekräftigt auf Nachfrage: „Nein, ich will keines der Autos behalten.“ - ab

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