Besondere Stadttouren am 27. August

Verführerisches aus Sulingen zeigen die beiden Gästeführerinnen

Zwei Frauen am Geländer vor der Sulinger Sankt-Nicolai-Kirche.
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An der Sankt-Nicolai-Kirche starten viele Touren der Sulinger „Stadtverführerinnen“ Kerstin Melloh-Kordes (links) und Katja Ahrens durch den Ortskern.

Sulingen – Zu zwei besonderen Stadttouren unter dem Motto „Sulingen schön / schon gesehen“ laden für Freitag, 27. August, die beiden Gästeführerinnen Kerstin Melloh-Kordes und Katja Ahrens ein.

„Übrigens, das Wort ,Gästeführer‘ mag ich nicht so, ich betrachte mich eher als ,Stadtverführer‘“, stellt Kerstin Melloh-Kordes zu Beginn klar – und ihre Kollegin ergänzt: „,Stadtverführer‘ trifft es mehr, denn wir wollen Lust machen auf Sulingens Geschichte und dazu verführen, mehr darüber erfahren zu wollen.“

Dazu soll am 27. August reichlich Gelegenheit bestehen, denn auf etwa 1 000 Schritten durch die Altstadt des Mittelzentrums wollen die beiden „Geschichten erzählen über die großen und kleinen Leute, Wissenswertes über die Entwicklung der Stadt, Anekdoten und Legenden“, kündigt Kerstin Melloh-Kordes an. Auch etwa Leckeres dürfe nicht fehlen: Freuen dürfen sich die Teilnehmer unter anderem auf „Sulewein“ und „Bärentatzen“.

Zwei „1000-Schritte-Touren“ am 27. August

Die Touren beginnen um 14 Uhr beziehungsweise um 16.30 Uhr an der Sankt-Nicolai-Kirche und dauern etwa zwei Stunden. Eine weitere Besonderheit: Die Rundgänge sind nicht, wie sonst, für Gruppen gedacht, sondern auch Einzelpersonen können sich anmelden; bis zu 15 Plätze je Tour sind verfügbar. Die Teilnahme unterliegt den aktuell gültigen Corona-Regeln: Für Stationen in Gebäuden ist eine Mund-Nasen-Bedeckung mitzuführen, und zu Personen, die nicht dem eigenen Haushalt angehören, ist ein Mindestabstand von anderthalb Metern einzuhalten.

Per E-Mail (steinwegsbauer5@gmail.com) können sich Interessierte ab sofort anmelden. Die Teilnahme kostet inklusive Speisen und Getränke neun Euro pro Person. Derartige Touren sollten künftig häufiger angeboten werden, eventuell bereits im Advent.

Breites Spektrum an Themen

Seit 2012 machen die beiden Damen Einheimische ebenso wie Touristen auf die Eigenheiten der Sulestadt aufmerksam. Neben „klassischen“ Stadtrundgängen gibt es bestimmte Themen: Von Schulen gerne gebucht werde ein Rundgang, der sich mit dem jüdischen Leben in Sulingen befasse, von Mitte des 18. Jahrhunderts bis in die Neuzeit. Den kurzweiligen Blick unter anderem auf die „Eingeborenen, ihre Sitten und Bräuche“ richtet die „KulTour“. Das Kennenlernen des Ortes mit allen Sinnen steht auf dem Programm bei der „Stadtvergnügentour“, die auch „kulinarische Entdeckungen“ umfasse. „Flanieren und studieren“ heißt es dagegen bei der „Stadt- und Shoppingtour“, bei der die Sulinger „Einkaufsmeile“ zwischen Sankt-Nicolai-Kirche und dem Kaufhaus Ranck im Vordergrund steht.

Auch individuelle Start- und Zielpunkte können bei der Buchung abgesprochen werden sowie weitere Attraktionen zwischendurch, sagt Kerstin Melloh-Kordes. Gerne würden beispielsweise die Kirchturmführungen mit Jörn Bergmann hinzugebucht.

Mehr als nur Informationen

Aktuell leider nicht mehr möglich seien Touren mit einem Planwagen, unter anderem zur Windmühle Labbus, da der bisherigen Fahrtenanbieter nicht länger zur Verfügung stehe.

„Man merkt immer mehr, dass die Leute etwas erleben wollen“, stellt Katja Ahrens fest. Deswegen würden die Touren etwas länger – zum einen, weil unterwegs an kulinarischen Stationen Halt gemacht werde, und zum anderen, weil es so viel über die Stadt, ihre Gebäude und die Bewohner zu erzählen gebe: „Wenn man am Reden ist, fällt einem noch dies und das ein“, lacht sie. Was es dabei zu erfahren gebe, überrasche auch viele Einheimische. Kaum jemand wisse etwa, welchen Zweck die „Sandstein-Puschen“ an der Ostseite der Sankt-Nicolai-Kirche erfüllen, merkt Kerstin Melloh-Kordes an. Viele Sulinger glaubten immer noch, dass der Name ihrer Heimat sich von der Sule ableite – dabei werde der Fluss erst seit etwa 1850 so genannt. „Es lohnt sich, einen Blick auf und zwischen die Häuser zu werfen, denn viele haben noch gar nicht richtig hingesehen“, weiß Katja Ahrens.

„Stadtverführerinnen“ suchen noch Verstärkung

Es gebe so unglaublich viel zu erzählen über die Geschichte und die Geschichten, „eigentlich müssten die Leute zwei Touren mitmachen, damit sie alles aufnehmen können“, sagt Melloh-Kordes. Das tun manche sogar, verrät Katja Ahrens, manchen Teilnehmer habe sie schon zum dritten Mal durch die Stadt geführt. Teilweise seien Gäste dabei, die anfangs von der übrigen Gruppe dazu „genötigt“ worden seien mitzumachen. „Wenn die hinterher begeistert sind, ist das ein toller Lohn.“

Organisatorisch seien die Touren teils recht aufwendig für die beiden „Verführerinnen“, denn „bei zwei Stunden Dauer muss man auch einplanen, wo man unterwegs die Toilette nutzen kann oder wohin es bei regnerischem Wetter gehen könnte.“ Sehr unterstützt würden sie bei der ehrenamtlichen Arbeit von der Sulinger Stadtverwaltung, die unter anderem die Anmeldungen für Gruppen entgegennehme, ebenso von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde: „Alle machen toll mit“, lobt Katja Ahrens.

Derzeit bewältigen die beiden Damen alle Anfragen für Führungen alleine, aber weitere Verstärkungen sind herzlich willkommen: „Das Interesse für Geschichte ist das A und O, dann kommt alles andere“, beruhigt Katja Ahrens.

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