Führungswechsel beim FGZ Sulinger Land

Jennifer Glander löst Ende Januar Monika Jahnke als Koordinatorin ab

Vier Menschen stehen vor dem Eingang zum Familiengesundheitszentrum.
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Vor dem Familiengesundheitszentrum: Birgit Dullin, Monika Jahnke, Jennifer Glander und Patrick Bade (von links).

Sulingen – Wechsel beim Familiengesundheitszentrum Sulinger Land (FGZ): Zum 31. Januar geht Koordinatorin Monika Jahnke in den Ruhestand, ihre Nachfolge tritt Jennifer Glander an.

„Ich gehe mit einem lachendem und einem weinenden Auge – und das ist keine Floskel“, stellt Monika Jahnke klar. Es sei zwar ihr „Baby“, aber: „Mir ist bewusst, dass das FGZ sehr gut weiterlaufen wird.“ Die Veränderungen bedeuteten nur, dass die Einrichtung lebe, und sie könne sie „mit einem unheimlich guten Gefühl“ an ihre Nachfolgerin übergeben.

Ihre Aufgabe trat sie am 1. August 2013 an und befasste sich zunächst mit den Vorbereitungen für die Eröffnung. Dafür habe sie auf dem Wochenmarkt über das Angebot informiert, mögliche Bedarfe ermittelt und Kontakte geknüpft. Vor allem aber habe eine Immobilie gesucht werden müssen, und die sei an der Bassumer Straße gefunden worden. Der Bauverein Sulingen als damaliger Eigentümer habe sie entsprechend umgebaut: „Das ist wirklich passend für die Angebote und sehr schön.“

Auch für Fortbildungen wird das FGZ Sulinger Land genutzt, wie hier im Oktober 2020 bei einer Veranstaltung für Erzieherinnen.

Im Oktober 2014 konnte das FGZ eröffnet werden und bietet seither eine breite Palette an Angeboten. Von Anfang an dabei seien die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung des Diakonischen Werks, die Sprechstunden der Beratungsstelle für Frauen und Mädchen des Netzwerks gegen häusliche Gewalt und die pädagogische Beratung des Stephansstiftes. Weitere Angebote, darunter das „Café Kinderwagen“, die Hebammensprechstunde und zusätzliche Beratungsmöglichkeiten, kamen im Laufe der Zeit hinzu. Schade sei jedoch, dass Dinge, die langsam aufgebaut worden seien, durch Corona gestoppt wurden, etwa das monatliche Frühstückstreffen für Pflegeeltern. „Wir wollen ein offener Treff sein – wie ein Jugendzentrum für alle.“

Die Kernaufgabe sei jedoch das Vernetzen gewesen: „Menschen zusammenbringen und für jeden eine Möglichkeit zu finden, mit seinem Anliegen ernst genommen zu werden“, fasst Monika Jahnke zusammen. Das sei durch Beratung vor Ort geschehen, durch Informationsveranstaltungen und Kurse oder durch das Weitervermitteln an andere Stellen. Das Schönste sei dabei für sie gewesen, wenn Frauen, Männer, Familien, die schon mit ihrem ersten Kind im FGZ waren, auch mit weiteren Kindern wiederkamen – in ihrer Zeit habe sie Familien mit bis zu drei Kindern begleitet. Dabei liege unter den Menschen, die das FGZ nutzten, der Anteil derer, die nicht aus Sulingen direkt kommen, „mindestens bei 30 Prozent und geht in Richtung 50 Prozent.“ An besonderen Aktionen und Veranstaltungen nähmen auch Menschen aus dem weiteren Umland teil und es gebe Anfragen von Kommunen, die ähnliche Angebote schaffen wollen: „Es gibt kein vergleichbares Zentrum im Landkreis und auch in niedersachsenweit sind es nicht ganz viele.“

Mit einem „Tag der offenen Tür“ präsentierte das Team des Familiengesundheitszentrums die neue Einrichtung im Oktober 2014.

Zu Beginn habe es einige Kritiker gegeben, räumt Monika Jahnke ein, aber das FGZ habe sich gut etabliert: „Es ist eine freiwillige Aufgabe, die einen absoluten Benefit für die Stadt darstellt.“

Der Stadt sei sie dankbar für „achteinhalb wunderschöne Arbeitsjahre“, und besonders Birgit Dullin, Leiterin des Fachbereichs Allgemeines und Soziales, sei eine intensive Ansprechpartnerin für viele Fragen gewesen. Ausdrücklich schließt sie in ihren Dank den früheren Bürgermeister Harald Knoop mit ein: Der sei überhaupt erst dafür verantwortlich gewesen, dass sie sich auf die Stelle beworben habe, weil er sie in einem Telefonat darin bestärkt habe. Vieles sei aber auch nur möglich geworden dank der zahlreichen Wegbegleiter, zu denen sie ein gutes und kollegiales Verhältnis habe, unterstreicht Monika Jahnke.

Jennifer Glander übernimmt die Leitung

Die Koordinatorin sei der „Motor des Ganzen“ gewesen, gibt Birgit Dullin zurück, und sie habe sich niemand Besseres dafür vorstellen können, aber „wir freuen uns auch auf die Zusammenarbeit mit Jennifer Glander.“ Nicht zu vergessen sei der Landkreis Diepholz, ohne dessen finanzielle Beteiligung die Einrichtung nicht tragbar wäre. Die Vereinbarung, dass der Kreis jährlich die Hälfte der Kosten (bis zu einer Höhe von 40 000 Euro) trägt, sei gerade erst um drei Jahre verlängert worden – mit der Option auf eine weitere Verlängerung.

Als neue Koordinatorin wird Jennifer Glander künftig das Familiengesundheitszentrum Sulinger Land führen: „Die Stelle hat mich begeistert – das Aufgabenfeld, das selbstständige Organisieren.“ Die 44-jährige Sulingerin war 19 Jahre lang tätig beim Gesundheitsamt des Landkreises Nienburg. Zuletzt sei sie dort zuständig gewesen für das Screening der Vierjährigen, also das Ermitteln von Auffälligkeiten und der entsprechenden Förderbedarfe in den 28 Kindertagesstätten des Nachbarkreises. Die gewohnten Schwerpunkte würden im FGZ bleiben, kündigt sie an, aber sie wolle sie gerne ausweiten, beispielsweise mit Angeboten für Grundschulkinder wie Antimobbingtraining oder mit Unterstützung für Familien mit Migrationshintergrund: „Ich möchte die Schwächsten mit ins Boot holen und allen gleiche Chancen ermöglichen.“ Sie ist seit dem 1. Januar im FGZ, Bürgermeister Patrick Bade überreichte ihr nun ihr Namensschild.

Vorerst wird auch Monika Jahnke noch mitwirken, denn zunächst bis Jahresende begleitet sie weiter das Stillcafé alle 14 Tage im FGZ. Ansonsten habe sie jetzt mehr Zeit für ihre Familie mit den bald fünf Enkelkindern und für ihre Freiberuflichkeit als Stillberaterin. Dem eigenen Garten wolle sie sich intensiver widmen, mit ihrem Mann mehr Fahrrad fahren und „endlich mal die ganzen Bilder einkleben.“

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