Krippe „Goseküken“ in Sulingen

Emilia Schröder: „Richtige Einblicke in den Beruf“ durch das FSJ

Emilia Schröder spielt mit Lilly im Sandkasten der Krippe „Goseküken“.
+
Zu den Aufgaben im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahrs gehört für Emilia Schröder auch das Spielen mit Lilly im Sandkasten der „Goseküken“.

Sulingen – Nein, Noah hat keine Lust. Am Matschtisch mit Emilia Schröder spielen gerne, aber dabei fotografiert werden? Auf keinen Fall! Die Kamera ist Lilly dagegen völlig egal. Konzentriert sitzt sie im Sandkasten und tauscht bereitwillig ihre Schaufel gegen einen Löffel, mit dem sich auch viel besser graben lässt. Noah und Lilly sind zwei der Kinder, mit denen sich Emilia Schröder im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) in der Sulinger Krippe „Goseküken“ der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz beschäftigt.

Die 19-Jährige begann ihre Zeit in der Krippe am 1. August 2020. Sie habe ein FSJ gesucht, um die Fachhochschulreife zu erlangen: Etwas mit Kindern sollte es sein, weil ihr das schon immer Spaß gemacht habe, und schnell habe für sie auch festgestanden, dass es in einer Krippe sein sollte, „weil das für mich eine ganz neue Erfahrung ist.“ Schließlich sei sie auf die Lebenshilfe gekommen, weil sie der Gedanke der Integration begeistert habe: „Das Konzept ist total gut.“

Zu ihren Aufgaben in der Krippe gehört es für die Sulingerin vorrangig, die Erzieher bei der Betreuung der Kinder zu unterstützen, aber auch – ebenso wie die Kollegen – hauswirtschaftliche Aufgaben zu übernehmen, sei es das Abwischen des Tisches oder das Ausräumen des Geschirrspülers. Daneben spielen Projekte eine wichtige Rolle: „Ich bereite sie mit vor, aber ich kann mir auch eigene Projekte ausdenken und mit den Kindern umsetzen.“ So habe sie im Herbst mit ihnen ein Fenster mit Fingerfarben gestaltet, ein Puppenhaus wieder hergerichtet und sie bringe ihre Gitarre mit, um die Kinder an die Musik heranzuführen.

Von Anfang an stark auf Hygiene gesetzt

Natürlich hatte Corona auch Einfluss auf ihr FSJ. Zum Teil seien nicht alle Kinder in der Einrichtung, berichtet Emilia Schröder, zeitweise sei auch das Team so aufgeteilt gewesen, dass nicht alle zur gleichen Zeit arbeiteten. Vor allem der Umgang mit den Kindern habe sich verändert: Nach dem Naseputzen werde gleich desinfiziert, es würden häufiger die Hände gewaschen und den Kindern erkläre man, warum all das notwendig ist. Von Anfang an sei stark auf Hygiene gesetzt worden, zumal schon entsprechende Konzepte vorhanden gewesen seien. „Ich kann mir aber vorstellen, dass es gerade bei den kleineren Kindern schwierig ist, den Abstand zu wahren: Wenn ein Kind weint, dann lässt man es nicht stehen, denn Nähe ist wichtig.“

Einschränkungen gab es zudem bei den Seminarwochenenden, die fester Bestandteil eines FSJ sind. Statt in einem Seminarhaus gibt es sie derzeit ausschließlich online: „Man sitzt dann eben mit dem Laptop zuhause“, stellt Emilia Schröder fest. Dabei sei es schwierig, Kontakte zu anderen FSJlern zu knüpfen, „in den Seminaren hat man wenig Zeit für den Austausch mit anderen.“ Glücklicherweise kenne sie privat einige, die auch gerade ein FSJ absolvieren.

Wenig Kontakt zu anderen FSJlern möglich

Sonst veranstalte die Lebenshilfe Kennenlerntage für ihre FSJler, ergänzt Melissa Wiegmann, in der Personalabteilung der Einrichtung Ansprechpartnerin für das Freiwillige Soziale Jahr. Eventuell gebe es im Sommer dafür noch Gelegenheit.

Trotz der Einschränkungen bereut Emilia Schröder ihre Entscheidung für das FSJ nicht: „Ich würde das immer wieder machen.“ Besonders prägend sei für sie, dass es zwar einen gewissen Alltag in der Krippe gebe, der auch strukturiert sei, aber man erlebe immer wieder etwas Neues. Und schlechte Laune habe keine Chance, „wenn man zur Arbeit kommt und die Kinder strahlen einen an.“ Vor allem aber bekomme man einen richtigen Einblick in den Beruf: „Man wird Teil eines Teams und muss sich nicht verstellen, sondern kann seine Fähigkeiten und Persönlichkeit einbringen – diese Erfahrung lässt sich nicht ersetzen.“ Sie selbst sei durch ihre Zeit bei den „Goseküken“ in ihrer Berufswahl bestärkt worden, beginne am 1. Oktober in Hamburg ein duales Studium der Kindheitspädagogik.

Freiwilliges Soziales Jahr bei der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz

Die Lebenshilfe bietet jedes Jahr bis zu 20 FSJ-Stellen an für Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren. Hier können sie unter Anleitung von Fachkräften feststellen, ob eine soziale Berufstätigkeit ihren Interessen entspricht. Das FSJ ist ein Bildungs- und Orientierungsjahr, das für bestimmte Ausbildungszweige und Studienrichtungen als Vorpraktikum oder Wartezeit anerkannt werden kann. Die Plätze finden sich in unterschiedlichen Bereichen, etwa an den Standorten Sulingen, Diepholz und Rehden der Paul-Moor-Schulen, in Kindertagesstätten und in unterschiedlichen Wohnformen. Neu ist ein kombinierter Platz an der Paul-Moor-Schule in Sulingen: Dabei werden an drei Tagen pro Woche die pädagogischen Mitarbeiter im schulischen Alltag unterstützt, an den beiden anderen Tagen steht Mitarbeit in der Verwaltung auf dem Plan in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Personal und Sekretariat.

Die FSJ-Zeit beginnt am 1. August, die FSJler erhalten ein monatliches Taschengeld und eine Verpflegungspauschale in Höhe von 423 Euro. Neben 26 Urlaubstagen gehören verschiedene Fortbildungstage dazu, und die Lebenshilfe bietet eigene Treffen. Fragen dazu beantwortet Melissa Wiegmann (Tel. 0 42 71 / 80 09 81 25).

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Angriff auf Tel Aviv - Hamas-Leute im Fadenkreuz Israels

Angriff auf Tel Aviv - Hamas-Leute im Fadenkreuz Israels

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Meistgelesene Artikel

Todesfall nach Corona-Impfung im Landkreis Diepholz – Obduktion am Freitag

Todesfall nach Corona-Impfung im Landkreis Diepholz – Obduktion am Freitag

Todesfall nach Corona-Impfung im Landkreis Diepholz – Obduktion am Freitag
Rohstoffexperte prophezeit: „Häuser werden unerschwinglich teuer“

Rohstoffexperte prophezeit: „Häuser werden unerschwinglich teuer“

Rohstoffexperte prophezeit: „Häuser werden unerschwinglich teuer“
Corona im Landkreis Diepholz: Erste Infektion mit indischer Variante

Corona im Landkreis Diepholz: Erste Infektion mit indischer Variante

Corona im Landkreis Diepholz: Erste Infektion mit indischer Variante
Klaus Wessels sieht Licht im Pandemie-Tunnel und vergrößert Leester Restaurant

Klaus Wessels sieht Licht im Pandemie-Tunnel und vergrößert Leester Restaurant

Klaus Wessels sieht Licht im Pandemie-Tunnel und vergrößert Leester Restaurant

Kommentare