Referentin Birgit Sych

Frühstückstreffen für Frauen in Varrel: Vom Umgang mit Zeitfressern

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„Machen sie mal was herrlich Sinnloses“, forderte Birgit Sych die 235 Frauen auf, die sich am Samstagmorgen zum Frauenfrühstück im Gasthaus Hartje-Melloh versammelt hatten.

Varrel - „Machen sie mal was herrlich Sinnloses“, forderte Birgit Sych die 235 Frauen auf, die sich am Samstagmorgen zum Frauenfrühstück im Gasthaus Hartje-Melloh versammelt hatten. Gemeinsam wollten sie hier die erste Mahlzeit des Tages genießen und den Vortrag der Autorin Birgit Sych aus Berlin hören. Thema des Vortags: „Zeit haben in einer beschleunigten Welt.“

Die Referentin arbeitet in Berlin als Lehrerin für Mathematik und Französisch. Als Mutter von sieben Kindern gilt sie als prädestiniert, über Organisation und Zeitmanagement zu referieren.

Sie berichtete, wie gern sie sich daran erinnert, mit einigen ihrer Töchter ohne Kaufabsicht in einem Schuhgeschäft Schuhe eine Stunde lang anprobiert und anschließend das Geschäft ohne etwas zu erwerben verlassen habe. Sinnlos verbrachte Zeit? Nein, sagt Birgit Sych, einmal Zeit zu „verplempern“ tue Herz und Seele gut.

Jeder Tag habe 24 Stunden, die jedoch unterschiedlich schnell vergehen würden. Für einsame Menschen vergingen sie langsam, sie suchten nach Möglichkeiten, die Zeit zu vertreiben. Andere seien ständig gejagt, machten mehrere Sachen gleichzeitig, um die Zeit, die scheinbar viel zu schnell vergeht und von der sie dann viel zu wenig haben, gut auszunutzen.

Sych benannte Zeitfresser. Dazu gehörten wichtige, dringende Dinge, die plötzlich von außen herangetragen werden, ebenso wie unverhoffte Besuche, die man nicht abweisen möchte; eben Wünsche anderer, zu denen man „ja“ sagen würde, obwohl man „Nein“ sagen wolle. „Sich zu rechtfertigen, wenn das gar nicht erforderlich ist, auch das frisst Zeit“, sagte die Referentin. „Krankheiten“, wie „Aufschieberitis, Unterbrecheritis, Abbrecheritis und Perfektionismus“, führten zu einem Gefühl ständiger Hetze.

Voll besetzter Saal im Gasthaus Hartje: Marita Wallentowitz von der Sulinger Ortsgruppe vom „Verein Frühstückstreffen für Frauen“ hatte alle Gäste zu Beginn der Veranstaltung begrüßt.

Wie kann man dem entgehen? Birgit Sych empfahl, eine Liste zu erstellen von Dingen, die wirklich wichtig sind, dabei mindestens 25 Prozent der zur Verfügung stehenden Ressourcen frei zu lassen für spontane Tätigkeiten. „Delegieren zu lernen, ist dabei ganz wichtig, dabei sollte man drei Fragen beantworten: Muss es sein? Muss es jetzt sein? Muss ich es machen?“ Es sei nicht verwerflich, auch mal Das klingelnde Telefon zu ignorieren. Vergangenem sollte man nicht hinterhertrauern. Zeit zu verlangsamen, sei das Gebot der Stunde. Sych forderte die Frauen auf, es so zu machen, wie der Bär Balu im Dschungelbuch: „Probier es mal mit Gemütlichkeit.“

Marita Wallentowitz von der Sulinger Ortsgruppe vom „Verein Frühstückstreffen für Frauen“ hatte alle Gäste zu Beginn der Veranstaltung begrüßt. Sie moderierte die Veranstaltung. Bereichert wurde das Programm durch das Ensemble „Befortissimo“ unter der Leitung von Natascha Befort. Die Gruppe eröffnete ihre Vorträge mit dem Chor der Gefangenen aus der Oper Nabucco von Guiseppe Verdi und Dona nobis pacem und endete mit dem Halleluja und der Moritat von Macky Messer.

Renate Schardelmann, Karin Kluge und Helmut Bomhoff von der Theatergruppe Gaue lösten mit dem Sketsch „Frühstücksfernsehen“ mehrere Lachsalven unter den Teilnehmern aus. - gk

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