Initiative Sulingen unterstützt EHEK-Fortschreibung

„Frequenzbringer“ gewünscht für die Sulinger Innenstadt

Passanten in der Langen Straße in Sulingen beim Schaufensterbummel.
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Auch Veranstaltungen wie der verkaufsoffene Sonntag im September sorgen für Besucher in der Sulinger Innenstadt.

Sulingen – Das Einzelhandelsentwicklungskonzept (EHEK) für Sulingen soll fortgeschrieben werden, wie der Stadtrat beschlossen hat (wir berichteten). Nachdem seitens der Politik auch eine Stellungnahme der Initiative Sulingen dazu gewünscht worden war, äußern sich nun aus dem Vorstand der Vorsitzende Philipp Leymann und der stellvertretende Vorsitzende Marc Steen.

„Die Initiative ist mehr als Weihnachtsbeleuchtung und Abendpicknick“, betont Leymann, aber es habe vielleicht in der Vergangenheit ein Kommunikationsproblem gegeben. Allerdings nähmen Bürgermeister Dirk Rauschkolb und Wirtschaftsförderer Andreas Nordloh an jeder Sitzung des Vorstandes teil. Aber klar sei auch: „Reden hilft.“ Dass sich die Initiative bisher nicht geäußert hat, liege daran, dass es aufgrund von Interessenskonflikten im Vorstand länger gedauert habe, einen Konsens zu finden – aber: „Die Stärkung der Innenstadt ist immer im Fokus der Initiative.“

Positiv sei, wie die Untersuchung zum EHEK zeige, dass die Leerstände in der Innenstadt minimal seien – „weitaus weniger als in Orten vergleichbarer Größe“, stellt Marc Steen fest. Auch hervorzuheben sei das überproportional große Aufkommen an Verkaufsfläche in den meisten Bereichen sowie der Umstand, dass ein nicht unerheblicher Anteil an Kunden und damit an Umsatz aus dem Umland gezogen werde: „Wir sind froh, dass wir das für einen Standort dieser Größe anbieten können.“ Wichtig sei allerdings, dass die Stadt die Rahmenbedingungen dafür schaffe, das Angebot zu halten, indem auch weiterhin Bauland für junge Familien ausgewiesen werde.

Nicht genügend große Flächen für Interessenten

Ein Manko sieht Philipp Leymann darin, dass in der Innenstadt genügend große Flächen fehlen für Interessenten: „Da müssen wir alle an einem Strang ziehen.“ Dass die Eigentümer der leer stehenden Geschäfte oft nicht in Sulingen lebten, sei ein Problem, denn die vor Ort ansässigen Eigentümer investierten auch in ihre Immobilien. Die „Initiative“ verfüge nicht über die entsprechenden Kontakte, um mit den Eignern von außerhalb ins Gespräch zu kommen – „da sind uns die Hände gebunden“, bedauert der Vorsitzende.

Die vorhandene Potenzialfläche an der Bahnlinie sei ein guter Kompromiss, wenn sich ein Investor dafür finde, aber da sei die Stadt der Ansprechpartner für Interessenten. Zu überlegen sei auch, ob nicht, wenn die nötigen Flächen in der Innenstadt fehlen, entsprechende Möglichkeiten in den Gewerbegebieten angeboten werden könnten, damit die Kunden weiter nach Sulingen kämen und nicht woanders hinführen. „Das ist ein Konflikt mit den Interessen der Innenstadt, für den wir auch keine Lösung haben. Aber wir sollten diese Diskussion führen.“ Den geplanten Bebauungsplan für den früheren Standort des Dänischen Bettenlagers an der Bassumer Straße, der die Sortimentsmöglichkeiten eines neuen Nutzers regulieren soll, sehe er auch „ein Stück weit kritisch.“ Wünschenswert sei an dieser Stelle ein „Frequenzbringer“ für die Innenstadt, und dem Eigentümer empfehle er, sehr genau darauf zu achten, was hier beschlossen wird.

Initiative Sulingen diskutiert über künftige Ausrichtung

Darüber hinaus sei zu überlegen, ob sich eine Stadt wie Sulingen nicht doch wieder einen ausschließlichen Wirtschaftsförderer leisten solle, so Leymann. „Das ist keine Kritik an Andreas Nordloh: Er leistet gute Arbeit, aber er ist auch noch Leiter des Bauamts und des Ordnungsamts und kann sich nicht aufteilen.“

Für die Initiative Sulingen stelle sich zudem noch die Frage der künftigen Ausrichtung, denn es würden weiterhin Interessierte gesucht, die im Vorstand mitarbeiten wollen. Daher gebe es aktuell auch Überlegungen, sich von den operativen Vorgängen wie Weihnachtsbeleuchtung und Veranstaltungen komplett zu trennen und sich mehr in Richtung eines Wirtschaftsfördervereins zu entwickeln, der in solchen Fragen beratend zur Seite stehe. „Das werden wir in absehbarer Zeit im Vorstand diskutieren.“

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