Die Frage der eigenen Haltung

Lebenshilfe Grafschaft Diepholz lässt Sulinger Kindertagesstätten zertifizieren

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Montagabend im Innenhof der Kindertagesstätte „Am Nordsee“ der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz: Die Teilnehmer der Zertifizierungs-Feierstunde. 

Sulingen - Großer Bahnhof aus besonderem Anlass: Mitarbeiter der Kindertagesstätten „Am Nordsee“ und „Lindenblüte“ sowie die der Kinderkrippe „Goseküken“ feierten am Montagabend ihre Zertifizierungen und die „ihrer“ Kitas nach STEP. STEP steht für Systematisches Training für Eltern und Pädagogen – und gilt als ganzheitliches, wissenschaftlich evaluiertes pädagogisches Konzept, das allen an der Erziehung Beteiligten ermöglicht, Kindern und Jugendlichen Orientierung und Halt zu geben.

Seit Herbst 2015 hatten sich die Mitarbeiter der Lebenshilfe nach STEP in verschiedenen Kursen qualifizieren und nach den Prüfungen im vergangenen Jahr auch die Einrichtungen selbst zertifizieren lassen. „Es war viel Arbeit, aber alle sind der Meinung, dass es sich gelohnt hat“, sagt Margret Herzog, bei der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz zuständig für die Bereiche Bürgerschaftliches Engagement, Selbsthilfe und Inklusion.

Begleitet hatte die Sulinger während der vergangenen zwei Jahre Kursleiterin Steffi Schöps. Sie bezeichnet das Programm STEP als Instrument zur Stärkung der Handlungskompetenz der Erzieher, „der Optimierung der Zusammenarbeit mit den Eltern, sodass die Erziehung- und Bildungspartnerschaft in der Kita gelebt wird“. Schöps spricht von Hilfestellungen für eine kooperative, stressfreie Gestaltung des Berufsalltags im Team.

Heidi Logemann von den „Goseküken“: „Die Fortbildung hat Mühen gekostet. Aber ich glaube, letztendlich freuen wir uns alle, dass wir es geschafft haben.“

STEP sei nichts Neues

Steffi Schöps am Montag gegenüber den Absolventen: „So viele Therapeuten auf einmal hatten wir auch noch nie. Bestanden haben alle. Das ist etwas Schönes, denn einfach war es nicht.“ Die Mitarbeiter der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz hätten sich auf den Weg gemacht, eine sehr intensive Fortbildung zu absolvieren. STEP sei nichts Neues. „Man macht den Sack auf, nimmt sehr viel auf – und am Ende überprüft man seine eigene Haltung.“ Der Arbeitsalltag gebe immer wieder Anlass zum Nachdenken: Wie gehe ich mit Kindern um? Bin ich wertschätzend? Wie höre ich zu? Schöps: „All das haben wir auf den Weg gebracht – und ihr habt toll mitgearbeitet. Das Salz in der Suppe ist das Zuhören – und ihr habt gezeigt, dass ihr das könnt.“

Christiane Rießelmann, Bereichsleiterin Kinder und Familie, in Richtung der Mitarbeiter: „Ich finde es klasse, dass ihr euch alle die Mühe gemacht habt, das eigene Verhalten noch einmal anzugucken.“ Für sie persönlich stehe das Thema Partizipation hoch im Kurs: „Also, wie Kinder ihre Stärken selbst einbringen.“ Sich damit noch mal zu beschäftigen, sei auch Arbeit gewesen. „Ich finde das alles klasse.“

Annette Lüneburg, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz: „Es wird bei uns immer Mittel und Wege geben, an der eigenen Haltungsfrage weiterzuarbeiten. Die Zertifizierung ist kein Schlusspunkt. Es wird weitergehen.“ 

oti

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