Nach Kreis auch Fraktionen im Rat für Förderung

Familiengesundheitszentrum: Fortbestand gesichert?

Das Familiengesundheitszentrum Sulinger Land. Nach dem Landkreis wollen voraussichtlich auch die Mitglieder des Rates der Stadt Sulingen den Fortbestand der Einrichtung gesichert wissen; zumindest bis ins Jahr 2021.

Sulingen - Ab kommenden Montag gehen die Mitarbeiter des Familiengesundheitszentrums Sulinger Land in die Sommerpause. Es wird voraussichtlich nicht ihre letzte sein.

Machten die Abgeordneten des Kreistages des Landkreises Diepholz während ihrer Juni-Sitzung den Beschluss der weiteren Förderung von der der Stadt Sulingen abhängig, scheint sich das Gros der im Sulinger Rat vertretenen Fraktionen und Gruppen weiter hinter die Einrichtung zu stellen. Kritische Stimmen sind verstummt.

Die Mitglieder der SPD-Fraktion hatten zur Vorbereitung eines möglichen Schlagabtausches im Rat eine Fraktionssitzung in die Räume an der Bassumer Straße verlegt – und suchten den Dialog mit Koordinatorin Monika Jahnke. Die scheint Überzeugungsarbeit geleistet zu haben. „Wir wollten uns ein Bild machen und umfassend informieren“, sagt Elisabeth Wamhoff, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion.

SPD geschlossen hinter der Einrichtung

Im Ergebnis stelle sich die Sozialdemokratie geschlossen hinter die Einrichtung. „Wir haben schon bei der Gründung im August 2013 das Konzept als richtig und wichtig angesehen. Daran hat sich bis heute nichts geändert; auch wenn das eine oder andere Ratsmitglied die Einrichtung kritisch sieht. Angelegt wurde das Familiengesundheitszentrum als Ersatz für eine Geburtenstation. Die kann man nicht ersetzen.“

Nichtsdestotrotz hätten die Angebote rund um die Geburt und rund um die Familie die Berechtigung, „sie an einer zentralen Stelle zusammenzufassen. Geburtsstationen aus dem Umkreis stellen sich vor; auch Hebammen. Die Angebote werden nachgefragt. Das Familiengesundheitszentrum ist für uns eine feste Größe geworden.“

Besonders hervorzuheben sei, so Wamhoff, dass sich nach dem Rückzug der Geburtenstation aus der Klinik Sulingen auch viele Hebammen zu einem Standortwechsel entschieden hätten. „Das bedeutet, für die Eltern treten Engpässe in der Beratung auf. Da müssen wir gegensteuern. Wenn wir mit dem Prädikat Familienfreundlichkeit werben wollen, müssen wir Angebote vorhalten. Es ziehen viele junge Leue nach Sulingen. Die Großfamilie, deren Angehörige helfen, gibt es nicht mehr. Da ist guter Rat teuer.“

Landkreis hat Förderung verlängert

2013 hatten Landkreis und Stadt Sulingen das Familiengesundheitszentrum Sulinger Land für zunächst drei Jahre installiert, der Landkreis dann die Förderung erst bis zum 31. Juli 2018 und jetzt bis zum 31. Juli 2021 verlängert.

Das Angebot des Familiengesundheitszentrums hat zum Ziel, Familien durch lebenspraktische Angebote in ihrem Alltag zu unterstützen und sie in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken. Dazu werden Angebote rund um die Themen Schwangerschaft, Elternschaft und Säuglings- und Kleinkindversorgung und -entwicklung in Sulingen angeboten. Die Trägerschaft hat die Stadt übernommen.

Michael Harimech, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stadtrat: „Wir haben 2013 beschlossen, dass wir das Familiengesundheitszentrum einrichten wollen. Der Beschluss ist nicht zeitlich begrenzt. Also brauchen wir auch nicht neu diskutieren. Anders würde das aussehen, wenn sich der Landkreis aus dem Projekt herausziehen würde – oder eine Konsolidierung unseres Haushaltes anstünde. Wenn die Überprüfung der freiwilligen Aufgaben kommt, dann gehört das Familiengesundheitszentrums auch dazu.“

Sulingen soll auch weiter fördern

Uwe Overhoff von den Freien Wählern und Hermann Schröder von „Die Grünen / Die Partei“ sehen das ähnlich. Overhoff: „So lange der Landkreis fördert, fördern wir auch.“ Kritisch sehe er, Overhoff, die Kostenaufteilung. „Die Einrichtung war ein Wunschkind des Landrates.“ Von den 94 000 Euro Kosten im Jahr übernehme die Stadt Sulingen inzwischen 60 Prozent. Und: „Das FGZ nutzen auch Menschen aus den Umlandgemeinden. Die halten sich aber aus der Finanzierung raus.“

Hermann Schröder: „Wir glauben, das ist eine vernünftige Einrichtung. Darum würden wir sie auch weiter fördern.“

Dörte Knake und Walter Legler von der Gruppe „FDP / Bürger erreichen“ waren am Montag bis zum Reaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

oti

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