Sulinger Cheerleader: Traumreise nach Air Berlin-Pleite in Gefahr

STC Flying Twisters kämpfen für die Reise zur Meisterschaft in Florida

Die „Sulingen Thunderbolt Cheerleader Flying Twisters“ in Aktion.

Sulingen - Wer kriegt die Flugzeuge von Air Berlin? Wo arbeiten die Piloten demnächst? Fragen in allen Medien. Viele Ticketinhaber stehen jedoch demnächst mit leeren Händen da. Zu denjenigen, die im Milliardenpoker der Air Berlin-Geschäftsetage verloren haben, zählen auch Sulinger Cheerleader.

Die Gruppe der „Sulingen Thunderbolt Cheerleader Flying Twisters” hat sich im Dezember 2016 bei den „German All Level”-Wettbewerben in Hamburg für die Teilnahme an der größten internationalen Meisterschaft in dem Bereich, den „UCA International All Star Championships“ im März 2018 in Florida, qualifiziert. Aber: Würde sich die Gruppe der jungen Damen Flug und Aufenthalt leisten können?

Die Sportlerinnen sind zwischen 15 und 20 Jahren alt, fünf bilden ein Team, mit nach Florida reisen müssten zwei Betreuer, um die vorgegebenen Auflagen während der Vorführung zu erfüllen. Anfang des Jahres beginnen die „STC Flying Twisters“, um Spenden für dieses sportliche Abenteuer zu werben, im März steht fest: Es klappt. „Und dann haben wir zügig die Flüge gebucht, damit wir günstige Preise nutzen können“, berichtet Trainerin Stefanie Kramer. Die Reisegruppe ist 15-köpfig, umfasst neben Trainerin, Betreuern und Sportlerinnen noch Familienangehörige.

Sportlicher Vergleich mit Cheerleadern aus der ganzen Welt

Die Cheerleader suchen nach weiteren Sponsoren ihrer Traumreise. Man kann die Gruppe buchen: Etliche Feiern bereichern die „Flying Twisters“ um ihre sportlichen Darbietungen. Kaufmann Marc Steen erlaubt ihnen die Werbung am Pfandgeldautomaten – allein durch diese Unterstützung kommen 1000 Euro zusammen. Zwischenzeitlich sind Absprachen mit den Schulen der Cheerleader getroffen – die Fahrt findet schließlich außerhalb der Ferien statt. Eine Woche Florida, ein Zusammentreffen mit Cheerleadern aus der ganzen Welt. Ein sportlicher Vergleich.

Die Teilnahme an einer Meisterschaft, die jedem Mitglied einer Sportgruppe als Anreiz dient, noch motivierter zum Training zu gehen. Die „STC Flying Twisters“ trainieren mittwochs und freitags, aktuell bereiten sie sich auf die Deutschen Meisterschaften vor (10. Februar in Braunschweig). Die Vorfreude auf Florida ist allerdings getrübt: Die Insolvenz und die Tatsache, dass die Sulinger Cheerleader die Tickets so früh gebucht haben, bedeutet: Sie kriegen nix wieder. Sie können einen Antrag auf Ausgleich aus der Insolvenzmasse stellen, irgendwann würden vielleicht zwei oder drei Prozent des Reisepreises zurückerstattet. Vielleicht. Stefanie Kramer kennt das Insolvenzrecht mittlerweile gut.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Mit Hilfe der Reisebüro-Profis wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt – vergeblich, bisher. Die gebuchten Flugtickets sind Makulatur, eine Rückerstattung gibt es nicht. Statt 500 Euro sollen neue Flugtickets zunächst 900 Euro kosten: Mit der Bekanntgabe der Insolvenz stiegen die Ticketpreise. Natürlich. Schreiben an (die nicht insolventen) Airlines, mit der Bitte um Entgegenkommen, Verständnis für die Situation – werden derzeit durch die Abteilungen gereicht. Die Sulinger kämpfen weiter, um Spenden und Sponsoren und: Man kann die Cheerleader für Auftritte buchen (Anfragen an cheerleading@tus-sulingen.de). „Die Flying Twisters fliegen nach Florida“, sagt Kramer bestimmt.

sis

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