Flüchtlingsinitiative und Stadt ziehen Bilanz / Unterkünfte und Paten gesucht

Dicht am Soll

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Bilanzgespräch im Sulinger Rathaus: Thekla Löchel und Heiner Gutschmidt (beide Flüchtlingsinitiative) mit Bürgermeister Dirk Rauschkolb, Astrid Ellmers und Hans-Rudolf Kalus (von links).

Sulingen - Vertreter der Flüchtlingsinitiative Sulingen und der Stadtverwaltung suchen händeringend Wohnraum zur Unterbringung und Paten zur Betreuung von Asylbewerbern, die in den kommenden Wochen und Monaten im Mittelzentrum eintreffen werden. Darauf wiesen am Mittwochmittag Thekla Löchel, Sprecherin der Flüchtlingsinitiative, und Bürgermeister Dirk Rauschkolb hin. Vertreter der Verwaltung und der ehrenamtlich organisierten Initiative stimmten die aktuelle Situation ab – und blickten in die Zukunft.

Laut Hans-Rudolf Kalus, Leiter des Fachbereiches Bürger und Soziales, habe die Stadt Sulingen seit August vergangenen Jahres 50 Asylbewerber aufgenommen, damit das aktuelle Soll von 125 nahezu erreicht.

Dirk Rauschkolb: „Wir gehen davon aus, dass die Soll-Zahlen im September nicht unwesentlich nach oben gehen.“

Das bedeutet? „Wir müssen uns dringend auf die Suche nach Wohnraum machen.“ Bisher hätten die Gäste, nach einer Übergangszeit in der Unterkunft an der Berliner Straße, problemlos untergebracht werden können; zum Teil in städtischen oder von der Stadt Sulingen angemieteten Immobilien. „Zum Teil auch in Wohnungen, die uns von Mitbürgern angeboten worden sind; auch über die Flüchtlingsinitiative.“

Der Bürgermeister ist mit der „Willkommens-Kultur“, die sich in Sulingen entwickelt hat, zufrieden. „Vor allem ist das auch das Verdienst der Mitwirkenden der Flüchtlingsinitiative“, sagt Rauschkolb, „und damit auch der Mitbürger, die Patenschaften für unsere Gäste übernommen haben oder in anderer Weise helfen. Bisher haben wir noch alles im Griff.“

Verwaltungsgmitarbeiterin Astrid Ellmers und Thekla Löchel steuern gemeinsam mit anderen Helfern den Einsatz der Paten.

Löchel weiß um die Anforderungen an die Unterkünfte für die Gäste der Stadt, favorisiert genauso wie Pate Heiner Gutschmidt eine dezentrale Unterbringung. „Je weniger Asylbewerber in einer Wohnung und an einem Ort, um so besser.“ Es gelte, einer möglichen Ghettoisierung entgegen zu wirken. Und: „Räume, in den etwa fünf Menschen wohnen, gilt es zu vermeiden, um auch Aggressionen zu verhindern.“ Optimal wären Unterkünfte mit Familienanschluss.

Laut Astrid Ellmers warten heute noch Asylbewerber auf ihre erste Anhörung, die 2014 ihren Antrag gestellt haben. Dirk Rauschkolb spricht von einem aktuellen Rückstau von 240000 Anträgen.

Umso wichtiger sei, sagt Thekla Löchel, den Flüchtlingen zu helfen, sich in Deutschland zurecht zu finden; etwa durch die Arbeit der Paten. „Die Gäste zu empfangen ist das eine. Danach geht die Arbeit erst richtig los.“ Gemeinsam mit Heiner Gutschmidt skizziert sie die Tätigkeiten, denen die Ehrenamtlichen nachgehen: Angefangen bei Behördengängen über Hilfen zur Sicherstellung der Grundversorgung bis hin zur Freizeitgestaltung. Löchel: „Interessant ist, mit welchen Vorstellungen die Gäste anreisen. Sie wollen sofort arbeiten, um Geld nach Hause zu schicken, möglichst schnell ihre Familien nachholen, morgen schon Deutsch können. Da gilt es, die Leute erst einmal bei Laune zu halten.“

Neben der Suche nach Wohnraum ist die Gewinnung zusätzlicher Paten und Helfer derzeit ein Hauptanliegen der Flüchtlingsinitiative. Heiner Gutschmidt: „Das ist nicht nur Aufgabe der Stadtverwaltung, sondern geht uns alle etwas an.“ Gesucht werden mit Blick auf die noch erwarteten Asylbewerber neben den eigentlichen Paten, die im Team die Betreuung einzelner Gruppen übernehmen, unter anderem Vereine, die bei der Freizeitgestaltung helfen, oder auch Lehrer, die beim Lernen unterstützen. Jeder könne sich einbringen, heißt es. Astrid Ellmers spricht von „Zeitspendern“.

Die Koordinationsfäden für die Betreuung der Asylbewerber laufen bei der Verwaltungsmitarbeiterin zusammen. Kontakt: Tel. 04271/8815 oder per E-Mail (astrid.ellmers@sulingen.de).

oti

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