Flüchtlingsinitiative: „Brauchen Hilfe mit sozialpädagogischem Hintergrund“

Forderung nach Hauptamt

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Die Angehörigen der Flüchtlingsinitiative Sulingen, Paten und Helfer, wollen ihre Strukturen optimieren – und formulierten während ihrer Zusammenkunft am Montag im Rathaus Forderungen.

Sulingen - Die Angehörigen der Flüchtlingsinitiative Sulingen, Paten und Helfer, wollen ihre Strukturen optimieren – und formulieren Forderungen. Christel Theis brachte am Montagabend beim Monatstreffen der Initiative im Rathaus das auf den Punkt, was das Gros der Mitstreiter mit Blick auf die bis Ende Januar zusätzlich im Mittelzentrum erwarteten Asylbewerber umzutreiben scheint: „Wir brauchen hauptamtliche Unterstützung.“ Wohl weniger durch Verwaltungskräfte, mehr durch Mitarbeiter mit sozialpädagogischem Hintergrund.

Heiner Gutschmidt: „Das Abarbeiten von Verwaltungsaufgaben ist der eine Ansatz, ein anderer, den ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuern, die viel Zeit und Engagement in die Arbeit stecken, einen Ratgeber und Koordinator zur Seite zu stellen. Wir brauchen professionelle Unterstützung.“

Bürgermeister Dirk Rauschkolb nahm das zur Kenntnis, zeigte Verständnis – ohne Zugeständnisse zu machen: „Nicht zuletzt durch das ehrenamtliche Engagement sind wir in der Flüchtlingsbetreuung weiter, als viele andere Kommunen in Niedersachsen.“ Dennoch: „Wir sind an einem Punkt angekommen, wo man reflektieren muss.“ Die Ankündigung des Bürgermeisters, den Fachbereich Bürgerservice und Soziales personell aufstocken und in puncto Flüchtlingsbetreuung umorganisieren zu wollen, nahmen die Helfer wohlwollend zur Kenntnis. Rauschkolb zur Forderung nach sozialpädagogischer Unterstützung und mit Blick auf die Haushaltssituation der Stadt Sulingen: „Da werden wir nach neuen Wegen suchen müssen.“

Die Diskussionen in der Flüchtlingsinitiative um eine Optimierung der Strukturen und die Forderung nach professioneller Unterstützung scheinen nicht neu zu sein.

Schon im September hatte Thekla Löchel, Sprecherin der Initiative, intern angekündigt, die Sprecherfunktion aufgeben und ins zweite Glied zurücktreten zu wollen. Eine Ankündigung, von der sie am Montag Abstand nahm; wohl auch wegen der anstehenden Optimierung der Strukturen.

Erst im März hatte die 44-Jährige die Sprecher-Funktion übernommen. Gemeinsam mit Astrid Ellmers, Koordinatorin seitens der Stadtverwaltung, und ihrer Stellvertreterin Petra Albers steht sie den aktuell neun Paten bei deren Arbeit zur Seite, ist Ansprechpartnerin für Dritte, hilft bei der Vermittlung von Geld- und Sachspenden. Thekla Löchel: „Neben der Pflege der Facebook- und Internetseiten gibt es täglich Anfragen zu beantworten; viel Verwaltungskram eben. Dass die Aufgabe mit Aufwand verbunden ist, war mir vorher klar – aber nicht in diesem Maße.“

Bürgermeister Rauschkolb: „In Sulingen ist viel gelaufen – und läuft auch immer noch gut. Doch langsam macht sich ein Zustand der Ernüchterung breit. Wir brauchen Strukturen, um einzelne ehrenamtliche Helfer nicht zu überlasten; müssen aber genauso nach weiteren Freiwilligen Ausschau halten.“

Susan Renzelmann hatte eingangs der Zusammenkunft mögliche Strukturen aufgezeigt, die den bisher von der Flüchtlingsinitiative eingeschlagenen Weg weiterführen: Neben den Paten setzt die Gruppe demnach zukünftig noch intensiver auf den Einsatz von Spezialisten, die den eigentlichen Flüchtlingsbetreuern beratend und helfend zur Seite stehen; etwa in den Bereichen Kinderbetreuung, Gesundheitswesen, Freizeit, Bildung und Beruf. Christien Tempel: „Es ist nicht so, dass wir bisher keine Struktur hatten. Es wird jetzt aber Zeit, dass sich auch jeder daran hält.“

oti

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