Auftritt in Sulingen am 6. April

Kabarettist Chin Meyer im Interview: „Je älter, desto teurer“

Kabarettist Chin Meyer gastiert am 6. April in Sulingen.

Sulingen - „Kennen Sie Ihren Marktvorteil? Ist es Geld? Oder Macht? Oder sind Sie einfach nur sexy?“ Das fragt Chin Meyer in seinem neuen Finanzkabarett-Programm am Freitag, 6. April, um 19.30 Uhr im Sulinger Stadttheater.

Mit diesem Programm richtet sich Chin Meyer aber nicht nur an die Mitarbeiter des Finanzamtes. Karten sind erhältlich beim Kulturverein Sulingen (Tel. 0 42 71 / 14 40), in allen Geschäftsstellen der Mediengruppe Kreiszeitung sowie online über die Homepage des Kulturvereins. Und wer ist Chin Meyer? Martina Kurth-Schumacher hat ihn interviewt.

Vor einem Jahr standen Sie mit „Klang-Razzia“ auf der Bühne im Stadttheater. Haben Sie Erinnerungen an diesen Auftritt?

Chin Meyer: Oh ja! Es war ein fulminanter Abend, den wir sehr genossen haben. Besonders die Standing Ovations.

Welche Spielstätten sind Ihnen lieber? Die großen oder die kleinen?

Chin Meyer: Mir sind gut gefüllte Spielstätten am allerliebsten. Es nutzt wenig, in einer Halle, die für 10.000 Besucher ausgelegt ist, vor 400 zu spielen. Da schon lieber in einer 400-er Halle vor 500 Leuten – so kommt die Bude zum Kochen.

Seit wann sind Sie im Geschäft? Wer hat Ihr Talent entdeckt?

Chin Meyer: Ich bin seit 20 Jahren „im Geschäft“. Vorher habe ich auch schon Geschäfte gemacht, aber halt andere... Die „Entdeckung“ verlief eher schleppend. Meinen Durchbruch und zum ersten Mal die Sicherheit, dass ich von meiner Berufung leben kann, hatte ich im Jahr 2000, als ich im Restaurant-Theater „Pomp, Duck & Circumstance“ die Rolle des „Steuerfahnders Siegmund von Treiber“ kreierte.

Sie haben schon als DJ, als Masseur, als Heilpraktiker, als Koch und als Musical-Sänger gearbeitet. Haben Sie als Finanzkabarettist der Nation jetzt Ihren Traumberuf gefunden?

Chin Meyer: Ja. Aber wer weiß, wohin sich dieser Traumberuf noch entwickelt...

Welchen Beruf hätten sich Ihre Eltern für Sie gewünscht?

Chin Meyer: Arzt. Oder Rechtsanwalt. Auf keinen Fall die „brotlosen Künste“, die ja dann doch wieder so brotlos gar nicht sind. Jedenfalls nicht, wenn man Glück hat und hart arbeitet.

Gibt es einen Kabarettisten, den Sie als ihr Vorbild nennen würden?

Chin Meyer: Da gibt es einige. Ich bewundere Volker Pispers, aber auch einige bei uns nicht so bekannte Engländer wie Stewart Lee oder John Oliver.

Sie haben sich auch als Buchautor einen Namen gemacht. Was hat mehr Unterhaltungswert? Das gesprochene oder das geschriebene Wort?

Chin Meyer: Nichts geht über das Live-Erlebnis! Außer in der U-Bahn, da ziehe ich das geschriebene Wort den gelegentlichen Live-Show-Überfällen vor.

Ihre Themen finden Sie in den Bereichen Finanzen und Wirtschaft. Das hört sich „trocken“ an!

Chin Meyer: Das werden Sie am Ende des Abends nicht mehr denken. Geld spielt schließlich in alle Lebensbereiche hinein. Es ist für mich das Einfallstor in die wirklich verrückte Welt der Macht, der Liebe und des Seins.

Greifen Sie als Steuerfahnder Siegmund von Treiber auf eigene Erfahrungen zurück?

Chin Meyer: Sie meinen, ob ich schon mal eine Fahndung miterlebt habe oder ihr „Opfer“ wurde? Nein, aber ich habe schon mal vor Finanzbeamten für Steuerstraftaten gespielt und war überrascht, dass sie überdurchschnittlich viele attraktive Damen in ihren Reihen hatten.

Ist ihr Programm in Stein gemeißelt, oder thematisieren Sie auch aktuelle politische und gesellschaftspolitische Themen?

Chin Meyer: Es wird regelmäßig aktualisiert. Durch das „charmante Einbeziehen des Publikums“ –  so neulich eine Zuschauerin in Hannover – und musikalische Improvisation stelle ich mich obendrein auf die lokalen Gegebenheiten ein.

Ihr Programm heißt „Macht. Geld. Sexy?“. Ist das mehr als eine schöne Wortspielerei?

Chin Meyer: Es ist vor allem eine Frage, und die Antwort lautet: Ja. Es gibt allerdings Unterschiede und eine Regel, die besagt: Je älter und je männlicher, desto teurer wird’s!

Übernachten Sie in Sulingen? Wollen Sie noch das Sulinger Nachtleben aufmischen?

Chin Meyer: Ja, ich übernachte in Sulingen. Mal gucken, was mir das berüchtigte Sulinger Nachtleben so bringt...

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