Fachfirma passiert die Nienburger Straße

Fernwärmeleitung: Maulwurfhand schafft Platz

Laut Vorarbeiter Karsten Weiden habe die Firma Nüsse für die Bohrung im Kreuzungsbereich Nienburger Straße und Parkstraße sowie „Am Stellwerk“ eine Horizontalbohranlage eingesetzt.

Sulingen - Mitte Juni hatten die Mitarbeiter der Firma Nüsse Kabel- und Rohrleitungsbau mit dem Verlegen der Fernwärmeleitung vom Blockheizkraftwerk im SUN-Park bis zur Straße „Am Deepenpool“ begonnen. Gestern passierten sie mit einer 160 Meter langen Bohrung von der Straße „Am Stellwerk“ bis in die Parkstraße mit das aufwendigste Etappenziel. Laut Matthias Wendland und Michael Hanke wollen die Arbeiter Ende August die Straße „Am Deepenpool“ erreicht haben. Wendland ist Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtentwicklungsgesellschaft. Hanke ist Geschäftsführer.

Neben zukünftiger Grundschule und Sporthalle sollen auch das Freizeitbad, die städtische Kindertagesstätte „Ratz und Rübe“, das DRK-Haus an der Südstraße sowie die zukünftige Wohnanlage von Bethel im Norden zwischen Südstraße und Promenadenweg mit Fernwärme aus dem SUN-Park versorgt werden.

Die knapp zwei Kilometer lange Trasse führt vom BHKW-Standort am nördlichen Rand des Unternehmenparks über die Straße „Am Stellwerk“ zur Nienburger Straße, weiter parallel zur Parkstraße bis zum Tunnel im Zuge der Linderner Straße und von dort aus über die Hindenburgstraße in den unbebauten Bereich rund um den Promenadenweg.

Konzipiert ist das Projekt von den Mitarbeitern der „IngenieurNetzwerk Energie eG“ mit Sitz in Oldenburg. Diplom-Ingenieur Georg Schätzl spricht von einem Rohr mit 280 Millimetern Durchmesser, das in einer Tiefe von fünf Metern verlegt wird. „In dem Rohr verlaufen zwei Leitungen mit Durchmessern von jeweils 88 Millimetern; wie bei einer Heizung.“ Bestückt sei das Rohr zusätzlich mit einem Widerstandsdraht, der der Meldung und Ortung möglicher Leckagen diene.

Laut Vorarbeiter Karsten Weiden habe die Firma Nüsse für die Bohrung im Kreuzungsbereich Nienburger Straße und Parkstraße sowie „Am Stellwerk“ eine Horizontalbohranlage eingesetzt. „Angefangen haben wir mit einer Pilotbohrung, dann quasi mit einer Maulwurfshand den Kanal auf einen Durchmesser von 420 Millimetern vergrößert, um am Ende das Rohr einzuziehen.“ Ursprünglich seien die Arbeiten zur Querung der Nienburger Straße für Montag geplant gewesen, mussten aber wegen eines Schadens am Sturz eines Schmutzwasserkanals in unmittelbarer Nachbarschaft der Trasse verschoben werden. „Sonst läuft alles ohne Probleme“, sagt Weiden.

Die 160 Meter lange Bohrung von der Straße „Am Stellwerk“ bis in die Parkstraße gilt als aufwendigstes Etappenziel. - Fotos: oti

Im Januar hatte Geschäftsführer Michael Hanke von 600 .000 bis 700.000 Euro gesprochen, die die Stadtentwicklungsgesellschaft in das Fernwärmeprojekt investiere. Einher mit der Maßnahme geht die Inbetriebnahme eines zusätzlichen Flex-BHKW im SUN-Park.

Den Ursprungsgedanken, im Bereich Promenadenweg ein Blockheizkraftwerk zu etablieren, hätten Geschäftsführung und Aufsichtsrat der 100-prozentigen Tochter der Stadt Sulingen nach der seit dem Jahr 2014 im Erneuerbare-Energien-Gesetz verankerten Flexibilisierung von Biogasanlagen verworfen. War bei Inbetriebnahme des aktuellen Blockheizkraftwerkes im nördlichen Teil des SUN-Parks im Jahr 2009 exakt festgelegt, wieviel Strom und wieviel Wärme aus dem von der Biogas GbR Nuttelmann gelieferten Brennstoff produziert wird, sieht die Flexibilisierung eine Förderung der Optimierung des Zusammenspiels vor. Ziel ist, mit weniger Betriebsstunden Wärme und Strom zu Spitzenzeiten besser auszulasten.

„Der Motor des bisherigen BHKW ist in die Jahre gekommen“, weiß Michael Hanke. Mit Blick auf die durch das EEG geförderte Flexibilisierung habe man sich auf eine Ausweitung der Leistung von bis dato 250 Kilowatt auf dann 550 Kilowatt entschieden. „Was nicht bedeutet, dass wir mehr Gas abnehmen“, so Hanke. Bisher waren von der Anlage die Immobilien auf dem Gelände des SUN-Parks und ein nahegelegenes Vier-Familien-Wohnhaus mit Wärme versorgt, der Strom in das Netz der Westnetz eingespeist worden. Der Geschäftsführer mit Blick auf die Flexibilisierung: „Wir hätten ohnehin investieren müssen. Durch die Förderung wird vieles einfacher.“

Hanke und Wendland sprechen von Investitionen in das neue BHKW in Höhe von 600 000 Euro. „Abzüglich der Zuschüsse haben wir für das Gesamtprojekt etwa 750 000 Euro aus eigener Tasche zu zahlen.“ 

oti

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