Was fehlt, ist ein Name

Unternehmensgruppe Gerdes und Landwehr projektiert eine Art „Mini-MVZ“

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„Ärztlich willkommen“ – heißt die Initiative der 26 Kommunen aus den Landkreisen Diepholz, Nienburg und Verden. Der Sulinger Unternehmer John-Henrik Landwehr nimmt selbst das Heft in die Hand.

Sulingen - „Was dem Kind noch fehlt, ist ein Name“, sagt John-Henrik Landwehr von der Unternehmensgruppe Gerdes und Landwehr. Die Gedanken, mit denen sich der Unternehmer seit gut zwei Jahren beschäftigt, stehen kurz vor der Umsetzung. Landwehr spricht von „einer Art Mini-MVZ“, das die Gruppe derzeit projektiert.

Es geht um eine Art Medizinisches Versorgungszentrum, mit dem Landwehr und Partner insbesondere jungen (Haus-)Ärzten die Ansiedlung am Standort Sulingen schmackhaft machen wollen, das aber auch Fachärzten eine Heimat bietet. Landwehr: „Im Prinzip geht es nur noch darum, die Rollen zu besetzen.“ Rollen, die die zukünftig handelnden Personen mitgestalten könnten.

Fünf Hausarzt-Sitze derzeit nicht vergeben

Derzeit suchen die Initiatoren Kontakt zu den niedergelassenen Ärzten, um sie frühzeitig in das Vorhaben mit einzubinden. Landwehr nennt Zahlen, spricht von 22 Hausarzt-Sitzen in der Region, von denen aktuell 17 besetzt sind. „Sieben der Ärzte sind 65 Jahre alt – oder älter.“ Nicht nur für den Unternehmer ein Warnsignal: „Wir wollen kein Denkmal: Es geht darum, Kräfte zu bündeln, um langfristig die medizinische Versorgung am Standort sicherzustellen. Es geht um den Patienten. Deswegen bringen wir uns in das Projekt ein.“

Landwehr will mit der Unternehmenstochter „casa“ verschiedene Mediziner unter einem Dach zusammenbringen: Ärzte, die in Sulingen bereits tätig sind, und im Verbund die Vermarktungschancen ihrer Praxen gesteigert sehen, aber auch Neueinsteiger, die „von Beginn an Teil eines zukunftsweisenden Konzeptes sein wollen“.

Jedem Mediziner das passende Konzept anbieten

Eines auf die Bedarfe der Ärzte zugeschnittenen Konzeptes: „Man kann sich einkaufen, einmieten, sich aber auch von der zukünftigen Betreibergesellschaft anstellen lassen. Wir schaffen verschiedene Beteiligungsformen unter einem Dach.“

Landwehr zitiert aus Studien, etwa der, die das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser den Kommunen im Rahmen der Kampagne „Hausärzte gewinnen“ an die Hand gegeben hat. Aktuell sind demnach Zweidrittel der Absolventen medizinischer Studiengänge weiblich. Entsprechend hoch sei der Anteil von Frauen unter den Berufsanfängern. „Viele Frauen scheuen den Schritt in die Selbstständigkeit“, weiß Landwehr. „Andere wollen die Selbstständigkeit erst nach einer Anstellung anstreben. Auch für die entwickeln wir Angebote.“

Zweigstelle bestehender Praxen denkbar

Platz schaffen will Landwehr in dem zukünftigen Konstrukt nicht nur für die Hausärzte. Er hat auch die Fachärzte im Visier. „Das will wachsen“, sagt der Unternehmer mit Blick auf die Anforderungen an die Vergabe von Facharztsitzen durch die Kassenärztliche Vereinigung.

Ein aus dem Berufsleben ausscheidender Facharzt könne sich überlegen, ob er den Sitz an einen Nachfolger oder das MVZ übergibt. „Aktuell arbeiten wir daran, einen Radiologen nach Sulingen zu holen; entweder eigenständig – oder mit einer Dependance.“ Das „Sitz-Sharing“, sprich die Bildung von Zweigstellen funktionierender Praxen, habe laut Landwehr ohnehin einen ganz besonderen Charme. „Vor allem, wenn man Entwicklungen vorantreiben will.“

Davon, wo der ehemalige Vorsitzende der Initiative Sulingen, das MVZ unterbringen will, hat er klare Vorstellungen.

Die größtmögliche Nähe zur Innenstadt ist für ihn ein Muss. „Damit auch die Nähe zur Klinik Sulingen. Und auch da sind wir bereits in erfolgversprechenden Gesprächen.“

oti

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