Nach Ausbruch in Familie

Corona-Infektionen in Sulingen: Weitere Grundschulklasse in Quarantäne

In Sulingen sind fünf Mitglieder einer Familie positiv auf Covid-19 getestet worden. In ihrem Umfeld bestätigten sich acht weitere Fälle. Möglicherweise lässt sich auch die Infektion eines weiteren Schülers mit den Vorfällen in Verbindung bringen.

  • Fünf von 14 Mitglieder einer Familie in Suligen mit Coronavirus infiziert.
  • Schulklassen der betroffenen Kinder vorsorglich unter Quarantäne gestellt.
  • Acht Tests im Umfeld der Familie am Donnerstag positiv.

Update, 18. September: Unter den aktuellen Corona-Neuinfektionen im Landkreis Diepholz ist auch ein Schulkind, das eine 3. Klasse der Grundschule Sulingen besucht. Die betroffene Schulklasse wurde ebenfalls unter Quarantäne gestellt und wird vorsorglich getestet, teilte der Landkreis mit. Eine Ansteckung hat vermutlich im familiären Umfeld stattgefunden. Ob ein kausaler Zusammenhang zum Infektionsgeschehen in einer Sulinger Großfamilie besteht, sei noch nicht abschließend geklärt.

Update vom 17. September: Die Untersuchung des direkten Umfelds der Familie aus Sulingen hat acht weitere Corona-Fälle bestätigt. Eine der positiv getesteten Personen besucht das Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup in Diepholz, ein weiteres infiziertes Kind aus diesem Umfeld besucht die 8. Klasse der Carl-Prüter-Schule in Sulingen. Vorsorglich wurden für die jeweiligen Klassen und ihre Lehrkräfte durch das Gesundheitsamt des Landkreises Diepholz Quarantänen und Testungen angeordnet.

Gesundheitsamt Diepholz ordnet 250 weitere Corona-Tests an

Bei zwei weiteren mit dem Coronavirus infizierten Schülern der Carl-Prüter-Schule sowie einer Lehrkraft, die auch an Ober- und Förderschule in Sulingen unterrichtet, kann ein kausaler Zusammenhang zur Familie kann bislang nicht bejaht werden.  Da es an der Oberschule gemäß Rahmen-Hygieneplan sporadische Überschneidungen der Klassen in den Jahrgangsverbänden gibt, werden nun vorsorglich alle Schülerinnen und Schüler der 7., 8. und 10. Klassen der Carl-Prüter-Schule sowie die Lehrkräfte der Ober- und der Förderschule in Sulingen getestet. Dieser Personenkreis umfasst rund 250 Kinder und Erwachsene. „Mit diesem breitangelegten, rein vorsorglich Vorgehen verschafft sich das Gesundheitsamt des Landkreises Diepholz einen Gesamtüberblick über das aktuelle Infektionsgeschehen“, erklärt Landrat Cord Bockhop.

Update vom 16. September: Infolge der fünf positiven Covid-19-Testergebnisse in einer Familie aus Sulingen wurden Dienstag und Mittwoch zahlreiche Abstriche aus dem schulischen Umfeld der infizierten Kinder genommen, teilte der Landkreis Diepholz mit. Alle bisher übermittelten Testergebnisse sind demnach negativ ausgefallen.

Eine Coronavirus-Infektion im Zusammenhang mit Sulinger Familie

Weitere Testergebnisse im Rahmen dieser Umgebungsuntersuchung werden für Donnerstag erwartet. Unter den drei Neuinfektionen, die der Landkreis Diepholz am Mittwoch meldet, ist auch eine weitere erwachsene Person, die laut Angaben des Landkreises in direktem Zusammenhang mit den fünf bestätigten Covid-19-Fällen in Sulingen steht.

Originalartikel vom 15. September: Fünf Personen einer Sulinger Familie sind am Montag positiv auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet worden. Ein Labor bestätigte die Covid-19-Fälle bei einer Erwachsenen und bei vier von fünf Kindern, heißt es in einer Meldung des Landkreises. Die übrigen Familienmitglieder wiesen demnach negative Testergebnisse auf.

Insgesamt leben 14 Personen in dem Mehrgenerationen-Haushalt, heißt es weiter. Die positiv getesteten Kinder besuchen Klassen der Grundschule Sulingen sowie der Carl-Prüter-Schule in Sulingen. Die Klassen und Lehrkräfte der positiv getesteten Schülerinnen und Schüler seien vom Gesundheitsamt des Landkreises Diepholz vorsorglich unter Quarantäne gestellt worden. Insgesamt wurde präventiv für 93 Schülerinnen und Schüler, 15 Lehrkräfte und eine weitere Person aus dem schulischen Umfeld eine häusliche Absonderung angeordnet, teilte der Landkreis weiter mit. Unterricht findet in Quarantäne-Fällen online statt, betroffene Lehrer arbeiten in der Zeit unterstützend im Home-Office.

Schulbus-Verkehr offenbar nicht von Coronavirus-Infektion betroffen

„Dank des guten Hygienemanagements der Schulen und der strikten Umsetzung des Rahmen-Hygieneplans haben die betroffenen Kinder im Schulbetrieb in gleichbleibenden Gruppen agiert, die nicht untereinander vermischt wurden“, sagt Landrat Cord Bockhop laut einer Pressemeldung. Die festen Schülergruppen und ihre Lehrkräfte würden nun auf Covid-19 getestet. Darüber hinaus könne bei gesundheitlichen Beschwerden auch der jeweilige Hausarzt zunächst telefonisch kontaktiert werden.

In Sulingen wurden mehrere Klassen unter Quarantäne gestellt, da sich mehrere Kinder einer Familie mit dem Coronavirus infiziert haben. (Symbolbild)

Da die betroffene Familie nah der Schulen zu Hause sei, gebe es keine Hinweise darauf, dass die Kinder sich im Schulbus-Verkehr angesteckt hätten oder ihrerseits andere Schüler infiziert hätten, heißt es weiter.

DRK unterstützt Gesundheitsamt mit mehreren Testteams

Die Corona-Tests der betroffenen Klassen erfolgen durch das Gesundheitsamt des Landkreises Diepholz in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), heißt es. Die Zusammenarbeit mit dem DRK habe sich während der Corona-Pandemie bereits mehrfach als sehr professionell und verlässlich erwiesen. Bereits in den vergangenen Tagen habe das DRK das Gesundheitsamt mit drei mobilen Testteams unterstützt. Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung ist ein weiteres mobiles Team bereits in Planung, heißt es abschließend.

Das Corona-Vorgehen des Landkreises orientiere sich seit Monaten an den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes unter Berücksichtigung der Strukturen und Prozesse vor Ort, ergänzt Landrat-Sprecherin Mareike Rein. „Die stabil niedrigen Infektionszahlen bestätigen das Vorgehen, das in diesen wie auch in allen anderen Fällen Anwendung findet.

In der Klasse 4a der Grundschule Sulingen können Schüler nun Faceshields tragen.

Für alle Schüler, die vom Präsenzunterricht ausgeschlossen seien, gebe es Unterrichtsangebote online, sagt Bianca Trogisch, Pressesprecherin der Niedersächsischen Landesschulbehörde. Die Lehrkräfte in Quarantäne seien, soweit sie nicht krankgeschrieben sind, im Homeoffice tätig, um so ihre Kollegen zu unterstützen. „Sollten die zur Verfügung stehenden Lehrkräfte für einen Präsenzunterricht der in der Schule befindlichen Lerngruppen nicht ausreichen, kann die Schule dieses beispielsweise durch vorübergehende Mehrarbeit der anwesenden Kolleginnen und Kollegen ausgleichen oder bei Bedarf Unterricht der Jahrgänge 7 bis 13 teilweise ins häusliche Lernen verlagern.“

Das Feedback aus den Schulen sei bisher positiv. „Die Hygienepläne werden erfolgreich umgesetzt durch die Schulen, die Schülerschaft zieht mit. Das Kultusministerium überprüft dessen unbenommen regelmäßig mit dem Gesundheitsministerium und dem Landesgesundheitsamt die Gesamtlage.“

Grundschule Sulingen profitiert von Spende

Am Montagmorgen war Heiko Reese, Schulleiter der Grundschule Sulingen, noch zuversichtlich: „Man muss die Regeln verinnerlichen, aber das bereitet keine großen Probleme, die Kinder nehmen das sehr ernst.“ Ein wichtiger Bestandteil der Regeln sei das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung außerhalb der Klassenräume für Schüler und Lehrkräfte. Für Kinder, die ihre Maske zu Hause vergessen hätten, habe die Schule Corona-Ersatzmasken. Proteste dagegen habe es kaum gegeben – „es waren zwei, vielleicht drei Fälle, das ist nicht einmal ein Prozent der Schüler“, so Reese. Inzwischen gebe es ja auch aus dem Kultusministerium eine klare Anweisung, die Masken zu tragen.

Zusätzlich verfügt die Schule nun über sogenannte „Face Shields“ – durchsichtige Gesichtsvisiere aus Kunststoff, die mittels eines Kopfbandes getragen werden. Sie stammen aus einer Spende des Kölner Kunststoffherstellers „Igus“, dessen Mitarbeiter Constantin Weiß als gebürtiger Sulinger den Kontakt herstellte.

Im Landkreis Diepholz sind - Stand Dienstag - 14 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden und akut an Covid-19 erkrankt. Insgesamt verzeichnet der Landkreis mit drei Neuinfektionen am Dienstag aktuell 600 bestätigte Covid-19-Fälle. Somit beläuft sich der Inzidenzwert der vergangenen sieben Tage laut Landkreis-Angaben pro 100.000 Einwohner auf 6,46 - und damit weit unter der kritischen Marke von 50.

558 Personen seit Beginn der Corona-Pandemie im Landkreis Diepholz genesen

558 Personen, bei denen das Coronavirus nachgewiesen wurde, konnten bis einschließlich Dienstagmittag genesen aus der Quarantäne entlassen werden. 28 Personen sind seit Beginn der Pandemie in Zusammenhang mit Covid-19 verstorben.

Aktuell befanden sich Dienstag 212 Personen im Landkreis Diepholz in Corona-Quarantäne. Dazu zählen sowohl alle bestätigten Fälle als auch die ermittelten Kontaktpersonen mit erhöhtem Infektionsrisiko und Reiserückkehrer aus Risikogebieten, deren Testergebnis noch aussteht. In den Kliniken des Landkreises Diepholz wurden am Dienstag zwei Patienten mit einem Corona-Verdacht stationär behandelt. (kom/hab)

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa

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