Familiäres, nicht-kommerzielle Resonator-Festival hat einen guten Namen

Zeit für „Diddi woa diddi“

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Kosta Brane aus Slowenien beschloss das Resonator-Festival 2015 mit „Gute-Laune-Blues“ zum Mitsingen.

Sulingen - Die Bühnenkünstler sind tiefenentspannt, das Publikum ist gut drauf. Die perfekte musikalische Allianz von Lebensfreude und Weltschmerz sorgt im stetigen Wechsel für Muskelzucken in den Tanzbeinen, wohlige Gänsehaut und mitunter Tränen in den Augen: Das 16. Resonator-Festival hat alles, was Freunde des Blues brauchen.

Schon am Freitag freuten sich „Schimmel-Wirt“ Willi Bründl und Mitorganisator Jens Bokelmann über volles Haus und gute Stimmung.

Den Auftakt machte Greyhound George, einer der ungekrönten Stars der Szene. Er gehört zu den handverlesenen Musikern, die im Februar zum Konzert in Memphis/Tennessee, der Urstätte des Blues spielen dürfen. Die „Resowoodz“ (Hannover) – spontan verstärkt durch Tuba-Tim – und die „BluesTones” aus Düsseldorf (Guiseppe Giaquinto, Manni Kremers, Christine Iyoha und Elmar Stolley) entlockten ihren Instrumenten den unverwechselbaren Reso-Sound. Unter die Haut ging das Konzert von Grey Wolf alias Pit Kyas und Alex Wurlitzer, die mit Stimme und Instrumenten Folk-, Blues- und Country-Klänge in die Nacht trugen.

Die Konservenjungs aus Sulingen um Lutz Sauer, einem der Mitbegründer des Festivals, brachten das Publikum am Samstag als Opener in Schwung. „Sind hier Leute, die keine Lust haben mitzusingen?“, fragte Sauer und verpflichtete die Zuhörer als Background-Chor. Ohne Umschweife ließ sich die Fangemeinde zum kollektiven „Diddi woa diddi“ hinreißen. Konzentriert und in sich versunken entlockte Bad Temper Joe aus Bielefeld, eines der größten Nachwuchstalente der Szene, seiner Lap-Slide-Gitarre herzzerreißende und gefühlvolle Klänge.

Tanzbarer Blues mit Anleihen aus Rock, Country und südamerikanischem Tango ist das Markenzeichen von Sven-Ole Lüthke & Crazy Jivin‘ JJ, die das Publikum mit ihrem authentisch-sympathischen Auftritt aus der Reserve lockten. Den Abschluss machte Stammgast Kosta Brane aus Slowenien mit „Gute-Laune-Blues“ zum Mitsingen

Das Festival in Sulingen sucht deutschlandweit seinesgleichen. Musikliebhaber aller Generationen feiern mit, manche Besucher nehmen weite Wege in Kauf. „Auch die Künstler sind gern hier“, erklärt Jens Bokelmann. Das familiäre Ambiente kommt an, der Kontakt der Musiker untereinander ist eine wichtige Komponente. Die spontane musikalische Verstärkung aus den Reihen der Zuschauer und den anderen Bands ist nie ausgeschlossen – auch das ist Programm.

Dass die Künstler für Unterkunft, Verpflegung und Fahrtkosten spielen, spricht für sich. Das familiäre, nicht-kommerzielle Festival hat einen guten Namen. Trotz der großzügigen Unterstützung von Sponsoren und Kleinspenden der Besucher bleibt die Veranstaltung ein Vabanquespiel. Bokelmann: „Wir hoffen jedes Mal, dass wir über die Runden kommen und nicht an eigene finanzielle Reserven gehen müssen.“

mks

Resonator-Festival in Sulingen am Samstag

Resonator-Festival in Sulingen am Freitag

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