Ein Jahr Landesbuslinien in Sulingen: Ein Fazit ist coronabedingt schwierig

Fahrgastzahlen bleiben hinter Erwartungen zurück

Die Linien 123 und 137 zählen zu den drei Landesbuslinien, die sich seit mehr als einem Jahr in Sulingen kreuzen.
+
Die Linien 123 und 137 zählen zu den drei Landesbuslinien, die sich seit mehr als einem Jahr in Sulingen kreuzen.

Sulingen – Seit etwas mehr als einem Jahr ist Sulingen Knotenpunkt dreier Landesbuslinien – der Linie 123 nach Bassum, der Linie 137 nach Diepholz und der Linie 138 nach Nienburg. Zeit für einen ersten Überblick: Wie wird das erweiterte Verbindungsangebot angenommen?

Die drei Landesbuslinien seien leider, genau wie alle Regionalbuslinien des Verkehrsverbundes Bremen und Niedersachsen (VBN), von der Corona-Pandemie beeinflusst, sagt Franka von Seck, Ansprechpartnerin für den Landkreis Diepholz beim Zweckverband. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist ein Zwischenfazit über den Erfolg dieser Linien daher mit erhöhten Unsicherheiten behaftet.“ Die mit der Einstufung als Landesbuslinie verbundenen Leistungsverbesserungen seien auf der Linie 137 bereits im August 2019 umgesetzt worden, während sie für die Linien 123 und 138 erst im Dezember 2019 realisiert worden seien. „Da die drei Linien über ein unterschiedliches verkehrliches Ausgangsniveau verfügten, waren die für die Erfüllung der Förderrichtlinien einer Landesbuslinie notwendigen Angebotsausweitungen sehr unterschiedlich.“ So habe beispielsweise auf der Linie 123 zur Erfüllung der Anforderungen das Angebot an Fahrten von Montag bis Freitag lediglich um fünf Prozent ausgeweitet werden müssen, bei der Linie 137 dagegen um etwa 40 Prozent und bei der 138 um etwa 26 Prozent. „Bei solch unterschiedlichen Angebotsverbesserungen sind auch die Erwartungen an die Fahrgastentwicklung entsprechend differenziert.“

Zusätzlich würden die Erwartungen auch von den Potenzialen der jeweiligen Einzugsgebiete bestimmt, was sich nicht zuletzt in der Fahrgaststruktur widerspiegele. Die 137 und 138 würden mehr von Schülern und Auszubildenden genutzt als die 123. Das sowie die massive Ausweitung des Angebots hätten in Zeiten der Pandemie die Fahrgastzahlen entsprechend abgefedert, weswegen die 137 und die 138 das Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 mit einem etwas geringeren Fahrgastrückgang als die 123 beendeten. „Hinter den ursprünglichen Erwartungen bleiben jedoch alle drei Linien zurück.“ Für den Zeitraum von Montag bis Freitag zeige sich im Vergleich des vierten Quartals 2020 mit dem vierten Quartal 2019 eine Lücke von circa 25 Prozent.

An Samstagen sei das Angebot der drei Linien mehr als verdoppelt und für die 137 sogar um das Zweieinhalbfache ausgebaut worden. „Die gegenwärtigen Fahrgastzahlen zeigen für die Linien 123 sowie 137 eine starke Abweichung von den ursprünglichen Erwartungen am Wochenende.“ Die 138 schlage sich etwas besser, aber auch hier bleibe die Entwicklung um etwa 20 Prozent hinter den ursprünglichen Prognosen zurück. „Voraussichtlich auf das sehr eingeschränkte kulturelle und soziale Leben in Zeiten der Pandemie“ führt von Seck diese Entwicklung zurück.

Daraus würden derzeit aber noch keine Schlüsse gezogen, denn „zum jetzigen Zeitpunkt eine verlässliche Aussage hinsichtlich der Attraktivität der einzelnen Linien zu treffen, erscheint aufgrund der nachweisbaren Auswirkungen der Pandemie auf das Fahrgastaufkommen als verfrüht.“ Das Fahrgastaufkommen je Fahrt sei auf allen drei Linien ähnlich, „Wenn man zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Aussage wagen sollte, dann gegebenenfalls, dass für die 137 zur besseren Auslastung am Wochenende eine Strategie der Fahrgastgewinnung benötigt würde.“

Aufgrund der spürbaren Auswirkungen der Pandemie auf die Fahrgastnachfrage und der daraus resultierenden Unsicherheiten in der Bewertung des Angebotes sei es gegenwärtig zu früh über Optimierungen zu sprechen; um die Linien einigermaßen gesichert bewerten zu können, wären durchgängig, ohne ein Auf und Ab von Lockdown-Phasen, mindestens acht, besser zwölf Monate einer von äußeren Einflüssen freien Nachfrageentwicklung nötig. „Aus jetziger Sicht wäre eine solche Einschätzung für diese Linien, welche de facto keinen solch ungestörten Zustand seit Betriebsaufnahme hatten, frühestens Ende 2021 gesichert möglich“, schätzt von Seck.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Kremlgegner Nawalny in Moskau festgenommen

Kremlgegner Nawalny in Moskau festgenommen

Biathlon in Oberhof: Die Bilder zu den Weltcups in Deutschland

Biathlon in Oberhof: Die Bilder zu den Weltcups in Deutschland

Laschet zum neuen CDU-Vorsitzenden gewählt

Laschet zum neuen CDU-Vorsitzenden gewählt

Leipzig verpasst Tabellenspitze - BVB strauchelt gegen Mainz

Leipzig verpasst Tabellenspitze - BVB strauchelt gegen Mainz

Meistgelesene Artikel

Euronics-Markt ist nicht gleich Euronics-Markt

Euronics-Markt ist nicht gleich Euronics-Markt

Euronics-Markt ist nicht gleich Euronics-Markt
Seniorin aus Weyhe stirbt nach Corona-Impfung: Entwarnung nach der Obduktion

Seniorin aus Weyhe stirbt nach Corona-Impfung: Entwarnung nach der Obduktion

Seniorin aus Weyhe stirbt nach Corona-Impfung: Entwarnung nach der Obduktion
Erst einmal um die ganze Welt – und dann zur Justiz

Erst einmal um die ganze Welt – und dann zur Justiz

Erst einmal um die ganze Welt – und dann zur Justiz

Kommentare