Grünes Licht – mit Zögern

Fachausschuss will Möbelkaufhaus „Hin und weg“ mit Zuschuss stützen

Sulingen - Zögerlich, aber immerhin: Die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Schule und Jugend des Rates der Stadt Sulingen folgten Dienstagabend dem Antrag der SPD-Fraktion im Rat, die Arbeit des Möbelkaufhauses „Hin und weg“ von Bethel im Norden mit einem jährlichen Mietkostenzuschuss in Höhe von bis zu 10 000 Euro zu unterstützen; vorausgesetzt, Landkreis Diepholz und die Samtgemeinden Kirchdorf, Schwaförden und Siedenburg beteiligen sich an dem Zuschuss. Entsprechende Gespräche beziehungsweise Beratungen stehen noch aus.

Vier Ausschussmitglieder empfahlen dem Verwaltungsausschuss, dem Begehr der SPD-Fraktion zu folgen. Die Ratsmitglieder Dörte Knake (Gruppe FDP / Bürger erreichen) sowie Oliver Böhm und Patrick Bade (beide CDU-Fraktion) enthielten sich im Beisein von Eva Kurth und Andreas Schünemann der Stimmen. Sprecherin Eva Kurth hatte mit den Mitgliedern des Senioren- und Behindertenbeirates mittels Unterschriftenaktion ihrer Forderung nach Erhalt der Einrichtung Nachdruck verliehen, Andreas Schünemann mittels Online-Petition.

Ursprünglich hatte die Geschäftsführung von Bethel im Norden Anfang dieses Jahres entschieden, mit Ablauf des Monats April das Möbelkaufhaus zu schließen, dann, nach Bekanntwerden der Meinungsbildung in der Öffentlichkeit, mitgeteilt, den Betrieb vorerst weiter aufrecht zu halten (wir berichteten).

Einschränken wird sich „Bethel“ nach Unternehmensangaben vorerst in den Bereichen, die den Einsatz von pädagogischen Mitarbeitern erfordern.

SPD: Umlandkommunen mit einbeziehen

Elisabeth Wamhoff am Dienstag in öffentlicher Sitzung für die SPD-Fraktion: „Wir halten es für wünschenswert, dass so etwas in unserer Stadt fortgeführt wird; nicht nur wegen der Dienstleistungen, die durch das Kaufhaus angeboten werden, sondern vor allem auch wegen der Bemühungen der Mitarbeiter von ‚Bethel‘, vom Weg abgekommenen Menschen durch tagesstrukturierende Maßnahmen wieder Orientierung zu geben.“

Das Ansinnen der Sozialdemokraten, die Umlandkommunen mit in die Förderung einzubeziehen, sei aus dem Wunsch heraus entstanden, die Gemeinschaft des Sulinger Landes tatsächlich auch zu leben. Nicht nur die Stadt Sulingen, sondern genauso die Samtgemeinden Kirchdorf, Schwaförden und Siedenburg würden von den Angeboten des Kaufhauses profitieren. Der Landkreis müsse als Motor der Gründung des Kaufhauses im Jahr 2014 in die Überlegungen mit eingebunden werden. 2016 hatte sich der Kreis aus der Förderung zurückgezogen. Seitdem trägt „Bethel“ das Defizit alleine.

Keine konkreten Zahlen zum Defizit

Tammo Schulze (Freie Wähler Sulingen) und Hermann Schröder (Die Grünen / Die Partei) hinterfragten nicht nur die Berechnung für den möglichen Mietkostenzuschuss, sondern auch die tatsächliche Bedürftigkeit von „Bethel“. Wamhoff zur Höhe des Mietkostenzuschusses: „Wir sprechen über einen Anerkennungsbetrag.“ Die Frage nach der Höhe des Defizits blieb im Raum stehen. Schulze: „Ich finde das schon merkwürdig.“

Zahlen forderten genauso Patrick Bade und Oliver Böhm ein, etwa zu Mitarbeiter- und Beschäftigtenzahlen. Böhm: „Insgesamt ist das in Ordnung. Ohne konkrete Zahlen störe ich mich aber an dem Antrag.“ Laut Dörte Knake seien Rat und Verwaltung mit Blick auf die Haushaltssituation verpflichtet, derartige Anträge zu prüfen. - oti

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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