Experte gibt „Trainertipps“ für Firmen

Sprenger: „Erfolg ist nicht planbar“

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Laut Dr. Reinhard K. Sprenger können Unternehmen nur erfolgreich sein, wenn sie ihren Mitarbeitern Freiräume lassen.

Sulingen - „Fußball ist ein wunderbares Modell dafür, dass nichts sicher, aber alles möglich ist“, sagte Dr. Reinhard K. Sprenger. „Was Manager vom Fußballsport lernen können“ beleuchtete er als Gastredner des zehnten Wissensforums, das die Seitz-Stiftung am Freitagabend in Kooperation mit der Initiative Sulingen im Stadttheater ausrichtete. Der prominente Redner – provokant, unbequem, aber erfolgreich – gilt als Managementvordenker und profiliertester Führungsexperte Deutschlands.

In seinen Analogien machte Sprenger bildhaft klar, was Erfolgsrezepte ausmacht. Der Faktor „Glück“ spiele eine entscheidende Rolle auf dem Weg in die nächsthöhere Spielklasse – nicht nur in der Fußballwelt: „Erfolg ist nicht planbar und das, was in der Vergangenheit funktionierte, ist nicht zwangsläufig ein Modell für die Zukunft.“

Der größte Fehler sei personenzentrisches Denken. Läuft es im Fußball nicht, „fliegt“ in 18 Prozent der Fälle der Trainer. Falsch, sagt Sprenger und zitiert Fußballtrainer-Legende Giovanni Trapattoni: „Ein guter Trainer kann eine Mannschaft um zehn Prozent verbessern; ein schlechter macht sie 50 Prozent schlechter.“ Es gehe auch nicht darum, „schlechte“ Spieler loszuwerden, sondern zum Team „passende“ zu verpflichten: „Ob sie Zweikämpfe gewinnen, ist nachrangig: Sie müssen Viererkette spielen können!“

Analog dazu könnten Unternehmen nur erfolgreich sein, wenn sie ihren Mitarbeitern Freiräume lassen. Sprenger: „Vertrauen in ihre Fähigkeiten fördert ihre Kreativität und die Eigenmotivation.“ Eine Absage erteilte er Motivierungsversuchen und Zielsetzungen durch Arbeitgeber: „Kümmern sie sich um die Menschen, dann kümmern sich die Ziele um sich selbst.“ Eine Geschäftstätigkeit ohne Profit sei undenkbar, Arbeiten ohne Lebensfreude aber noch weniger: „Keine Mannschaft, die nur auf die Anzeigetafel schaut, hat jemals ein Spiel gewonnen.“

Sprengers Rat an die jungen Besucher im Forum: „Die Wahl des Spielfeldes ist ebenso wichtig wie Talent und Leistungsfähigkeit. Suchen sie sich einen Rasen, wo sie für das, was sie können, ein Lächeln bekommen, sonst kommen sie nicht aus der Mittelmäßigkeit heraus.“

Im Anschluss an das Referat vertiefte Sportredakteur Björn Knips (Mediengruppe Kreiszeitung) das Thema mit Dr. Reinhard K. Sprenger, dem ehemaligen „Werder-Boss“ Jürgen L. Born und dem Unternehmer Friedrich Schilling, Präsident des BSV Rehden, im Rahmen einer Podiumsdiskussion.

John-Henrik Landwehr, Vorsitzender der Initiative Sulingen, hatte Unternehmer und Politiker aus Sulingen und dem Umland zu der Traditionsveranstaltung begrüßt. Das Thema treffe den Zeitgeist, betonte er. Mehr denn je gelte es, den eigenen Blickwinkel zu verändern und zu erweitern. Manfred Heckert, Kuratoriumsvorsitzender der Seitz-Stiftung, unterstrich das Anliegen der Initiatoren: „Das Wissensforum ist ein Beitrag dazu, dass wir im Gespräch bleiben und Kontakte knüpfen. Also: Reden wir miteinander.“

mks

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