Erstmals „Kreativtag“ am Gymnasium für besonders begabte Grundschüler

Aus Spaß wird Kunst

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Dem drei Stunden zuvor gegründeten Orchester gelingen die Darbietungen prima.

Sulingen - Zum „Showdown“ des Kreativtages am Gymnasium für besonders begabte und interessierte Kinder aus den Grundschulen in Sulingen, Siedenburg und Scholen schleppen die Teilnehmer des Orchesterworkshops Instrumente aus dem zweiten Stock ins Erdgeschoss. Die des Kunstworkshops tragen vorsichtig frisch Gemaltes in den Doppel-Klassenraum, damit die Farbe nicht verläuft. Die Theatergruppe baut mit Papp-Steuerrad und ovalem Stuhlkreis ein Schiff als Requisite. Und für den Chorworkshop stellt Liga Kravale-Michelson fest: „Wir haben unser Instrument immer mit.“

Rund 80 Schülerinnen und Schüler (zwei Drittel aus den Grundschulen und Gymnasiasten, die auch ein wenig die „Mentoren-Rolle“ übernehmen) sind am Donnerstag bei dieser Premiere dabei: Zwar fördert das Gymnasium im Kooperationsverbund Hochbegabung seit mehr als zehn Jahren Grundschüler aus der Region mit Angeboten in allen Fachschaften, aber eine solche Veranstaltung im musisch-künstlerisch-sprachlichen Profil gibt es erstmals. Und künftig jährlich, kündigt Verbundkoordinator Marc-Stefan Thews an: „Wir haben schon jetzt positive Resonanz von den Grundschulkollegien bekommen.“

Der Kreativtag wird zum farbenfrohen Kunstwerk.

Thews hat „Funky Japanese“ und „Morgenstimmung“ für das Orchester ausgewählt – und als Kür mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad Céline Dions „My Heart Will Go On“. Pia und Carlotta (beide 10) von der Grundschule Siedenburg am Keyboard macht der Workshop Spaß. „Das letzte Lied ist ein bisschen schwer“, sagt Pia. Carlotta hat einen leichten Vorteil, „ich habe es im Klavierunterricht schon mal gespielt.“ Das erst drei Stunden zuvor gegründete Ensemble schlägt sich bei der Präsentation, die von der Video-AG aufgezeichnet und für die Eltern auf DVD gebrannt wird, prima – und geht auch beim „Titanic“-Song nicht unter. Ans rettende Ufer gelangt ein brennendes Schiff in Theodor Fontanes Ballade „John Maynard“. Dagmar Gerding und Claudia Schröder haben sie mit den Theaterworkshop-Teilnehmern in Szene gesetzt: Sie zeigen Entsetzen und Angst der Passagiere, Erleichterung, dass sie durch den tapferen Einsatz von Steuermann John Maynard mit dem Leben davon kommen, Dankbarkeit – und Trauer, bei der Beerdigung des tragischen Helden. Das „Kreative Chaos“ bringt die Gruppe von Dr. Lothar Knatz im Kunstworkshop in zwei Gemälden zum Ausdruck, die Gruppe von Susanne Reinecke hat den Kreativtag buchstäblich plakativ verewigt. „Ich hoffe, dass uns der Mut nicht verlässt und ihr uns hören könnt“, wünscht sich Liga Kravale-Michelson. Kein Problem, die Sängerinnen und Sänger nutzen das Instrument, das sie „immer mit haben“, energievoll und gekonnt für drei Lieder. Darunter der gut zu allen Workshops passende Titel der Sportfreunde Stiller: „Applaus, Applaus“.

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