Tipps der Verkehrssicherheitsbeauftragten Lena Steinbrecher

Für Erstklässler wirds auch im Straßenverkehr ernst

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Die gelben „Fußabdrücke“ sollen Kinder in Nähe der neuen Grundschule zu den sichersten Straßenquerungsmöglichkeiten leiten; von links: Rektor Heiko Reese, Birgit Dullin und Nicole Kossinna (Stadtverwaltung), Sonja Fehrs und Lena Steinbrecher (Polizei).

Sulingen – Graffiti sprühen und die Polizei schaut wohlwollend zu? „Ich will auch mal.“ Rektor Heiko Reese greift zu Spraydose und Schablone und setzt ein Paar gelbe „Fußabdrücke“ auf den Gehweg.

Seines Wissens ist es viele Jahre her, dass in Sulingen im Rahmen der Kampagne „Kleine Füße – sicherer Schulweg“, die unter anderem von Niedersächsischen Ministerien, der Landesverkehrswacht, dem Landeselternrat und Gemeinde-Unfallversicherungsverbänden initiiert wurde, diese Markierungen gesetzt wurden. Sie sollen vor allem Schulanfängern helfen, die sicherste Stelle zu finden, um die Straße zu überqueren. „Eine gute Sache – und jetzt, wo wir am neuen Schulstandort loslegen, besonders sinnvoll.“

Reese ist am Mittwochmorgen mit Nicole Kossinna vom Fachbereich Bauen, Ordnung und Verkehr der Sulinger Stadtverwaltung, Birgit Dullin, Leiterin des Fachbereiches Allgemeines und Soziales sowie Lena Steinbrecher, Verkehrssicherheitsbeauftragte der Polizeiinspektion Diepholz und ihrer Kollegin Sonja Fehrs vom Polizeikommissariat Sulingen unterwegs. 

An fünf kritischen Punkten setzen sie die „Fußabdrücke“, „damit Kinder nicht querfeldein über die Straße gehen, sondern die Querungshilfen nutzen, die sicher sind“, erläutert Lena Steinbrecher. An vielen Schulen gebe es darüber hinaus einen Schulwegplan für die Eltern, der einen größeren Bereich abdeckt. Der wird für den neuen Sulinger Grundschulstandort noch erstellt, kündigt Heiko Reese an: „Wir müssen jetzt erst mal gucken, welche Wege die Eltern und Kinder nehmen – der Promenadenweg und ,Am Deepenpool‘ zählen sicher dazu, aber auf manche kritische Stelle im Stadtgebiet kommt man vielleicht erst, wenn der Schulbetrieb läuft.“

Mit dem Schulanfang beginnt für Erstklässler auch im Straßenverkehr, an dem viele zum ersten Mal aktiv, regelmäßig und eigenständig teilnehmen, der Ernst des Lebens. Lena Steinbrecher hat Tipps für Eltern zusammengestellt:

Schulweg zu Fuß

Planen Sie im Vorfeld den Schulweg für ihr Kind – der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste. Es ist unerlässlich, den Weg mit dem Kind zu üben und es auf Gefahrenstellen (wie hohes Verkehrsaufkommen, schlechte Sicht durch Hecken) und Risiken hinweisen. Das Kind sollte auch längere Zeit nach dem Schulanfang noch begleitet und, zumindest anfangs, an die Hand genommen werden und auf der straßenabgewandten Seite gehen. 

Auch scheinbar sichere Querungshilfen wie Zebrastreifen und Ampeln müssen erklärt werden. Verhalten sie sich als Eltern als Vorbild und gehen mit gutem Beispiel voran. Gerade in der dunklen Jahreszeit sollte darauf geachtet werden, dass das Kind „gut sichtbar“ ist, mit Reflektoren an der Kleidung und am Schulranzen oder auch Sicherheitswesten.

Schulweg im Auto

Kinder sollten möglichst nur in Ausnahmefällen mit dem Auto zur Schule gefahren werden (mit entsprechendem Kindersitz und angeschnallt), um einerseits ihre Selbstständigkeit zu fördern, andererseits die erheblichen Gefahren durch „Elterntaxis“ vor den Schulen zu vermeiden: Durch das Wenden und Rangieren im unmittelbaren Umfeld der Schule werden zu Fuß laufende und auch aussteigende Kinder gefährdet. 

Es ist sinnvoller, die Kinder ein kleines Stück entfernt ein- und aussteigen zu lassen. Auch dabei ist darauf zu achten, nur dort zu halten, wo es auch erlaubt ist. Das Kind sollte zur Gehwegseite aussteigen und der Anfahrtsweg so gewählt werden, dass das Kind nicht über die Straße laufen muss.

Schulweg per Bus

Auch Kinder, die mit dem Bus fahren, müssen begleitet und vorbereitet werden. Eltern sollten auch den Fußweg zum Bus mit ihren Kindern üben und auf das richtige Verhalten an der Bushaltestelle hinweisen (nicht toben, drängeln, schubsen). Auch beim Aussteigen aus dem Bus sollten Kinder aufpassen: Oft sind sie im Gespräch mit anderen und und achten dann nicht auf den Verkehr.

Schulweg mit dem Rad

Grundschüler, insbesondere in den ersten Klassen, sollten den Schulweg noch nicht mit dem Rad zurücklegen, auch wenn sie vermeintlich schon gut Fahrrad fahren können. Sie sind den komplexen Anforderungen noch nicht gewachsen, haben Schwierigkeiten, das Gehör systematisch zu nutzen, lassen sich leicht ablenken und haben Probleme, Gefahren rechtzeitig zu erkennen und einzuschätzen.

Autofahrer müssen in den Wochen nach Schuljahresbeginn besonders sensibel sein, „vorausschauendes Fahren ist unabdingbar“, betont Lena Steinbrecher. „Man sollte damit rechnen, dass in der Nähe von Schulen, Bushaltestellen, aber auch an Ampeln und Zebrastreifen plötzlich Kinder auf die Fahrbahn laufen und daher aufmerksam und bremsbereit sein.“

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