Ein erster Mosaikstein

Sulinger Moor: Nabu eröffnet südlich von Lindern Radrundweg

Dr. Jutta Kölbel-Boelke hat Fotos und Texte für die Hinweistafeln zusammengestellt, die der Nabu entlang des Radrundweges aufstellte.

Sulingen - Die Ortsgruppe Sulingen des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) weihte am Mittwochnachmittag den neuen Radrundweg durch das Sulinger Moor offiziell ein. Mit 14 Hinweisschildern entlang der etwa 8,5 Kilometer langen Strecke wollen die Nabu-Mitglieder die Besonderheiten des Sulinger Moores herausstellen. Vorsitzende Johanna Pinkas spricht von „vier bis fünf Jahren Vorbereitungszeit“, die die Ortsgruppe in die Umsetzung des Projektes investiert habe.

Lobende Worte für die Initiatoren fand am Mittwochnachmittag Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb: „Was der Nabu hier ehrenamtlich in Zusammenarbeit mit dem Ortsrat der Ortschaft Lindern geleistet hat, ist bemerkenswert. Das Ergebnis zeigt die Verbundenheit der Mitbürger mit dem Sulinger Moor.“ Der Bürgermeister mit Blick auf das angestrebte Flurbereinigungsverfahren südlich der Ortschaft Lindern: „Der Radrundweg ist eine von vielen möglichen Maßnahmen, um das Moor mehr in das Bewusstsein der Menschen zu rücken.“ Für den Bürgermeister wäre das Aufstellen eines Aussichtsturmes denkbar, genauso das Anlegen eines Erlebnispfades.

Johanna Pinkas: „Eingeladen zu der Einweihung haben wir alle, die bei dem Projekt mitgeholfen haben.“ Besonders hebt sie Dr. Jutta Kölbel-Boelke hervor, die die Inhalte für die Hinweisschilder geliefert habe; inklusive der Bilder. „Sehr informativ“, lobt die Vorsitzende. „Das war eine umfangreiche Recherche.“ Das Zusammenspiel zwischen dem Vorstand der Ortsgruppe und den Mitgliedern des Ortsrates bezeichnet Johanna Pinkas als „außerordentlich gut“. Gemeinsam habe man unter anderem die Streckenführung festgelegt; auch die Standorte der einzelnen Hinweisschilder. Start und Ziel sind am Gedenkstein der Flurbereinigung Sulingen-Süd, südlich der Ortschaft Lindern.

Treffpunkt Gedenkstein Flurbereinigung Sulingen: Die Nabu-Ortsgruppe hatte zur Eröffnung des Radrundweges durch das Sulinger Moor eingeladen. Fotos: Schlotmann

„Unsere Idee war“, sagt Pinkas, „das Moor mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Viele Leute fahren da mit ihren Fahrrädern durch, landen dann auf der anderen Seite, wo das Allerbruch ist, wissen aber gar nicht, woran sie vorbeigefahren sind. Die typische Moorwelt bleibt ihnen verborgen.“

Typische Pflanzen im Sulinger Moor seien Torfmoose, Sonnentau, Moosbeere und Wollgras.

„Der aufmerksame Beobachter wird auch den Moorfrosch, die Waldschnepfe und den Ziegenmelker hören oder sogar sehen können“, sagt Johanna Pinkas.

Das Sulinger Moor gilt als eines von ehemals 15 lebenden Hochmooren in der Diep–holzer Moorniederung.

Die Abtorfung erfolgte aus–schließlich von Hand. Eine Vielzahl ehemaliger Handtorfstiche zeugt von der Vergangenheit.

„Noch heute befinden sich viele Gründstücke im Besitz von Eigentümern, deren Vorfahren das Moor zur Brenntorfgewinnung nutzten“, heißt es seitens des Nabu. Durch den Bau von Wegen und Entwässerungsgräben sei das Sulinger Moor stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die Stadt Sulingen und der Nabu bemühen sich darum, das Moor zu renaturieren und damit als Lebensraum für moortypische Pflanzen und Tiere herzurichten.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Zurückhaltung des Regenwassers und der Beseitigung des Birkenaufwuchses, der laut Nabu dem Moor durch Verdunstung erhebliche Wassermengen entzieht. - oti

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