Bau für rund sechs Millionen Euro

Erste Tagesgäste im September 2022 in Sulingen

Ansicht der neuen Tagespflege von Nordwesten.
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Ansicht der neuen Tagespflege von Nordwesten.

Sulingen – Nein, viel zu sehen ist noch nicht von der neuen Tagespflegeeinrichtung, die von der Diakonischen Altenhilfe Leine-Mittelweser (Dalm) in Zusammenarbeit mit der „Casa Baubetreuung“ am Wiesenweg geplant wird: Bislang markiert nur eine Sandfläche, wo das Gebäude einmal stehen wird. Wann die ersten Gäste hier betreut werden sollen, steht allerdings schon fest – spätestens am 1. September 2022, so „Casa“-Geschäftsführer Andreas Körner.

Noch im Mai würden die Bauarbeiten beginnen mit dem Erstellen der Fundamente und der Bodenplatte, kündigt er an, der Rohbau solle noch in diesem Jahr fertig sein. Investiert würden in das Projekt knapp sechs Millionen Euro – nach aktuellem Stand. „Wir bauen trotz gestiegener Materialkosten, anders als viele andere Projektierer“, betont Körner.

Das Gebäude soll künftig im Erdgeschoss auf 430 Quadratmetern Platz für eine Tagespflege bieten; weitere 530 Quadratmeter stehen zur Verfügung für „Mikroappartements“ und einen großen Gemeinschaftsraum für das Quartiersmanagement. Im ersten Obergeschoss werden zwei Pflegewohngemeinschaften mit Platz für jeweils zwölf Bewohner auf zusammen 1 165 Quadratmetern untergebracht. Das Staffelgeschoss beherbergt schließlich auf zusammen 773 Quadratmetern neun Wohnungen.

Über die Pläne für die neue Tagespflege berichten Gisela Wegner vom „Haus am Suletal“, Projektleiterin Wiebke Messerschmidt (Projektion) und „Casa“-Geschäftsführer Andreas Körner.

Die Tagespflege werde 32 Plätze in zwei Gruppen bieten, wobei beide Gruppe mutmaßlich unterschiedliche Schwerpunkte haben werden, erklärt Projektleiterin Wiebke Messerschmidt von der Dalm. Die Schwerpunkte seien noch nicht endgültig festgelegt, aber unter anderem eine Betreuung für Menschen mit demenziellen Erkrankungen sei denkbar – „wir sind für alles gerüstet.“ Der Bedarf an Tagespflegeplätzen in Sulingen sei groß. Das bestätigt auch Gisela Wegner, Leiterin der benachbarten Senioreneinrichtung „Haus am Suletal“ und Geschäftsführerin des Diakonischen Pflege- und Wohnstiftes Sulingen. Vor zwei Jahren bei der „Informa“ sei das Projekt vorgestellt worden, und seither habe es immer Nachfragen gegeben.

In Mandelsloh bei Neustadt am Rübenberge habe die Dalm vor sechs Wochen gerade ein ähnliches Projekt eröffnet, wo der Bau einer Tagespflege mit dem von Servicewohnungen verbunden war und die Mieter die Tagespflege besuchen, berichtet Wiebke Messerschmidt. Die Betreuung durch die Ambulante Pflege, in Sulingen durch die Sozialstation Sulinger Land, sei oft „der Türöffner“. Die Tagespflege sei vor allem eine Entlastung für pflegende Angehörige, die während dieser Betreuung mit gutem Gewissen beispielsweise einkaufen oder für sich selber Kraft schöpfen könnten.

Blick aus Richtung Süden auf das Gebäude.

Als Regelöffnungszeit sei vorgesehen montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr, sie orientiere sich an den Betreuungszeiten von Kindertagesstätten und Hort vor Ort. Später seien auch Öffnungen am Wochenende oder an Feiertagen denkbar, so die Projektleiterin. Der Tagesablauf beginne mit der Ankunft der Gäste zwischen 8 und 8.30 Uhr, das gemeinsame Frühstück folge und die „Zeitungsrunde“, bei der aus der aktuellen Tageszeitung vorgelesen werde. Von 10 bis 12 Uhr gebe es individuelle Beschäftigungsangebote zur Aktivierung, und nach dem Mittagessen werde von 13 bis 14 Uhr eine Ruhepause angeboten. Dabei könnten die Gäste nach Wunsch „die Füße hochlegen“ oder schlafen – oder auch etwas anderes unternehmen: „In Wunstorf hat sich eine ganz aktive Spielerunde gebildet.“ Was gar nicht gewünscht sei und von ihr mittlerweile auch gar nicht mehr eingeplant werde, sei ein Fernseher, denn „die Senioren sagen mir, dass sie auch zuhause fernsehen können.“ Nach dem Kaffeetrinken ist noch einmal Zeit für Aktivitäten, etwa Ausflüge oder Spaziergänge.

Was im Detail an Aktivitäten angeboten werde, hänge aber auch von den Kooperationen vor Ort ab. Das „Haus am Suletal“ sei schon gut vernetzt, sagt Gisela Wegner, davon werde das Angebot auch profitieren: „Wir haben schon viele Ehrenamtliche, und ich gehe davon aus, dass wir sie auch davon begeistern können, sich in der Tagespflege zu engagieren.“ Über das Quartiersmanagement seien auch gemeinsame Aktionen mit der stationären Einrichtung denkbar, aber nicht im Regelbetrieb.

Suche nach Mitarbeitern beginnt Ende des Jahres

Für die Tagespflege würden gut 15 Arbeitsplätze erwartet, so Wiebke Messerschmidt, „das ist wegen der Betreuungszeiten gerade für Pflegekräfte sehr attraktiv.“ Erste Bewerbungen lägen bereits vor, verrät Gisela Wegner, aber die Suche nach Mitarbeitern beginne eigentlich erst Ende dieses beziehungsweise Anfang kommenden Jahres.

Der Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss solle vor allem eine Begegnungsstätte des Quartiers sein, erläutert sie. „Der Raum ist schön für Gottesdienste oder für Treffen mit Kindergärten und Schulen.“ Auch für Veranstaltungen für die Bewohner der 24 Wohnungen mit Serviceleistungen in den drei Häusern, die gegenüber des neuen Gebäudes liegen, eigne er sich. In Verbindung mit diesen Wohnungen, dem stationären „Haus am Suletal“, der Sozialstation und dem Hospiz „Zugvogel“ „ist das im Gesamten eine tolle Quartiersentwicklung“, ist Andreas Körner überzeugt. Die neue Tagespflege wäre nach Wunstorf, Hessisch Oldendorf und Mandelsloh die vierte der Dalm, sagt Wiebke Messerschmidt, aber „der erste Standort, der die komplette Versorgung anbietet.“

Ein Wunsch bleibt jedoch noch offen, laut Gisela Wegner: „Wir sind noch auf der Suche nach einem guten Namen für das Quartier und die Tagespflege – Vorschläge sind herzlich willkommen.“

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