Ersatz statt Abriss

Marode Brücke im Sulinger Bruch: Verwaltung soll Alternativen zur Holzkonstruktion erarbeiten

Die Brücke über die Allerbeeke im Sulinger Bruch war Gegenstand einer Debatte im Ausschuss für Bau, Ordnung und Verkehr. Foto: Christopher Nitsche
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Die Brücke über die Allerbeeke im Sulinger Bruch war Gegenstand einer Debatte im Ausschuss für Bau, Ordnung und Verkehr. 

Sulingen – Reichlich Diskussionsbedarf sahen die Zuhörer bei der Sitzung des Sulinger Ausschusses für Bau, Ordnung und Verkehr am Dienstag, als es um die Zukunft der Holzbrücke über die Allerbeeke im Sulinger Bruch ging.

Die Brücke östlich des Postdamms ist laut Christopher Nitsche vom Fachbereich Bauen und Ordnung abgängig: Im vergangenen Jahr habe man eine Fachfirma mit dem Austausch schadhafter Bohlen beauftragt, doch dabei seien weitere Mängel sichtbar geworden. Ein Ingenieurbüro habe die Brücke im September untersucht und „massive Schäden“ festgestellt. So sei der Unterbau teilweise verfault, und die Längsträger seien dort, wo sie auf den Widerlagern aufliegen, vermodert, sodass es keine kraftschlüssige Verbindung mehr gebe. Daher habe man die Brücke umgehend gesperrt.

Aufgrund der Brückenschäden sei eine Reparatur nicht möglich, sondern das Ingenieurbüro habe einen Ersatz durch eine Stahlbetonrahmenkonstruktion empfohlen, was Kosten in Höhe von wenigstens 89 000 Euro verursache.

Rauschkolb: „Weg ist nicht gewidmet“ 

Hinzu kommt laut Bürgermeister Dirk Rauschkolb, dass die Brücke zu einem nicht für den Verkehr gewidmeten Weg gehört, der zwar im Eigentum der Stadt liege, aber dessen Benutzung auf eigene Gefahr erfolge und der eigentlich nur für reine Anlieger gedacht sei.

Außerdem habe man im Stadtgebiet eine Vielzahl von Brücken, weswegen zu überlegen sei, wo man das Geld für die Sanierung sinnvoll einsetze; allerdings sollten dabei auch Tourismus- und Erholungsaspekte mit einbezogen werden.

Sichtbar vermodert ist der Auflagebereich der Längsträger auf den Widerlagern.

Vor diesem Hintergrund sah die Beschlussempfehlung der Verwaltung den ersatzlosen Abriss der Brücke vor, der in der Vorwoche der Ortsrat Lindern bereits einstimmig gefolgt war (wir berichteten). „Die Kosten stehen nicht im Verhältnis zum Nutzen, und die Flächen können auch über die Ölstraße erschlossen werden, deswegen haben wir die Brücke für entbehrlich gehalten“, berichtete Ausschussmitglied Rita Mohrmann (CDU) aus der Sitzung des Ortsrats.

Dieser Sichtweise mochten sich jedoch die Zuhörer nicht anschließen. So machte sich Anwohner Udo Sakuth für den Erhalt einer Brücke an dieser Stelle stark, weil er bei Vogelzählungen für den Nabu im Allerbruch sehe, dass sie oft von Fußgängern genutzt werde, und sie sei Teil eines Rad- und Wanderwegenetzes, das das Sulinger Moor und das Siedener Moor verbinde.

In der Wasserwechselzone ist die Holzkonstruktion deutlich beschädigt.

Auch Günter Enkelmann forderte zumindest eine Brücke für Radfahrer und Fußgänger, schließlich hätten im Vorjahr alleine fünf der 14 geführten Radtouren der Stadt Sulingen über diese Brücke geführt.

Eine Brücke für Autos und landwirtschaftliche Fahrzeuge sei dort nicht notwendig, betonte Elisabeth Wamhoff (SPD). Eine neue Brücke sei so zu bauen, dass außer Radfahrern und Fußgängern niemand zur Überquerung verführt werde, und eventuell sei der Nabu dabei mit ins Boot zu holen. Den Ersatz der Brücke durch eine abgespeckte Variante unter Einbindung von Sponsoren befürwortete auch Walter Legler (Bürger erreichen).

Nur 100.000 Euro im Haushalt eingeplant

Andreas Nordloh gab als amtierender Kämmerer der Stadt zu bedenken, dass für den Wegeunterhalt im Haushalt nur 100 000 Euro eingeplant seien.

Diese Brücke sei darin nicht enthalten, weswegen die Kosten für eine Alternative an anderer Stelle eingespart werden müssten.

Einigen konnten sich die Ausschussmitglieder schließlich einstimmig auf einen erweiterten Beschlussvorschlag: Danach soll die abgängige Holzbrücke in jedem Fall abgerissen werden. Zusätzlich wird die Verwaltung damit beauftragt, nach einer wartungsarmen Alternative an dieser Stelle für Fußgänger und Radfahrer zu suchen.  hab

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