Sulinger Heimatmuseum wird in der ehemaligen Grundschule neu aufgebaut

Eröffnung noch in diesem Jahr?

Das Haakesche Hotelzimmer bauen Manfred Niekisch (links) und Werner Winte am neuen Standort wieder auf.
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Das Haakesche Hotelzimmer bauen Manfred Niekisch (links) und Werner Winte am neuen Standort wieder auf.

Sulingen – Mehr als ein Jahr ist es her, dass die letzten Besucher die Ausstellung des Sulinger Heimatmuseums betrachten konnten. Die Arbeiten für einen Neuaufbau haben jedoch bereits begonnen: „Wir hoffen, noch in diesem Jahr das eine oder andere zeigen zu können“, sagt Brigitte Wünneker, die Vorsitzende des Heimatvereins Sulingen.

Noch bis Februar waren die Mitglieder damit beschäftigt, das bisherige Museumsdomizil am Stadtsee nach 25 Jahren zu räumen und die zahlreichen Objekte in die frühere Grundschule an der Schmelingstraße zu bringen. Damit sei der Verein gerade noch fertig geworden, bevor die Corona-Pandemie ausbrach. Im Mai habe es dann das erste Treffen gegeben, um ein neues Museumskonzept zu erarbeiten, nach der Urlaubszeit sei daran weiter gearbeitet worden. Am vergangenen Samstag habe es dann das erste Arbeitstreffen in der alten Schule gegeben.

Der neue Standort gefällt der Vorsitzenden gut: „Es ist wirklich schön hier.“ Die Räume seien alle ebenerdig gelegen, durch die großen Fenster falle viel Tageslicht und vor allem gebe es mehr Platz für die Ausstellung. Zur Verfügung stehen nun die ehemalige Pausenhalle sowie der Trakt hin zur Turnhalle mit sechs Klassenräumen sowie die Verwaltungsräume.

Erste Maßnahme laut Andreas Albers, stellvertretender Vorsitzender des Vereins: „Die Räume müssen gestrichen werden.“ Besonders da, wo die Tafeln hingen, sei das deutlich zu sehen. Eine Lösung müsse noch gefunden werden für die Heizung und die Wasserleitungen, aber da hoffe man auf Unterstützung durch die heimischen Gewerbetreibenden.

Parallel hat dort, wo es schon möglich ist, der Aufbau der neuen Ausstellung begonnen. So werden bereits Möbel aus dem Hotel Haake wieder zu einem Hotelzimmer zusammengestellt, und ein Raum ist reserviert für die Schrödersche Zeitungsdruckerei.

Vorführungen mit Druckmaschine möglich

Die große Druckmaschine sei von einem Experten aus Augsburg, den der Verein durch Vermittlung des Druckereimuseums in Hoya gefunden habe, ab- und wieder aufgebaut worden, berichtet Brigitte Wünneker: Künftig seien damit auch Vorführungen möglich.

Überhaupt sei zu überlegen, ob nicht langfristig die Ausstellung durch den Einsatz moderner Technik für jüngere Besucher attraktiver werden könne, regt Andreas Albers an. Beispielsweise könnten auf Bildschirmen kurze Filme gezeigt werden, die Einblicke in die Handwerke im Museum oder in den Einsatz der Werkzeuge geben. Mit dem „Sulingen-Projekt“ gebe es da einen Partner, mit dem sich die Zusammenarbeit eventuell intensivieren lasse, denn der Heimatverein habe schon das Entstehen des Sulingen-Films unterstützt, und „wir spüren da viel Interesse.“

Einen Raum reservieren möchte der Verein zudem für Exponate aus der Ausstellung zu Leben und Werk des in Vorwohlde tätigen Lehrers Kurt Pfaffenberg. Diese Objekte, von denen ein Teil aktuell im Kirchdorfer Heimatmuseum gezeigt wird, entstammen dem Nachlass Pfaffenbergs, den der Heimatverein verwahrte und zum Schutz vor Luftfeuchtigkeit im Sulinger Stadtarchiv lagerte. Sobald die Voraussetzungen dafür geschaffen sind, wollen sich die Verantwortlichen um eine Rückkehr nach Sulingen bemühen.

Platz in der ehemaligen Pausenhalle schaffen Paul Teerling (links) und Felix Dökel – zur Not auch mit dem Hammer.

Weiterhin wolle man im Sommer gerne den Innenhof, der an die Räume der Stadtbücherei angrenzt, für Veranstaltungen nutzen, so Albers, und auch die Pausenhalle eigne sich für Ausstellungen, Vorträge oder andere Angebote – möglichst in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen oder Institutionen. Möglicherweise lasse sich bereits bei der Renovierung mit entsprechenden Partnern zusammenarbeiten, denn der Verein sei, wie beim Auszug, weiter auf Hilfe angewiesen – „sehr gerne auch von engagierten Jugendlichen.“

Katalogisieren der Sammlung steht an

Neben dem Aufbau der neuen Ausstellung, beginnend in den an die Pausenhalle angrenzenden Räumen, wolle man auch die Sammlung komplett katalogisieren. „Wir haben beim Auszug sehr viel mitgenommen – wegen des Zeitdrucks teilweise vielleicht auch mehr als nötig“, sagt Albers. „Es gibt sicher auch einiges, was wir – zurecht – nicht wieder aufbauen, anderes wird eingelagert, um Teile der Ausstellung nach einiger Zeit austauschen zu können.“ All das müsse erfasst werden, zumal die vorhandene Teilkatalogisierung durch die veränderten Standorte hinfällig sei.

Die ersten fertigen Räume könnten vielleicht noch vor Weihnachten erstmals für Besucher geöffnet werden. „Wir wollen nicht warten, bis alles fix und fertig ist, sondern zeigen, dass es uns noch gibt“, betont Wünneker. Spätestens Mitte 2021 sollten die Arbeiten abgeschlossen sein. Ein gewisser Zeitdruck ergibt sich aus dem Umstand, dass der neue Standort bislang ein provisorischer ist, die früheren Schule ist Eigentum des Landkreises Diepholz. Der hat aktuell noch keine Verwendung für die Immobilie (wir berichteten), aber eine endgültige Entscheidung ist noch nicht getroffen. „Es wäre schön, wenn wir hier dauerhaft bleiben könnten“, sagt die Vorsitzende.

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