Erntefest in der Gemeinde Nordsulingen / Wenn der Spielmannszug absagt

Erst der Dank, dann die Feier

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Die Nechtelser Waschweiber auf ihrem Wagen beim Erntefest in Vorwohlde.

Vorwohlde - Der Anruf kommt vormittags. Um 11 Uhr muss der Spielmannszug Kirchdorf seinen Auftritt in Vorwohlde absagen. Dort ist sonst alles andere bereitet für das Erntefest der Gemeinde Nordsulingen. Wer würde nun dem Festumzug den Takt vorgeben?

Die Ortsfeuerwehr Nordsulingen sowie die Schützenvereine Nechtelsen und Nordsulingen organisieren das gemeinsame Erntefest – und es findet sich in den Reihen der Nechtelser diese Musikanlage, die bei Scheibenfesten den Ton angibt. Ein Zugwagen, ein Anhänger sowie ein „Aushilfskapellmeister“ sind schnell gefunden. Und so werden das Erntekönigspaar Sandra und Jens Husmann im Königswagen sowie weitere fünf herausragend ausdekorierte Erntewagen durch die Ortschaften und zum Festgelände geführt.

Die Bürger freuen sich ob der szenischen Darstellungen auf den Wagen, die begeistert beklatscht werden. Alle dürfen sich im Festzelt über Gutscheine freuen, die Nechtelsens Schützenchef Dieter Wendt ihnen überreicht – zur Gaudi des Publikums werden seine Beinkleider flugs abgebürstet, die Nechtelser Waschweiber sind da ri-go-ros.

Ortsbürgermeister Wilhelm Nuttelmann spricht ein Grußwort, Festwirt Heiner Fredrich erhält ein Dankeschön, alle Helfer, die geschmückt haben, auch – die Dekoration an Festzelt und Zuwegung ließ keinen Zweifel aufkommen: an Erntegaben mangelt es nicht. Pastor Gerald Engeler erlebt das Vorwohlder Erntefest zum ersten Mal – und freut sich über den gelungenen Mix aus Fröhlichkeit und Dankbarkeit für die Ernte. Engeler erinnert daran, dass die Erntekrone ein Symbol für Gottes Schöpfung sei, die Erntegaben eine Hinwendung Gottes an die Menschen. Daher gelte es, die Schöpfung zu respektieren mit dem Ziel, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen. Daran knüpfen Sandra und Jens Husmann im zweiten Teil ihres Erntegedichts an. Sie erinnern an andere in Not. Aller Reichtum sei nichts wert, wenn es keinen Frieden gibt. Wenn Jens Landau das Erntelied mit der Trompete intoniert, ist das Ende des offiziellen Teils nicht weit. In ihren Ehrentanz nehmen Sandra und Jens Husmann zum Schluss auch ihre Kinder mit auf. Ein schönes Zeichen, denn der Kinder wegen stehen Eiswagen, Wurfbude, Hüpfburg und Wettbewerb auf dem Programm. 15 Kinder reichen ihre Kunstwerke rein, sie sollten aus Erntegaben ein Bild, einen Gegenstand oder eine Figur erstellen. Jedes wird am Nachmittag einzeln dem Publikum vorgestellt. Kaffeetafel und Knobelrunde dürfen auch nicht fehlen. Und am Abend feiern auch Gäste des Schützenvereins Schwaförden kräftig mit, zur Musik von DJ Sascha. Der feierte auf der Vorwohlder Bühne eine gelungene Premiere.

sis

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