Grundwasseruntersuchung im Umfeld der Bohrung

Erdölförderstätte Groß Lessen 9 unter Beobachtung

Die Erdölförderstelle Groß Lessen 9.
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Rund um die Förderstelle Groß Lessen 9 soll in den kommenden Wochen das Grundwasser überwacht werden.

Groß Lessen – Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) teilt mit, dass für die Erdölförderstätte Groß Lessen 9 die vorsorgliche Überwachung des Grundwassers vorgesehen ist.

Wie es in der Mitteilung weiter heißt, habe der Betreiber ExxonMobil Production Deutschland GmbH bei Untersuchungen im Rahmen der fortlaufenden Integritätsbewertungen in einem Ringraum der Bohrung im Groß Lessener Ortsteil Melloh einen Druckanstieg durch ein natürlich vorkommendes Gemisch aus Erdöl und Erdgas festgestellt. Dieses Gemisch sei dorthin aus dem umliegenden Gebirge gelangt und werde kontrolliert abgeführt. Die Fördereinrichtungen der Bohrung seien nicht beeinträchtigt. „Nach den bisherigen Überprüfungen gibt es keine Hinweise, dass das Gemisch aus dem gesicherten Bohrungssystem wieder ausgetreten sein könnte, eine Gefahr für die Umwelt ist damit nicht zu erkennen“, heißt es vom LBEG.

„Wir haben den Vorfall pflichtgemäß an das LBEG als unsere Aufsichtsbehörde gemeldet“, erklärt Klaus Torp, Pressesprecher von ExxonMobil auf Nachfrage, „wir sind da als Betreiber in der Verantwortung.“ Es handele sich bei der Anlage um eine relativ alte Erdölbohrung, aber „es ist alles unter Kontrolle.“ Besagter Ringraum sei der Zwischenraum zwischen den Rohrsträngen, aber die Rohrleitungen selbst seien nicht beeinträchtigt.

Grundwasser rund um Bohrstelle soll beobachtet werden

Das LBEG lasse sich vom Betreiber fortlaufend über weitere Untersuchungen und Erkenntnisse unterrichten, heißt es in dessen Mitteilung weiter. Das Unternehmen werde vorsorglich aufgefordert zu einer Grundwasserüberwachung im Umfeld der Förderstätte; ein entsprechendes Konzept werde man sich vorlegen und von den Grundwasserfachleuten im LBEG prüfen lassen. Zudem werde ein technisches Maßnahmenkonzept für die Bohrung erstellt.

In einer eigenen Pressemitteilung stellt Stephan Maaß, Leiter des Fachdienstes Umwelt und Straße des Landkreises Diepholz fest, dass die Außenstelle Meppen des LBEG den Landkreis am Mittwoch um 18 Uhr über ein sogenanntes Integritätsproblem an der Bohrstelle informiert habe. Der Landkreis habe in dieser Angelegenheit keine eigene Zuständigkeit, er werde sich aber fortlaufend vom LBEG unterrichten lassen. „Dies betrifft in erster Linie die Ergebnisse der Grundwasserüberwachung. Ziel ist, dass eine Gefährdung für Grundwasser und Boden mit Sicherheit ausgeschlossen wird“, so Stephan Maaß.

Erdölförderstelle ist seit 1973 in Betrieb

Die betroffene Bohrung wurde 1973 angelegt und ist eine von noch fünf fördernden Bohrungen des zum Förderbetrieb Barenburg gehörenden Erdölfeldes Groß Lessen. Die ExxonMobil überprüfe fortlaufend ihre Anlagen und Bohrungen auf Sicherheit, da Sicherheit für Mensch, Natur und Umwelt oberste Priorität hätten, sagt Klaus Torp. In diesem Zuge laufe seit 2017 ein Programm zur Untersuchung aller rund 1 000 vom Unternehmen überwachten Bohrungen. „Für die Bestandsbohrungen handelt es sich um eine Bewertung und gegebenenfalls Minderung von Risiken, die aus Abweichungen der damaligen Bohrungsherstellung im Vergleich zum heutigen Stand der Technik resultieren.“ Bei Auffälligkeiten werde die zuständige Aufsichtsbehörde informiert.

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