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Noch reicht der Platz in den Sulinger Grundschulen

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Von: Harald Bartels

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Frontansicht der Grundschule Sulingen.
Eine fünfte Klasse für Erstklässler muss an der Grundschule Sulingen laut der Prognose bis 2026/2027 lediglich im kommenden Schuljahr eingerichtet werden. © Bartels

Sulingen – Bei den Krippen- und Kita-Plätzen in Sulingen übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich – wie sieht es mit den Kapazitäten der Grundschulen aus? Verwaltungsmitarbeiter Malte Sander stellte dem Ausschuss für Soziales, Schulen und Jugend in dessen jüngster Sitzung eine Auswertung dazu vor.

Die Grundschule Sulingen kann pro Jahr vier 1. Klassen mit jeweils bis zu 26 Schülern aufnehmen, bei Bedarf könnte mit einer weiteren Klasse die Kapazität auf 130 Erstklässler erhöht werden. In Groß Lessen gibt es jährlich eine 1. Klasse mit 22 bis 24 Kindern. Die Grundschule Sulingen verfügt über 20 Klassenräume, wovon drei für die Sprachheilklassen vorgehalten werden. In Groß Lessen sind es vier Klassenräume, von denen zwei die Eingangsstufe (Klassen 1 und 2) nutzt.

Im Rückblick auf die Schuljahre ab 2016 / 2017 bewegte sich die Zahl der Grundschüler insgesamt zwischen 448 im laufenden Schuljahr und 471 im Jahr 17 / 18, die der Erstklässler zwischen 103 (2019/20) und 113 im Jahr (2016/17); mit einem „Ausreißer“, 130 im Schuljahr 2017/2018.

„Flexi-Kinder“ erschweren die Planungen

Anhand der Meldedaten berechnete Sander eine Prognose, veranschlagte dabei den Anteil der „Flexi-Kinder“ (die eingeschult werden könnten, aber noch ein Jahr in der Kita bleiben) mit 50 Prozent. Die Gesamtzahl werde steigen, so Malte Sander, und mit den neuen Wohngebieten werde dieses Wachstum noch zunehmen. Er erwartet für das kommende Schuljahr 135 Erstklässler bei insgesamt 469 Grundschülern, für die weiteren bis einschließlich 2026/2027 jeweils weniger als 130 Erstklässler und nur im Schuljahr 2025/2026 würde die Marke von 500 Grundschülern überschritten. Demzufolge müsste nur im kommenden Schuljahr an der Grundschule Sulingen eine fünfte 1. Klasse gebildet werden – die Kapazität der beiden Grundschulen reicht also noch aus. Künftig werde die Verwaltung jährlich eine solche Auswertung vornehmen, kündigte Sander an. Jeweils zum 1. Februar stehen die Zahlen für das kommende Schuljahr fest, habe ihm Heiko Reese, Leiter der Grundschule Sulingen, versichert, so könne auch noch kurzfristig reagiert werden. Erschwert würden die Planungen aber durch die „Flexi-Kinder“, deren Anteil stark schwanke und durch nicht kalkulierbare Zu- und Wegzüge.

Über den Umstand, dass sich der immer weiter steigende Bedarf an Kita-Plätzen nicht in den Schülerzahlen widerspiegele, zeigte sich Julian Mende, Vertreter des Stadtelternrats der Kindertagesstätten, verwundert. Das sei damit zu erklären, dass der Anteil an Kindern eines Jahrgangs, der für eine Krippe angemeldet wird, immer weiter wachse, sagte Birgit Dullin, Fachbereichsleiterin Allgemeines und Soziales.

Raumgröße in Groß Lessen setzt Grenzen

Nicht ganz einverstanden mit der Auswertung zeigte sich Dörthe Bergmann, Lehrervertreterin der Grundschule Sulingen: Nicht berücksichtigt seien die voller werdenden zweiten und dritten Klassen, durch Zuzug und weil Kinder eine Klasse wiederholen. Zum Teil müssten dann Klassen geteilt werden.

Ina Roth, Elternvertreterin der Grundschule Groß Lessen, gab zu bedenken, dass nach Einschulung einer vollen Eingangsstufe die Raumgröße nicht mehr ausreichend sei, wenn die Kinder in die dritte Klasse kommen, denn deren Raum sei für 19 bis 20 Kinder ausgelegt.

Realistische Zahlen erst zum 1. August

Wie realistisch es ist, einen Anteil von 50 Prozent „Flexi-Kindern“ einzuberechnen, erkundigte sich Dr. Anne Schmidt, Elternvertreterin der Grundschule Sulingen. Von den Kindertagesstätten werde oft empfohlen, dass die Kinder länger in der Einrichtung bleiben, antwortete Dörthe Bergmann: „Das Jahr tut den Kindern oft gut, weil sie noch nicht so weit sind.“

Maren Sieck-Oetker, Leiterin der Grundschule Groß Lessen, hält die am 1. Februar vorliegenden Daten für nicht aussagekräftig. Noch bis zum 1. Mai könne es Veränderungen geben, weil die Eltern dann erst für die „Flexi-Kinder“ eine Entscheidung treffen müssten, oft wechsele die Anmeldung noch zwischen den beiden Grundschulen: „Realistisch sind die Zahlen erst zum 1. August.“

Grundschule Sulingen nicht dauerhaft fünfzügig

Welche Konsequenzen es für die Grundschule Sulingen hätte, wenn sie durchgehend fünfzügig wäre, erkundigte sich Claus Freye (Gruppe SPD / Grüne / Die Partei / Ibrahim). Schon jetzt sei der Schulhof sehr klein, sodass es zu Reibereien käme, erläuterte Dörthe Bergmann. Außerdem sei zu bedenken, dass oft Klassen geteilt werden müssten; etwa für den Förderunterricht oder bei den Fächern Religion / Werte und Normen. Dann nutze man bereits jetzt die Fachräume für Kunst und Textiles Gestalten. Und: Das Schulgesetz sehe eine Vierzügigkeit vor, die Fünfzügigkeit sei die Ausnahme, ergänzte Maren Sieck-Oetker. Auf die Frage von Mario Pschunder (Gruppe Sulingen! / FDP / Bürger erreichen), welchen Einfluss Zu- und Wegzüge auf die Zahlen haben, antwortete Malte Sander, dass sie sich in den vergangenen Jahren etwa ausgeglichen hätten.

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