Florian Schroeder philosophiert in Sulingen

Kabarettist erklärt: Entscheidung nie alternativlos

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Florian Schroeder unterhält mit philosophischen Gedankengängen, Parodien und Schnellsprecheinlagen.

Sulingen - Von Gerhard Kropf. „Es kommt der Mann, der zwei Stunden über Entscheidungen spricht, weil er sich selbst nicht entscheiden kann!“ So kündigt die Stimme aus dem Off im Stadttheater den Kabarettisten Florian Schroeder an, der sich entschieden hat, am Samstagabend in Sulingen aufzutreten.

Und froh ist, die Stadt überhaupt erreicht zu haben, denn mit Wohnsitz in Berlin besitzt er kein Auto, reist mit der Bahn an – und Sulingen hat keinen Bahnhof. Er will sich dafür stark machen, dass sich das ändert, verspricht Schroeder, bevor er zum Thema seine Programms kommt: „Entscheidet Euch!“

In der Politik, im Beruf, in der Liebe oder beim Einkauf sind täglich viele Entscheidungen nötig. Dass das nicht einfach ist, zeigt der Kabarettist am Beispiel der Vielzahl von Shampoo-Variationen. Schroeder gibt sich als „Offlinekäufer“ zu erkennen, er schätzt die Beratung im Fachgeschäft und empfiehlt dem Publikum, es ihm gleichzutun, bevor man sich zum Kauf entscheidet. Alternativlose Entscheidungen gibt es nicht, sagt Schröder, denn wenn es keine Alternative gibt, dann trifft man keine Entscheidung, sondern handelt zwangsläufig. 

Womit er bei seiner Stärke anlangt, dem Einbinden der aktuellen Politik in sein Programm – und bei Angela Merkel, die er mehrfach parodiert. Auch des SPD-Spitzenkandidaten Martin Schulz nimmt Schroeder sich an, indem er anhand von „alternativen Fakten“ aufzeigt, warum Schulz und nicht Gabriel Kanzlerkandidat wurde: Bei der SPD muss dessen Nachname mit „S“ anfangen wie bei Steinbrück, Steinmeier, Schröder, Scharping oder Schmidt. Der Vorname „Sigmar“ reicht da nicht.

Über AfD, Flüchtlinge und Trump kommt Schroeder zum Thema Angst. Diese sei oft unbegründet, aber alle Politiker wollten sie ernst nehmen – falsch, meint Schroeder, denn dadurch werde sie aufgewertet und falsche Entscheidungen würden getroffen. Danach beleuchtet er die Ehe und Beziehungsentscheidungen, die weitgehend von der Frau getroffen werden. 

„Ich war die Hölle in der Schule“, bekennt Schroeder, weil er damals alles und jeden kommentiert und parodiert habe. Als Hauptproblem der heutigen Schule hat er eindeutig die Eltern ausgemacht, und als ein großes Problem in der Politik, dass die Politiker meinen, uns „sagen zu müssen, was gut für uns ist“. Nein, das wissen wir selbst, und jeder sollte auch über sein persönliches Ende selbst entscheiden dürfen.

Mehrfach interagiert Schroeder mit dem Publikum, das seine philosophischen Gedankengänge, Parodien und Schnellsprecheinlagen mit viel Beifall bedenkt. Gerne nimmt es sein Angebot an, noch zwei Zugaben zu hören – Gedanken über den Valentinstag und drei Parodien: Günter Oettinger, Ottfried Fischer und Jochen Busse kommen abschließend zu Wort.

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