Engagiert für die Gemeinde und für Gottes Wort

Kirchdorf: Alfred Ahlers über die Arbeit im Kirchenvorstand

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Alfred Ahlers, seit 2.000 Mitglied im Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Kirchdorf, kandidiert am 11. März erneut.

Kirchdorf - Von Sylvia Wendt. Warum soll ich da mitmachen, bei der Wahl des Kirchenvorstandes? Die ist für den 11. März angesetzt, in allen Kirchspielen der evangelisch-lutherischen Landeskirche. Auch in Kirchdorf. Hier lautet das Motto: „Kirche lebt durch uns alle“. Und genau dieses Motto zitiert Alfred Ahlers. Der 69-Jährige aus Kirchdorf ist seit dem Jahr 2000 Im Kirchenvorstand, aktuell Vorsitzender des Gremiums. Und stellt sich erneut zu Wahl. Warum?

Alfred Ahlers ist kein Lautsprecher, keiner der mit markigen Worten daherkommt. Aber mit markanten. Die Arbeit des Kirchenvorstandes sei wichtig für die Gemeinde, das Engagement in diesem Gremium scheint für ihn selbstverständlich, nicht nur, weil man ihn gewählt hat. Tatsächlich ist die Motivation, Gottes Wort zu hören, seinerzeit ausschlaggebend gewesen für die Kandidatur, sagt er. Wer Alfred Ahlers kennt, kennt auch diesen Schicksalsschlag, der aus der fünfköpfigen Familie, die füreinander da ist, ein Quartett formt, das stark zusammenhält. Zweifel daran, wo Gott ist, wenn ein 17-jähriges Mädchen kurz vor seinem 18. Geburtstag einen Unfalltod stirbt, weil das Schicksal es so will – klar, gab es die. „Aber wo steht denn, dass wir verschont bleiben?“ fragt Ahlers. Halt habe ihm seinerzeit auch der Kreis der Vertrauten aus dem Kirchenvorstand gegeben. Die Familie gibt Anfang der 1980er Jahre die Landwirtschaft in Scholen auf, zieht nach Kirchdorf. Ahlers wechselte nach einigen Jahren aus dem Tiefbau, war zuletzt 29 Jahre im Steinmetzbetrieb Alter in Sulingen tätig.

„Aber von der Kanzel werde ich nicht predigen“

Nein, als Mitglied im Kirchenvorstand müsse man nicht jeden Sonntag in die Kirche gehen. Das Team, zehnköpfig, inklusive Pastor Klaus-Joachim Bachhofer, stellt einen „Dienstplan“ zusammen, so dass immer zwei den Gottesdienst begleiten, für die Lesungen etwa – und den Klingelbeutel. Doch, es werde viel Kupfergeld gespendet. Aber Ahlers setzt die Relation: Mitunter ist die kleine Geldspende für jemanden eine größere Spende zu tätigen, als der 50-Euro-Schein für jemanden, der das locker kann – vom Kontostand her. 2008 erhält Ahlers den Anstoß, sich als Lektor ausbilden zu bilden. Das befähigt ihn, eigene Gottesdienste zu halten. „Aber von der Kanzel werde ich nicht predigen“, lautet seine Vorgabe. Für die Lektoren gibt es sogenannte Lesepredigten, als Vorgaben für „ihre“ Gottesdienste. Ahlers nutzt sie, um sich eine für ihn passende zusammenzustellen. Das kann dann auch mal Plattdeutsch werden... Es sei eine Ehre, Gottes Wort zu verkünden, sagt Ahlers.

Mitglied im Bauausschuss

Die Arbeit des Kirchenvorstandes umfasst etliche Bereiche: Ahlers etwa interessiert sich für bauliche Fragen und ist Mitglied im Bauausschuss. Gerade wird das Gemeindehaus saniert, zu klären seien auch Fragen bezüglich der Fenster in der Kirche, die sollen gestrichen werden. Andere Kirchenvorstandsmitglieder kümmern sich um Friedhofsangelegenheiten. Auch in Kirchdorf steige die Nachfrage nach kleineren Grabstellen, bedingt durch die familiäre Situation, in denen die Nachkommen andernorts wohnen. Oder aber weil der Wunsch nach Feuerbestattungen gestiegen ist. Die Kindertagessstätte befindet sich der Trägerschaft der Kirche, auch hier gibt es viele Aktionen und Beteiligungen. Energiemanagement in den Liegenschaften der Kirchengemeinde ist ein anderes Feld, das auch Kirchenvorstandsmitglieder bestellen.

Interesse ist anderswo

Andere brächten sich auf ihre Weise in die Gemeinde ein, Ahlers tue es als Mitglied des Kirchenvorstandes der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Kirchdorf. Die biete eine genügend große Auswahl an Gruppen und Veranstaltungen. Doch auch Alfred Ahlers hat keine Antwort auf die Frage, wie „Kirche“ die Zahl der Austritte reduzieren könnte, was zu tun sei, um Menschen wieder zur Mitgliedschaft zu bewegen. Ahlers vermutet bei vielen einen finanziellen Grund, die Kirchensteuer solle eingespart werden. Und bei anderen, dass ihr Interesse einfach anderswo ist – hauptsächlich im Sport.

Gab es eigentlich schon mal Streit im Kirchenvorstand? Ahlers guckt ein bisschen irritiert: „Nein, wieso?“ Man könne doch auch mal anderer Meinung sein und diskutieren, sagt er.

Ahlers wünscht den Mitgliedern, die ab dem 11. März den neuen Kirchenvorstand bilden, eine fröhliche, lockere Arbeit – „ist ja nicht gesagt, dass ich dabei bin.“

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