Erster Justizhauptwachtmeister Gerhard Katscher tritt seinen Ruhestand an

Ende einer Ära im Amtsgericht Sulingen

Offiziell verabschiedet wurde der Erste Justizhauptwachtmeister Gerhard Katscher.
+
Offiziell verabschiedet wurde der Erste Justizhauptwachtmeister Gerhard Katscher.

Sulingen – Erster Justizhauptwachtmeister Gerhard Katscher tritt seinen Ruhestand an: „Damit geht eine Ära zu Ende, denn Gerhard Katscher war über mehr als 30 Jahre eines der bekannten Gesichter des Amtsgerichts Sulingen“, heißt es von Amtsgerichtsdirektorin Kirsten Grabowski und Geschäftsstellenleiterin Petra Albers, die Katscher jetzt, nach einer internen Verabschiedung im Kollegenkreis, gemeinsam mit Brigitte Nobis-Meyer und Björn Wichtendahl vom Personalrat auch offiziell aus dem Justizdienst entließen.

Mit seiner Pensionierung verliere das Gericht „eine besondere Persönlichkeit und viel Fachwissen rund um den Gerichtsalltag.“

Gerhard Katschers Laufbahn begann allerdings nicht in seiner Heimatstadt Sulingen, sondern am Landgericht in Bonn: Ein ehemaliger Schwager habe ihn angesprochen, weil er wusste, dass Katscher als Boxtrainer aktiv war, und nach dem Vorstellungsgespräch sei er gleich genommen worden. „Ich hatte aber immer ein wenig Heimweh.“ Und so ließ er sich, nach fünf Jahren, an das Sulinger Amtsgericht versetzen, wo er seinen Dienst am 1. Juni 1983 antrat. Missen möchte er die Zeit in der damaligen Bundeshauptstadt aber nicht: „Die Arbeit am Landgericht hat mich geprägt, vor allem beim Auftreten – das hat mir gutgetan.“

Nur unterbrochen von einem kurzen Einsatz am Amtsgericht Bassum war er seither in der Sulestadt tätig. „Wir hatten hier zwar auch ein paar spektakuläre Fälle, aber es war immer recht friedlich“, bilanziert Katscher. Geholfen habe ihm dabei auch der Umstand, dass viele ihn als Boxtrainer des SV „Falke“ Wehrbleck kannten und Respekt vor ihm gehabt hätten, aber: „Die beste Waffe eines Wachtmeisters ist, mit den Menschen zu kommunizieren.“

Am meisten Spaß habe ihm der Wachtmeister- und Sicherheitsdienst gemacht, der in den vergangenen 15 Jahren in den Vordergrund getreten sei. Die Uniformen seien der Bekleidung der Polizei angeglichen worden, und zu den Aufgaben hätten auch das Anlegen von Handschellen oder das Durchführen von Einlasskontrollen gehört. „Das habe ich mit Leib und Seele gemacht.“ Ebenso gerne habe er den Umgang mit Menschen gepflegt und ihnen bei Fragen Rede und Antwort gestanden.

Für Katscher, den das Amtsgerichtsteam in einer Mitteilung als „besonders guten und engagierten Wachtmeister, auf den sich die Mitarbeiter des Amtsgerichts verlassen konnten“ lobt, wurde bereits ein Nachfolger gefunden, den er selbst eingearbeitet hat. Ganz wird er das Gericht aber nicht verlassen, sondern zunächst noch stundenweise Hausmeistertätigkeiten übernehmen.

Für den neuen Lebensabschnitt plant der Pensionär das Boxtraining, das er gemeinsam mit seinem Sohn Marcel leitet, fortzuführen und zusammen mit seiner Frau Reisen im Wohnmobil zu unternehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Nach Gnabry-Schreck: Perfekter Bayern-Start gegen Atlético

Nach Gnabry-Schreck: Perfekter Bayern-Start gegen Atlético

Lukaku verhindert Gladbacher Traumstart in die Königsklasse

Lukaku verhindert Gladbacher Traumstart in die Königsklasse

Pixel 5 und 4a 5G im Praxistest

Pixel 5 und 4a 5G im Praxistest

Mit kleinen Kutschen durch Corona-Sommer

Mit kleinen Kutschen durch Corona-Sommer

Meistgelesene Artikel

Landkreis Diepholz ist Coronavirus-Risikogebiet: 7-Tage-Inzidenzwert überschreitet 50er-Grenze

Landkreis Diepholz ist Coronavirus-Risikogebiet: 7-Tage-Inzidenzwert überschreitet 50er-Grenze

Landkreis Diepholz ist Coronavirus-Risikogebiet: 7-Tage-Inzidenzwert überschreitet 50er-Grenze
„TÜV nutzt Monopol gnadenlos aus“ - Fahrlehrer kritisieren Prüfgesellschaft

„TÜV nutzt Monopol gnadenlos aus“ - Fahrlehrer kritisieren Prüfgesellschaft

„TÜV nutzt Monopol gnadenlos aus“ - Fahrlehrer kritisieren Prüfgesellschaft
Coronavirus-Hotspots im Landkreis Diepholz identifiziert - Landrat Bockhop will „differenzierte“ Lösung

Coronavirus-Hotspots im Landkreis Diepholz identifiziert - Landrat Bockhop will „differenzierte“ Lösung

Coronavirus-Hotspots im Landkreis Diepholz identifiziert - Landrat Bockhop will „differenzierte“ Lösung
Coronavirus im Landkreis Diepholz: Lage wird ernst - mehr Kontrollen angekündigt

Coronavirus im Landkreis Diepholz: Lage wird ernst - mehr Kontrollen angekündigt

Coronavirus im Landkreis Diepholz: Lage wird ernst - mehr Kontrollen angekündigt

Kommentare