Einstimmig für Magdeburger Straße

Ortsrat Lindern berät über Erschließung des Sulinger Baugebiets Windmühlenweg

Zuschauer und Ortsratsmitglieder sitzen mit Masken in der Alten Bürgermeisterei.
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Zahlreiche Zuschauer verfolgten am Dienstag die Sitzung des Ortsrates Lindern in der Alten Bürgermeisterei in Sulingen.

Sulingen – Auf welchem Weg soll das neue Baugebiet „Windmühlenweg“ in der Ortschaft Labbus erschlossen werden? Mit dieser Frage befasste sich am Dienstag der Ortsrat Lindern. Dass diese Frage keine Nebensächlichkeit ist, bewies das Interesse an der öffentlichen Sitzung: Die war in die Alte Bürgermeisterei in Sulingen verlegt worden, und alle der unter den Corona-Auflagen möglichen Besucherplätze waren belegt.

Der Beschluss sei vom Verwaltungsausschuss des Sulinger Stadtrates zurück an den Ortsrat überwiesen worden, um richtigerweise Transparenz in der Entscheidungsfindung herzustellen, erklärte Bürgermeister Dirk Rauschkolb. Der ursprüngliche Gedanke sei gewesen, die Erschließung östlich der geplanten Bebauung neu herzustellen, was für die Anlieger am Windmühlenweg keine Kosten bedeutet hätte. Das sei aber nicht möglich, weil die dafür nötigen Flächen nicht verfügbar seien. „Es ist mir wichtig darauf hinzuweisen, dass Rat und Verwaltung das Baugebiet mit Ernst und Entschlossenheit vorantreiben, aber auch verlässlich sein wollen, um Vertrauen herzustellen“, betonte er. Dabei müssten die Interessen der Anlieger berücksichtigt werden, was man bei der bisherigen Bauleitplanung schon getan habe.

Für die Erschließung hat die Stadtverwaltung zwei Möglichkeiten erarbeitet: Variante A führt aus dem Gewerbegebiet Ost heraus über die Magdeburger Straße zum Windmühlenweg in Höhe der Windmühle Labbus, Variante B sieht den Windmühlenweg ab der Einmündung in die Nienburger Straße als Anbindung vor. Weder A noch B seien die optimale Lösung, so der Bürgermeister.

Anwohner lehnen Ertüchtigung des Windmühlenwegs ab

Aus Sicht der Anlieger ist jedoch Möglichkeit B die deutlich schlechtere, wie bereits eingangs der Sitzung in der Einwohnerfragestunde deutlich wurde. Hier fragte Anwohner Horst Tebelmann, warum überhaupt der Windmühlenweg für eine Erschließung ausgebaut werden müsste, in welchem Umfang das geschehen solle und ob die Kosten tatsächlich auf die Anlieger umgelegt werden müssten, obwohl diese davon gar nicht profitierten.

Angesichts der Zahl der möglichen Baugrundstücke und des sich daraus ergebenden Anliegerverkehrs, müsse der Windmühlenweg ertüchtigt werden, entgegnete Dirk Rauschkolb. Das heiße, er müsse verbreitert werden, Straßenbeleuchtung erhalten und auch die Entsorgung des Niederschlagswassers sei zu bedenken. Derzeit sei er noch ein „nicht endgültig hergestellter Wirtschaftsweg“. Rechtlich sei vorgesehen, dass in diesem Fall 90 Prozent der Kosten auf alle anliegenden Grundstücke umzulegen sind, anders als bei einem Straßenausbau wie aktuell in der Lönsstraße, wo der Anliegeranteil „nur“ 75 Prozent betrage.

Endgültige Ausgestaltung ist Sache der weiteren Bauleitplanung

Anders sehe das aus im Fall der Variante A, bestätigte Wiebke Blohm für die Stadtverwaltung auf Nachfrage von Aileen Hansing. In diesem Fall sei keine Ertüchtigung des Windmühlenwegs nötig, und die Erschließung würde dem neuen Baugebiet zugeordnet. Diese Variante erfordere auch verkehrslenkende Maßnahmen, beantwortete sie eine Frage von Ortsratsmitglied Björn Hoge, weil sonst der Verkehr doch über den Windmühlenweg fließe.

Grundsätzlich gebe es bisher nur den Aufstellungsbeschluss für das neue Baugebiet, und verschiedene Gutachten seien bereits eingeholt worden. Wie es später tatsächlich einmal aussehen wird, sei Sache der weiteren Bauleitplanung – für die sei der Grundsatzbeschluss über die Erschließung nötig.

Ortsrat spricht sich gegen Kostenbeteiligung der Anlieger aus

Die Mitglieder des Ortsrats entschieden sich einstimmig für Variante A, die Erschließung über die Magdeburger Straße, nachdem Ortsbürgermeister Erich Schlamann für das Protokoll hatte festhalten lassen, dass sich das Gremium gegen eine Beteiligung der Anlieger an den Kosten ausspricht.

Die abschließende Einwohnerfragestunde nutzte Helmut Hansing, um sich nach den Präferenzen der Verwaltung bei den Erschließungsvarianten zu erkundigen. Es sei eine Entscheidung des Rates, und die Verwaltung bereite die Beschlüsse nur vor, sagte der Bürgermeister; er sei mit einer Stimme im Rat der Vertreter der Verwaltung nach außen. Städtebaulich sei Variante A sicher unglücklich, während Variante B eine hohe Belastung für die Anlieger bedeute. Rauschkolb: „Die Präferenz der Verwaltung sollte aus dem bisherigen Verlauf schon deutlich geworden sein.“

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