Dreharbeiten in Gaue

Ehemaliges Gasthaus Buschhorn taucht in Film-Doku auf

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Wie eine Feldpostkarte von 1915 das Gasthaus „Zur Erholung“ zeigt – damals der Ortschaft Labbus zugerechnet – und wie das ehemalige Gasthaus Buschhorn heute aussieht, will Wolfgang von Wortmann in der Dokumentation gegenüberstellen.

Sulingen - Kamera, Ton, Licht, Redaktion und Interviewführung: Wolfgang Wortmann, der schon für Hörfunk und Fernsehen tätig war, hat als Ein-Mann-Filmteam alles im Griff. Er ist für mehrere Stunden im Sulinger Ortsteil Gaue zu Gast, um der Geschichte des ehemaligen Gasthauses Buschhorn nachzuspüren – für eineVideo-Dokumentation, die Teil des Projektes „Gaststättenwesen im Landkreis Diepholz“ ist, das Ehrenamtliche im Kreisheimatbund und das Kreismuseum in Syke realisieren.

Gerade hat Ernst Mohrmann vom Schützenverein Gaue zu den Waffen gegriffen. Also, zu den im gewaltigen Geldschrank deponierten Kleinkaliber-Gewehren, mit denen er, Marianne Vallan und Ehemann Heinrich jetzt vor der Kamera den Schießstand am ehemaligen Gasthaus in Aktion zeigen. 

Buschhorns Gaststätte spielte nicht nur für die Schützen einst eine wichtige Rolle, sie war auch eine Heimstatt für Feuerwehr, Landjugend, die „Gauer Tanzbären“, die Theatergruppe Gaue, den Kutscher Klub Sulingen und mehrere Kegelclubs, „zum Gasthaus gehörte ja eine Bundeskegelbahn“, weiß Irma Gerdes von der Geschichtswerkstatt Linderner Chronik. 

Mehr noch, für das Dorf sei das Gasthaus „Zur Erholung“ so etwas gewesen wie „das Wohnzimmer, das man zu Hause nicht hatte“, hat Wolfgang Wortmann erfahren. Irma Gerdes erläutert das: „Jugendliche hatten ja nur kleine Zimmer, und wenn sie sich nicht bei den Eltern auf dem Schoß hocken wollten, haben sie sich im Gasthaus zum Klönen und Kartenspielen getroffen, fast jeden Abend.“

Und Aufnahme: Wolfgang Wortmann interviewt Heinrich Vallan, im Hintergrund verfolgen Marianne Vallan, Irma Gerdes, Christa und Heinz Buhre (von links) das Geschehen.

Im Gasthaus groß geworden ist Christa Buhre, die aus der Familie Buschhorn stammt. Ihre Urgroßeltern übersiedelten aus Dörrieloh und übernahmen das Haus etwa zwei Jahre, nachdem Familie Kortkamp es 1876 gebaut hatte. Christa Buhres Bruder Fritz Buschhorn, von den Gästen „Piesel“ genannt, übernahm die Gastwirtschaft 1966. Verkauft wurde sie im Jahr 2003.

Wolfgang Wortmann bekommt von seinen Interviewpartnern auch Anekdoten zu hören. Etwa, dass es einst üblich war, dass jeder Nachbar eines Brautpaares zur Hochzeitsfeier im Gasthaus ein Pfund Butter und ein Huhn mitzubringen hatte. Und das man für einen Tanz mit der Braut bei der Kapelle bezahlen musste...

Schon jetzt steht fest, dass die Ausstellung zum Projekt Gaststättenwesen am 7. Juli kommenden Jahres im Kreismuseum in Syke eröffnet wird, teilt dessen Direktor Dr. Ralf Vogeding mit: „Danach wird sie an mehren Orten im Landkreis zu sehen sein. Zur Eröffnung soll auch ein dickes Buch mit dem Material, das die Ehrenamtlichen zusammengetragen haben, erhältlich sein – und die etwa 45-minütige Video-Dokumentation, als Blu Ray und als DVD.“ 

ab

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