Neue Belüftung spart Energie

„Einperlen“ im Klärwerk Sulingen: Drei Belebungsbecken werden saniert

Heiko Schlamann blickt von einem Steg aus hinab in das Belebungsbecken.
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Das Blasenbild beim Testlauf der neuen Belüftung im Belebungsbecken überprüft Klärwerksleiter Heiko Schlamann.

Sulingen – Dass in den Belebungsbecken des Klärwerks Sulingen das Wasser während der Reinigung sprudelt und schäumt, ist ein bekannter Anblick. Am Dienstag sah sich Klärwerksleiter Heiko Schlamann eines der drei Becken allerdings besonders gerne an, denn hier lief der Testbetrieb für eine neue Belüftungsanlage.

Der neue Belüfter müsse einen Tag bei niedrigerem Wasserstand laufen, damit er sich „einfahren und gleichmäßig ins Wasser einperlen“ kann, erläutert Schlamann. Diese Neuerung ist nur der erste Schritt der Modernisierung – bis März soll auch in den beiden anderen Becken die neue Belüftung installiert sein. Die vorhandene Installation sei 30 Jahre alt und ohnehin abgängig, so Schlamann, daher nutze man die Gelegenheit, auf eine moderne Technik umzurüsten.

Sauerstoff strömt aus diesen Belüftungsplatten.

Aufgabe der Belüftung sei es, das Wasser mit Sauerstoff anzureichern, der von den Bakterien benötigt wird, um Ammonium und Kohlenstoff abzubauen. Das Besondere an der neuen Anlage sei, dass die Sauerstoffblasen wesentlich feiner und gleichmäßiger seien als in den anderen Becken: „Dadurch löst sich mehr Sauerstoff im Wasser, und wir können mit niedrigeren Drehzahlen arbeiten.“ Der große Vorteil dabei ist der niedrigere Energieverbrauch: Die Belüftung der Belebungsbecken mache etwa die Hälfte des Verbrauchs des Klärwerks aus. Durch die Modernisierung benötige man etwa 30 Prozent weniger Energie, was etwa 20 000 Euro Ersparnis pro Jahr ausmache.

Insgesamt rund 500 000 Euro investiert die Wasserversorgung Sulinger Land laut Verbandsgeschäftsführer Andreas Geyer in die Modernisierung. Dazu gehöre neben dem Umbau der drei Becken und der Installation der neuen Belüfter auch eine Niederspannungshauptverteilung. „Wir bringen alles auf den aktuellen Stand der Technik.“ Unabhängig davon werde weiter an der Erweiterung des Klärwerks gearbeitet. Die Planungen sehen vor, die Anlage unter anderem um ein viertes Belebungsbecken und einen Faulturm mit Blockheizkraftwerk zu ergänzen (wir berichteten). Mit einer Genehmigung rechne er aber aufgrund der Verzögerungen durch Corona erst 2021.

Deutlich feiner und gleichmäßiger sind die Gasbläschen im Wasser dank des neuen Belüfters.
Die 30 Jahre alte Belüftung zeigt wesentlich größere Gasbläschen.

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