„Delsul“-Team betreibt Kantine in Sulingen

Einen Stern für die neuen Kollegen bei Lloyd Shoes

Ein symbolischer Stern wird an das Kantinenteam übergeben.
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Einen Stern überreichte im Namen der „Lloyd“-Belegschaft die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Silvia Klenke (zweite von links) an das Kantinenteam (hinten von links) Heiko Brauer, Friederike Bremer, Marvin Korte und Bettina Siebenberg. Ebenfalls mit dabei: Ruth Schaffer, Leiterin des Bereichs Gastronomie der Delme-Werkstätten (links) sowie von Lloyd Shoes Betriebsratsvorsitzende Katja Paschke und Geschäftsführer Jörg Wetzel.

Sulingen – In Sulingen ist „Sterne-Gastronomie“ zu finden: Zwar ist in gängigen Restaurantführern nichts darüber zu lesen, aber einen Stern besitzt die Kantine von Lloyd Shoes dennoch – verliehen von der Belegschaft des Schuhherstellers an das Team von Mitarbeitern und Beschäftigten des Bistros und Cafés „Delsul“ in Sulingen, das auch hier für die Beköstigung verantwortlich ist.

Ursprünglich sei die Kantine von einem überregionalen Anbieter betreut worden, blickt Lloyd Shoes Geschäftsführer Jörg Wetzel zurück. Dem Unternehmen sei es wichtig, den Kollegen diesen Service zu bieten, und jedes Mittagessen werde mit rund zwei Euro bezuschusst. Mit diesem Anbieter sei man aber nicht so zufrieden gewesen, weil es zu sehr in Richtung Großküche gegangen sei. Daraus habe sich eine Möglichkeit für eine Mitarbeiterin ergeben, die Kantine selbstständig zu betreiben – doch weil einerseits, aufgrund der Pandemie, die Zahl der täglichen Essen weit zurückgegangen sei und sich andererseits bei ihr familiäre Veränderungen ergeben hätten, habe sie das beendet. „Aber sie hat einen guten Job gemacht und wurde als Person geschätzt“, lobt Wetzel. Der Betriebsrat habe dann nach einer lokalen Lösung gesucht und sei bei den Delme-Werkstätten, Betreiber des „Delsul“, fündig geworden, berichtet der Geschäftsführer. Er sei anfangs skeptisch gewesen, ob genügend Essen verzehrt werden. Allerdings sei er sehr positiv überrascht vom Zuspruch: „Das liegt klar an der Qualität, die ist einfach super.“ Für Lloyd Shoes sei die Zusammenarbeit zwar aus der Not geboren, aber dennoch „ein echter Glücksfall“.

Anfang April habe ein dreimonatiger Testbetrieb begonnen, berichtet Ruth Schaffer, Leiterin des Bereichs Gastronomie der Delme-Werkstätten, „und wir haben von beiden Seiten gemerkt: Es stimmt alles.“ Inzwischen ist daraus eine dauerhafte Kooperation geworden. Täglich sei in der Regel ein Viererteam in der Kantine tätig, bestehend aus zwei Mitarbeitern und zwei Beschäftigten. Im Mittelpunkt des Angebots stehe der Mittagstisch, von dem täglich etwa 45 bis 65 Portionen verzehrt würden, aber es gebe auch ein Frühstücksangebot – und das Catering für interne Veranstaltungen sei in Vorbereitung. Zu 90 Prozent werde alles frisch gekocht, denn bei „Lloyd“ finde man eine voll ausgestattete Küche vor. Das Unternehmen sei sehr offen und entgegenkommend, wenn mal etwas fehlt – „das ist nicht selbstverständlich“, betont Schaffer.

Currywurst darf nicht fehlen

Beim Essensangebot sei das Team flexibel, etwa beim Wunsch nach vegetarischen Gerichten. Was aber – zu ihrer Überraschung – von Anfang an nicht fehlen durfte, sei die Currywurst mit Pommes frites am Donnerstag, verrät sie. „Das ist ein echtes Highlight“, bestätigt Jörg Wetzel, „weil die Soße selbstgemacht ist.“

Diese Zufriedenheit führte auch zum Stern samt Ständer, wie sich Silvia Klenke, stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats, erinnert: „Irgendwann hatte jemand die Idee dazu, und dann dauerte es auch nicht lange, bis Instandsetzung und Marketing ihn gebaut haben.“ Bei der Übergabe seien alle ganz gerührt gewesen, aber „den haben sie auch verdient.“

Kantinenteam wird akzeptiert

Für die Delme-Werkstätten ist die Lloyd-Kantine derzeit der einzige externe Standort neben den eigenen Betrieben, dem „Delsul“ in Sulingen, dem „Delcasy“ in Syke und dem „dw-bistro“ in Bassum. „Wir haben hier eine sehr familiäre Atmosphäre vorgefunden“, sagt Ruth Schaffer, alle seien sehr offen aufeinander zugegangen. Sehr positiv sei, wie die Beschäftigten von der „Lloyd“-Belegschaft aufgenommen wurden: „Das ist eine total tolle Erfahrung, denn es erfordert auch ein bisschen Einfühlungsvermögen.“ An anderen externen Standorten sei das problematischer gewesen, weil nicht alle ganz vorurteilsfrei damit umgegangen seien. Das bestätigt Silvia Klenke: „Für unsere Leute sind das keine ,Delme‘-Mitarbeiter, sondern einfach die Kollegen aus der Kantine.“

In Planung seien weitere externe Standort für den Bereich Gastronomie, avisiert Ruth Schaffer, um Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen zu schaffen. Eben das sei auch ein wichtiger Punkt gewesen, weswegen der Betriebsrat die Delme-Werkstätten ausgewählt hat, nachdem man das Angebot bereits aus dem „Delsul“ kenne, erläutert Katja Paschke, Vorsitzende des „Lloyd“-Betriebsrats. Man befinde sich ständig im Austausch miteinander, das Kantinenteam sei unheimlich flexibel bei Essenwünschen und biete auch saisonale Gerichte.

Es werde noch flexibler werden, wenn mit gelockerten Coronabestimmungen auch die Selbstbedienungstheke wieder betrieben werden kann, kündigt Schaffer an, und in Kürze solle es eine Umfrage unter der Belegschaft nach Wünschen und Anregungen geben. „Wenn wir stärker zur Normalität zurückfinden, wird die Anzahl der täglichen Essen steigen“, ist Jörg Wetzel sicher. Sein Wunsch sei es darüber hinaus, 2022 ein gemeinsames Sommerfest zu feiern.

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