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Sulinger Oberschüler haben neuen Ort für „Aha-Erlebnisse“

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Von: Harald Bartels

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Auch handwerklich sind die Schüler gefordert.
Auch handwerklich sind die Schüler gefordert. © Bastian Siemering

Die Sulinger Carl-Prüter-Schule pflegt nun eine Kooperation mit der Wissenswerkstatt Metropolregion Nordwest in Diepholz.

Sulingen / Diepholz – Die Carl-Prüter-Schule (CPS) in Sulingen nutzt einen weiteren außerschulischen Lernort: Die Oberschule pflegt eine Zusammenarbeit mit der Wissenswerkstatt Metropolregion Nordwest in Diepholz.

Bereits 2019 habe man begonnen, eine Kooperation anzubahnen, berichtet Ulrike Schreiber, Jahrgangsleiterin der Klassen 5 bis 7 an der CPS. Zustande gekommen sei das aufgrund privater Kontakte zu Dr. Heike Pabst, der Leiterin der Wissenswerkstatt, doch wegen der Pandemie habe die Kooperation nicht gleich mit Leben gefüllt werden können.

Die Schüler entwerfen Teile, die der 3-D-Drucker fertigen soll.
Die Schüler entwerfen Teile, die der 3-D-Drucker fertigen soll. © Bastian Siemering

Für die fünften, sechsten und siebten Klassen nutze die Schule die Wissenswerkstatt als außerschulischer Lernort, um das Interesse für den MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu wecken – als frühe berufsorientierende Maßnahme. Jede Klasse sei zwei Mal für einen für einen jeweils dreistündigen Workshop in Diepholz. Dabei sei eine Hälfte der Klasse in der Holz- und die andere in der Elektrowerkstatt, beim zweiten Termin werde gewechselt, erläutert Schreiber.

In den Workshops lernen die Kinder durch Machen: Gebaut werden motorisierte „Putzmäuse“, „Kerzendampfer“, Ventilatoren, pneumatische Hebebühnen, Seifenblasenmaschinen oder ein „heißer Draht“, nennt Ulrike Schreiber Beispiele. „Der große Vorteil ist das praktische Arbeiten.“ Jeder Schritt werde über Folien erklärt, daher gebe es wenig Sprachbarrieren für Schüler, die erst seit wenigen Wochen in Deutschland sind.

Schüler sind begeistert von der Kooperation

Die Reaktionen der Teilnehmer seien ausschließlich positiv: „Alle, die bisher fahren durften, waren ganz begeistert.“ Die Kinder kämen immer stolz nach Hause und brächten ein handfestes Ergebnis ihrer Arbeit mit.

Geschätzt werde dieses Angebot auch im Kollegium der Oberschule: „Es ist eine super Sache, um zu gucken, ob die Schüler das handwerklich können“, berichtet Ulrike Schreiber. „Wir sind froh, dass wir die Wissenswerkstatt haben: Wir sehen die Schüler dann noch mal in einem anderen Zusammenhang, das ist oft sehr erhellend.“ Für Mai und Juni habe die CPS noch 40 Workshops für die Fünft- bis Siebtklässler gebucht.

Neues Konzept für Berufsorientierung der 9. Klassen

Neu im Angebot der Wissenswerkstatt findet sich seit dem vergangenen Jahr ein Konzept für die Berufsorientierung in Jahrgangsstufe 9. Dabei verbringen die Teilnehmer vier Tage hintereinander in der Wissenswerkstatt, um sich mit dem Thema Robotik und dem Programmieren eines 3-D-Druckers zu befassen. Sie bauen unter anderem ein Fahrzeug mit Propellerantrieb und eine Rucksack-Alarmanlage in einer Brotdose. „Das öffnet den Schülern noch einmal eine ganz andere Tür, um ihre eigenen Ressourcen zu entdecken.“ Besonders deutlich sei ihr das kürzlich bei einer Schülerin einer Hauptschulklasse geworden, der das Programmieren besser als allen anderen gelungen sei: „Das war ein echtes Aha-Erlebnis“, freut sich Ulrike Schreiber.

Bislang hätten bereits drei der vier 9. Klassen der Carl-Prüter-Schule dieses Angebot genutzt; die vierte, eine Realschulklasse, werde gleich nach den Sommerferien folgen. Allerdings sei bislang nur eine teilweise Umsetzung des Konzeptes möglich: Geplant ist, dass die Schüler an den vier Tagen vormittags in der Wissenswerkstatt arbeiten und am Nachmittag einen Betrieb besichtigen. Dafür würden aber im Sulinger Land noch Firmen gesucht, die als Partner mitwirken wollen.

Unabhängig von der Zusammenarbeit mit der Wissenswerkstatt hätten bereits zwei Kollegen eine Fortbildung zum Thema Robotik absolviert, berichtet Ulrike Schreiber, die entsprechende Ausstattung sei bereits beschafft. Hintergrund: Ab 2023 wird Informatik wieder zu einem Pflichtfach an niedersächsischen Schulen, und bereits nach den Sommerferien führt die CPS ein entsprechendes Wahlpflichtfach ein.

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