Grillfest für Flüchtlinge und Gastgeber im Gemeindezentrum Edenstraße

Eine Willkommenskultur wie ein Jackpot

Gäste und Gastgeber: Kommunikation am Grill auf der Terrasse des Gemeindezentrums. - Foto: Schlotmann

Sulingen - Fleisch, halal, auf dem Grill, Salate, Brot und Reis in den verschiedensten Variationen auf den Buffet-Tischen. „Scharf“, sagt Juliane Worbs, Pastorin der evangelisch-luherischen Kirchengemeinde Sulingen. Gemeindeskretärin Christa Funck nickt: „Aber lecker.“ Kirchengemeinde, Flüchtlingsinitiative und Bethel im Norden hatten für Sonnabend Flüchtlingsfamilien, die in Sulingen leben, zum Willkommensfest eingeladen; nach dem im Januar zum zweiten der Kirchengemeinde – und zum ersten Mal in Kooperation mit „Bethel“ und der Flüchtlingsinitiative.

Was laut Pastorin Worbs durchaus Sinn macht. Weniger wegen der Termindichte: „Viele der ehrenamtlichen Helfer engagieren sich in gleich mehreren Gruppen. Da kann man so ein Fest auch gemeinsam organisieren.“ Einig sei man sich schnell über den Titel der Veranstaltung geworden: „Herzlich Willkommen, wer immer du bist!“

Neu: In der Vorbereitungsgruppe hatten die Flüchtlinge selbst mitgewirkt – und sich etwa um Grillgut und die Bestückung des Buffets bemüht. Juliane Worbs: „Im Januar gab es Kaffee und Kuchen – und dieses Mal wollten unsere Gäste zeigen, wie sie ein Grillfest organisieren.“

Am Buffet, am Grill, spätestens beim Zusammensitzen auf der Terrasse entwickelten sich schnell Gespräche. Sprachbarrieren? „Gibt es kaum“, erklärt Juliane Worbs. „Mit Händen und Füßen geht das schon – und sonst ist ja auch noch Mohamad da.“

Mohamad Hammoud ist 45 Jahre alt, stammt aus dem Libanon – und lebt seit 30 Jahren in Sulingen. Der 45-Jährige, der inzwischen über die deutsche Staatsbürgerschaft verfügt, hatte an den Vorbereitungen des Willkommensfestes mitgewirkt. Warum er sich für die Neuankömmlinge unter anderem aus Afghanistan, aus Eritrea, aus Somalia, aus dem Sudan und aus Syrien im Ehrenamt engagiert? „Ich weiß, wie das ist, wenn man seine Heimat verlassen muss und in ein fremdes Land kommt, in dem man sich noch nicht mal richtig verständigen kann. Flüchtlinge brauchen Hilfe.“

Laut Astrid Ellmers, Mitarbeiterin der Sulinger Stadtverwaltung, leben aktuell 200 Gäste im Mittelzentrum. Mohamad Hammoud: „Für die, die nach Sulingen kommen, ist das wie ein Jackpot im Lotto.“ Der Familienvater spricht in den höchsten Tönen von dem Engagement der ehrenamtlicher Helfer der Flüchtlingsinitiative, der Kirche, aber auch von dem der Mitarbeiter von Bethel im Norden und der Sulinger Stadtverwaltung. „Sie schaffen beste Voraussetzungen und treten den Flüchtlingen offen und ehrlich entgegen.“ Das sei nicht überall so. „Ich weiß das aus anderen Gemeinden, wo ich ab und zu dolmetschen darf.“

Seine Dienste als Dolmetscher werden am Sonnabend während des Gemeindefestes kaum nachgefragt. Die Gastgeber und Gäste des Willkommensfestes finden auch so zueinander – die Kinder auf dem Spielplatz der benachbarten Kindertagesstätte „Regenbogen“, am Klavier oder bei den Kreativangeboten, die Erwachsenen am Grill und an den Buffet-Tischen. 

oti

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