Eigenverantwortung im Fokus

Wirtschaftsgespräch mit Dr. Ulrich Ellinghaus aus Syke

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Referent Dr. Ulrich Ellinghaus aus Syke ist Verbandsbeauftragter des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft.

Sulingen - „Megatrends 2020 plus – was sie als Unternehmer wissen sollten“ – ein vielversprechender Titel, den Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb und Wirtschaftsförderer Martin Koenen für die Einladung zum Wirtschaftsgespräch 2017 gewählt hatten.

Als Referenten präsentierten sie Mittwochabend im Restaurant Dahlskamp in Nordsulingen mit Dr. Ulrich Ellinghaus aus Syke den Verbandsbeauftragten des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft; nach eigenen Angaben die größte freiwillig organisierte und branchenübergreifende Interessenvereinigung des Mittelstandes in Deutschland. Digitalisierung, Bildung, demografische Entwicklung und nicht zuletzt die Globalisierung der Märkte – vier von mehreren Themenfeldern, für die Ellinghaus versuchte, die 60 Zuhörer, überwiegend Vertreter aus (Kommunal-)Politik und Handel, zu sensibilisieren. „Wenn man sich strategisch ausrichten will, muss man nach vorne schauen, um zu wissen, was sich tut.“

Ellinghaus, der sich selbst vor den Zuhörern als erfahrener Unternehmer bezeichnete und aktuell seine Erfahrungen als Berater und Business-Coach einsetze, sprach mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung in Industrie, Handwerk und Gesellschaft vom Zusammenwachsen verschiedenster Technologien und der Erschließung neuer Absatzwege, die letztendlich zu einer ganz neuartigen Vernetzung von Wertschöpfungsketten führen würden. „In 55 Prozent der Unternehmen ändert sich die Geschäftsphilosophie.“

„Lebenslanges Lernen“

Der Business-Coach sendete Botschaften: Der „Vormarsch der Wissensgesellschaft“ fordere „lebenslanges Lernen“, bei dem die Eigenverantwortung weiter in den Vordergrund rücken werde. Die zunehmende Globalisierung und die sich ständig ändernden Märkte erforderten ein nicht unwesentliches Mehr an (Verkehrs-)Infrastruktur, der allgegenwärtige Fachkräftemangel die Entwicklung neuer Arbeitszeitmodelle; nicht nur in den Ballungszentren, sondern genauso im ländlich strukturierten Raum. Ellinghaus in Richtung der Unternehmer unter den Zuhörern: „Nicht sie fragen heute die Bewerber, was sie ihnen bieten, sondern die Bewerber sie.“

Erstmals hatte für Mittwoch die Stadt Sulingen ohne Beteiligung der Initiative Sulingen zum Wirtschaftsgespräch eingeladen. „Wir haben uns entschieden, diesen guten Brauch aufrecht zu erhalten“, formulierte Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb während der Begrüßung im Restaurant Dahlskamp in Nordsulingen mit Blick auf entsprechende Anregungen aus dem Verwaltungsausschuss. Der bisherige Kooperationspartner setze in Zukunft verstärkt auf die Kooperation mit der Seitz-Stiftung, die im jährlichen Wechsel zu Veranstaltungen in Diepholz und Sulingen bittet. Rat und Verwaltung sei wichtig, regelmäßig in Kontakt mit den Gewerbetreibenden zu treten, erläuterte der Bürgermeister.

Die Erwartungen an Gastredner und Gastgeber waren hoch. Stimmen aus dem Plenum unmittelbar nach dem Vortrag von Dr. Ulrich Ellinghaus: „Alles, was sie uns erzählt haben, ist doch sehr theoretisch“, befand CDU-Ratsmitglied Henry Siemering. Rolf Bartsch (Glas Marner) stimmte in die Kritik mit ein. Bartsch in Richtung des Referenten: „Das ist alles richtig und wichtig, was sie gesagt haben. Ich hätte mir jedoch die eine oder andere Anregung wünscht, wie der Mittelstand auf die aktuellen Trends reagieren kann.“ 

oti

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