„Drei Männer im Schnee“ – professionelle Darbietung durch das „Filmtheater“

Charmante Unterhaltung

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Das Ensemble des „Filmtheaters“ überzeugte in Sulingen.

Sulingen - Von Martina Kurth-Schumacher. „Drei Männer im Schnee“: Das Stück von Erich Kästner ist unzählige Male aufgeführt und verfilmt worden. Auf Einladung des Kulturvereins brachte das „Filmtheater Lange & Leder“ die Komödie am Sonntag in einer Inszenierung von Markus Veith und Kirsten Annika Lange auf die Bühne im Sulinger Stadttheater.

Das „Filmtheater“ hat sich dem nostalgischen Film und der Ufa-Ära verschrieben. Konsequent setzt es in Darstellung und Ausstattung auf die Ästhetik einer Zeit, in der die Welt noch klein war und die bewegten Bilder schwarz-weiß – ein gewagtes Unterfangen. Dass das Stück nicht altbacken und bieder wirkte, lag wohl an dem schlüssigen Gesamtkonzept, auf das sich auch Judith Bayer (Bühnenbild) und Claudia Radowski (Kostüme) eingeschworen hatten. Das Publikum war begeistert.

Die „Kleider-machen-Leute-Moral“ hat ebenso Staub angesetzt, wie die Männerfreundschaften aus der „Die drei-von-der-Tankstellen-Ära“. In dem Stück „Drei Männer im Schnee“ geht es um beides: Im Grandhotel Bruckbeuren tummeln sich die Schönen, Reichen. Und Damen, die auf der Suche nach einem zahlungskräftigen Mann fürs Leben sind. Als die Gewinner eines Preisausschreibens der Schlüter-Werke im Skihotel eintreffen, entspinnt sich eine heitere Verwechslungskomödie.

Der gutmütige Geheimrat Schlüter hatte sich unter dem Namen Schulze selbst an der Verlosung beteiligt und tritt die Reise inkognito an, um die Menschen zu studieren. Begleitet wird er von seinem Diener Johann, der den Besitzer einer großen Schifffahrtslinie mimt.

Schlüters besorgte Tochter Hildegard bereitet die Hoteldirektion noch vor seiner Abfahrt heimlich auf den Besuch eines verkappten Millionärs vor. Das Personal hält Dr. Hagedorn, den zweiten Gewinner, für den angekündigten Gast; dabei ist er tatsächlich ein mittelloser Akademiker ohne Anstellung. Zwischen den drei Männern entwickelt sich eine herzliche Freundschaft. Und zwischen Hagedorn und Tochter Hilde die große Liebe.

Das Ensemble – Markus Veith (Tobler), Slim Weidenfeld (Dr. Hagedorn), Dirk Volpert (Johann), Marylin Pardo (Hilde Tobler), Kirsten A. Lange (Frau Casparius), Saskia Leder (Frau Kunkel) – strich im Spiel um Schein und Sein den tiefsinnigen Kästner-Humor heraus.

Erich Kästner, bekannt vor allem für seine Kinderbücher, schrieb auch zeitkritische Gedichte, außerdem war er Drehbuchautor und Verfasser von Texten für das Kabarett. Nachdem er in den frühen 1930er Jahren bei den Nationalsozialisten in Ungnade gefallen war, wurde er mit einem Publikationsverbot belegt. Den Stoff von „Drei Männer im Schnee“ veröffentlichte er 1934 unter dem Pseudonym Robert Neuner, Titel: „Das lebenslängliche Kind“. Bereits die Uraufführung am Schauspielhaus Bremen (1934) war ein großer Erfolg.

Sulingens Kulturchefin Ariane Hanselmann freute sich über den großen Zuspruch. Viele Besucher hatten spontan Karten an der Tageskasse erworben. Nach der Vorstellung gingen sie offenbar mit dem Gefühl, „alles richtig gemacht zu haben“. Was gibt es besseres für einen grauen Sonntagnachmittag als leichte Unterhaltung – charmant und professionell serviert?

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