Erstes „Parkplatzkonzert“ am Sulinger Jugendzentrum „Jozz“ am 29. August

Drei Acts live und ohne Dach

Vorbereitungen für das erste „Parkplatzkonzert“ am „Jozz“: Volkhardt „Raspe“ Schumacher (links) und Simon Waitz müssen sich unter anderem auch über den Abstand der Besucher zueinander Gedanken machen.
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Vorbereitungen für das erste „Parkplatzkonzert“ am „Jozz“: Volkhardt „Raspe“ Schumacher (links) und Simon Waitz müssen sich unter anderem auch über den Abstand der Besucher zueinander Gedanken machen.

Sulingen – Das Sulinger Jugendzentrum „Jozz“ war zuletzt im Februar Schauplatz eines Konzerts, bevor die Corona-Pandemie der Veranstaltungsreihe ein jähes Ende bereitete – nun gibt es wieder Hoffnung für die heimische Musikszene: Am Samstag, 29. August, soll es hier ein erstes „Parkplatzkonzert“ geben.

„Als Konzert-Crew, die über Jahre Monat für Monat Konzerte abgeliefert hat, vermissen wir, dass wir uns wieder sehen können“, sagt Volkhardt „Raspe“ Schumacher von der Stadtjugendpflege. Die Teammitglieder kämen „von überall her“: Sie hätten einen Bezug zum „Jozz“ oder zu Sulingen, seien für den Job oder das Studium fortgezogen – und die Konzerte nutzten sie oft für Besuche zuhause. „Aber ohne Anlass sehen wir uns nicht, und Telefonate sind kein Ersatz.“ Zur Crew zähle Simon Waitz aus Dickel: Mit ihm habe er auf der Terrasse am „Jozz“ gesessen und überlegt, wie sich draußen eine Veranstaltung organisieren ließe, denn: „Die Prognosen für Konzerte drinnen sind frustig.“ Dabei sei die Idee entstanden. „Wir haben hier jahrelang nur den Parkplatz gesehen – und waren überrascht, was geht, wenn man den Blick etwas verändert.“ Die Resonanz auf einen Aufruf bei Facebook sei „unglaublich gut“ gewesen, daher hätten die konkreten Planungen begonnen.

„OS“ aus Bremen gastieren zum ersten Mal im – eher am – „Jozz“.

Großer Anhänger wird zur Bühne am Rathaus

Die Bühne werde am Rathaus stehen, dafür nutze man einen großen Autoanhänger, erklärt Schumacher. „Wir haben auch schon einen Lkw-Anhänger angeboten bekommen, aber dafür reicht der Platz nicht.“ Der Besucherstrom müsse gelenkt werden, daher diene die Fahrspur auf dem Parkplatz als Laufweg in Form einer Einbahnstraße, und in den Parkflächen würden bis zu fünf Stühle aufgestellt – 100 bis 120 Besucher könnten so untergebracht werden. Freie Platzwahl gibt es nicht, die Besucher werden zu ihren Sitzen gebracht.

Die Hygieneanordnungen erfordern es auch, dass sich die Besucher per E-Mail (konzerte@jozz-sulingen.de) anmelden und ihre Kontaktdaten mitteilen. Sie erhalten eine Bestätigung per Telefon oder E-Mail, und „dabei fragen wir auch ab, ob sie in einer Hausgemeinschaft leben, denn bis zu zehn Personen dürfen dann zusammen kommen.“ Eine Kasse werde es nicht geben, um Schlangen zu vermeiden, und die Gäste sollten rechtzeitig zum Einlass ab 19.30 Uhr kommen, um mit ausreichend Abstand ihre Plätze einzunehmen; wobei eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen ist. Der Eintritt ist frei, aber die Veranstalter bitten um Spenden in eine Box, die dafür aufgestellt wird. „Da habe ich Vertrauen in unsere Gäste“, betont Schumacher. Wer vorab schon seine Spende überweisen oder das Projekt als solches unterstützen möchte, könne auch auf das Konto der Sulinger Stadtkasse (DE21 2565 1325 0030 1022 97) einzahlen, erhalte auf Wunsch eine Spendenquittung.

Das Duo „Mesopelagic“ – Jonas Langhammer (rechts) und Aleksandr Bukin – stellten im Jugendzentrum ihr Debut-Album „Chapter One“ vor.

Getränke werde es auch geben – allerdings nicht am Tresen: Sie würden zum Platz gebracht, damit sich keine Gruppen bilden. Den Besuchern stehen die Toiletten im „Jozz“ zur Verfügung. „Wir planen auf jeden Fall für draußen, es gibt keinen Plan B“, bekräftigt Schumacher. Regenschauer seien kein Problem, nur bei Dauerregen müssten sich die Organisatoren Gedanken machen. Falls es aber noch eine Idee für einen überdachten Veranstaltungsort gebe, sei das Team für Vorschläge offen.

Mobile Soundanlage kommt zum Einsatz

Den Part der Technik übernimmt Waitz im Kreis der Organisatoren. Aus den Beständen des Jugendzentrums würden nur die Beleuchtung und die Monitorboxen genutzt. Eine moderne mobile Soundanlage liefere sein Arbeitgeber, wo er neben dem Studium der Tontechnik als Tontechniker jobbe.

Sophie Chassée trat 2018 in der Reihe „Ruhige Nummern“ auf.

Das Programm des Abends entstand als Gemeinschaftsprojekt: „Es soll schon ruhiger sein, aber keine Variante der ,Ruhigen Nummern‘ draußen“, stellt Schumacher klar. Verpflichtet wurde das Duo „Mesopelagic“ aus Hamburg, das schon mehrfach im „Jozz“ zu Gast war, ebenso wie die von den „Ruhigen Nummern“ bekannte Liedermacherin Sophie Chassée aus Osnabrück. Erstmals in Sulingen auftreten wird das Duo „OS“ aus Bremen, das seinen Stil als „Mischung aus eingängigen Popmelodien und flowigen Hip-Hop-Strophen“ beschreibt.

An der Organisation beteiligt ist auch Jonas Langhammer von „Mesopelagic“. Über die Anfrage von „Raspe“ habe er sich sehr gefreut: „Gerade in dieser besonderen Zeit nehmen Veranstalter viel Mühe, Risiko und hohen zeitlichen Aufwand auf sich, um ein solches Konzert zu planen.“ Aus Künstlersicht sei es etwas Besonderes, überhaupt die Möglichkeit zu bekommen seine Musik zu präsentieren. „Zurzeit empfinde ich als Musiker wohl nichts mehr als selbstverständlich und bin sehr froh über Angebote wie diese. Auch liegt mir der Erhalt der Kulturlandschaft sehr am Herzen, sei es als Musiker oder eben selbst als Besucher von Konzerten.“ Das Konzept des „Parkplatzkonzertes“ empfinde er als „mutigen Schritt Richtung Normalität“, weil es das Erste seiner Art sei und völlig neue Herausforderungen mit sich bringe. „Freizeitgestaltung in Form der Kulturveranstaltungen ist ein sehr positives und wichtiges Unterfangen in eben diesen besonderen Zeiten. Das Beisammensein und Erschaffen gemeinsamer Momente und Erinnerungen ist etwas, das mir selbst innerhalb der letzten Monate fehlte.“

Wenn das „Parkplatzkonzert“ gut ankommt, sei ein weiteres denkbar, kündigt Volkhardt Schumacher an. Das Duo „Spieltrieb“ habe schon angefragt und einen Auftritt im September in Aussicht gestellt.

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