Marktbesucher uneins über Umgang mit Pandemie

Umfrage in Sulingen: Die Vorsicht überwiegt

Besucher auf dem Wochenmarkt in Sulingen.
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Immer noch mit Mund-Nasen-Masken unterwegs sind zahlreiche Besucher des Sulinger Wochenmarktes.

Sulingen – Wenn es nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht, dann läuft die sogenannte „epidemische Lage von nationaler Tragweite“, kurz Corona-Notlage, am 25. November aus. Wir haben Besucher des Sulinger Wochenmarktes gefragt, was sie von dieser Entwicklung halten.

„Ich bin froh, dass ich das nicht entscheiden muss“, sagt Hermann Schröder aus Sulingen. Es seien sich nicht einmal die Experten, wie etwa die Ärzte, einig.

„Wenn die Zahlen wieder hochgehen, müssen wir uns weiter schützen“, findet dagegen Ingrid Koopmann. Sie trage weiter eine Maske, denn es gebe immer noch viele, die nicht geimpft seien, so die Sulingerin.

Eigenverantwortung oder strenge Regeln?

Das Ende des „Ausnahmezustands“ wünscht sich dagegen Erika Ziemann aus Verden: „Ich würde es begrüßen.“ Stattdessen setzt sie auf die Eigenverantwortung: „Kein Mensch bei normalem Verstand geht irgendwohin, wenn er krank ist.“

Auch Michael Engelking aus Sulingen sehnt ein Ende der Pandemie herbei: „Ich hoffe, dass irgendwann alles vorbei ist, das ist nicht mehr normal.“

Impfung wichtig für das zusammenleben

Zwiespältig beurteilt Rolf Einhoff aus Barnstorf die Debatte: „Ich halte einerseits sehr wenig und andererseits sehr viel davon.“ Seiner Auffassung nach wäre vor sechs Monaten der Zeitpunkt gewesen, um in den Maßnahmen viel konsequenter zu sein, aber nun gehe es nicht mehr ohne eine Impfpflicht: „Wer nicht geimpft ist, kann eben nicht mehr an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen.“ Die Impfung sei zwar eine Entscheidung des Einzelnen, aber: „Corona hat uns alle in die Ecke gestellt, und wir leben zusammen in einer Demokratie.“

Kritisch sieht das Vorhaben Gerda Schmalenberg. „Es ist idiotisch, dass jedes Bundesland für sich selber wirtschaftet.“ Von vornherein hätte es strengere Regelungen geben müssen, ist sich die Sulingerin sicher, „das hätte uns den Verlust von einer Menge Menschenleben erspart.“ Sie habe Freunde und Bekannte, die in Krankenhäusern arbeiten, und daher wisse sie, wie schlimm die Lage dort gewesen sei: „Dass sie nur mit einem Klatschen abgespeist werden, ist ein Skandal.“

Ausnahmezustand – was ist die Corona-Notlage?

Die „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ ist ein Rechtsbegriff, der erst im Zuge der Corona-Pandemie in das Infektionsschutzgesetz eingearbeitet wurde. Seit dem 28. März 2020 ist diese Lage in Kraft; zuletzt wurde sie vom Bundestag am 25. August für drei Monate verlängert. Dabei handelt es sich um einen Ausnahmezustand, in dem das Bundesgesundheitsministerium dazu ermächtigt ist, verschiedene Anordnungen zum Schutz der Bevölkerung zu erlassen, ohne dass der Bundesrat dem zustimmen muss. Dazu zählen beispielsweise Ausgangs- oder Kontaktbeschränkungen, umgangssprachlich auch Lockdown genannt.

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