Sulinger Reisebüroteam „TUI TravelStar Reimann“ beobachtet verändertes Urlaubsverhalten

„Die Kunden sind verhalten“

Mit Abstand betreuen aktuell Jasmin Meyer (links) und Katja Schwierking die Kunden des „TUI Travelstar Reisecenters Reimann“.
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Mit Abstand betreuen aktuell Jasmin Meyer (links) und Katja Schwierking die Kunden des „TUI Travelstar Reisecenters Reimann“.

Sulingen – Angesichts des Winterwetters sind die Reisekataloge mit Fotos von Sonne, Strand und Meer eine beliebte Lektüre. Angesehen werden sie auch weiterhin, aber den Schritt zur Buchung eines Urlaubs gehen weniger Menschen als in den Vorjahren, hat Sinje Landwehr beobachtet, Inhaberin des „TUI Travelstar Reisecenters Reimann“ in Sulingen.

„Eigentlich gibt es im November schon viele neue Buchungen, im Dezember ist es dann wegen Weihnachten etwas ruhiger. Der Januar und Februar sind unsere Hauptbuchungszeit“, berichtet sie. Das sei in Corona-Zeiten anders: „Die Kunden sind verhalten.“ Das Thema Reise sei bei vielen Menschen aus dem Kopf verschwunden. Angesichts der Unsicherheiten sei das auch verständlich, aber viele Reiseveranstalter hätten reagiert und würden ihren Kunden eine Sonderstornierungsmöglichkeit – bis 14 Tage vor Reiseantritt – einräumen. „Wir rechnen aber nicht damit, dass vor April oder Mai großartig Buchungen kommen.“

Dennoch würden bereits wieder Reisen gebucht, auch wenn die Betreuung aktuell nur telefonisch oder per E-Mail erfolgen könne, statt persönlich im Reisecenter. Überraschenderweise seien vor allem Kreuzfahrten gefragt – „wir hatten erwartet, dass die als Letztes wieder gehen“, sagt die Sulingerin. Andererseits seien sie besonders attraktiv, weil die Schiffe nur mit maximal 60 Prozent Auslastung führen, viele Reedereien setzten für die Flüge zu den Häfen eigene Charterflüge ein und die Passagiere würden vor dem Start getestet. Auf den Schiffen seien zudem die üblichen Hygienemaßnahmen zu beachten, aber gerade die großen Anbieter wie TUI, Aida oder Hapag Lloyd seien bei der Hygiene schon vorher gut aufgestellt gewesen. Bereits seit Ende Juli seien die TUI-Schiffe wieder unterwegs, und „es sind 50 000 Passagiere gefahren, ohne dass es einen Vorfall gegeben hätte.“ Auch ihre Mitarbeiterinnen hätten von Kunden, die seither eine Kreuzfahrt unternommen haben, gehört, dass sie sich seit März nirgendwo so sicher gefühlt hätten wie auf den Schiffen.

Ebenfalls beliebt seien in diesem Jahr Wanderreisen in Deutschland und Österreich gewesen sowie Ferienwohnungen an Nordsee und Ostsee. „Da muss man sich aber früh kümmern, um die schicksten Wohnungen zu bekommen, das gilt auch für Buchungen für das neue Jahr.“

Generell sei noch zu spüren, dass viele Kunden „jetzt erst mal nicht fliegen wollen.“ Eventuell seien ab Sommer Spanien, Griechenland und Italien wieder als Ziele attraktiv. Ihr Rat laute: „Jetzt Vorfreude buchen und hoffen, dass es klappt.“

Hoffnung ist auch gefragt in Hinblick auf die Zukunft der Tourismusbranche. Nach den Demonstrationen im Frühjahr (wir berichteten) habe es teilweise Unterstützung für die Unternehmen gegeben: „Wir haben die Überbrückungshilfen I und II bekommen, und voraussichtlich im Januar soll die III ausgezahlt werden.“ Dabei gebe es aber noch offene Fragen – angedacht sei, dass die Fixkosten erstattet werden sowie zehn Prozent dieser Summe als Pauschale für den Personalaufwand. Diese Regelung hält Sinje Landwehr aber nach wie vor für nicht angemessen, denn „wir haben kaum Fixkosten.“ Der größte Posten seien die Personalkosten, aber „Kurzarbeit war bei uns nicht so richtig möglich, weil wir so viel zu tun hatten mit den Rück- und Umbuchungen.“

Auch von den Corona-Verordnungen ist sie nicht uneingeschränkt überzeugt: „Ein Problem ist noch die Quarantänepflicht für Reiserückkehrer.“ Es sei schwer nachzuvollziehen, dass die Menschen grundsätzlich in die Quarantäne müssten, auch wenn sie aus einem Gebiet heimkehren, dass einen niedrigeren Inzidenzwert hat als ihre Heimatregion. Nicht hilfreich sei auch, dass es jeden Tag neue Informationen und Regelungen gebe. „Wir hoffen alle auf die Impfstoffe und Schnelltests für Reisende an den Flughäfen. Das ist unsere einzige Rettung, auch wenn ein Restrisiko immer bleibt.“

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