Weniger Haushalte nutzen das Angebot

Der Sulinger Tafel fehlen die Kunden

Vier Menschen stehen an der Lebensmittelausgabe.
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Volle Lebensmittellager haben für die Tafel Karin Fischer, Hella Gehweiler, Helga Becker und Michael Klamt (von links) zur Verfügung.

Sulingen – „Es läuft hier nach wie vor einfach gut“, sagt Helga Becker, die zusammen mit Anneliese Siemering und Michael Klamt den Sprecherkreis der Sulinger Tafel bildet. Gedanken machen sich die Ehrenamtlichen dennoch: Die Zahl der Kunden ist zurückgegangen.

Die Kartei der Einrichtung weist zum Stichtag 31. Dezember 2021 noch 199 Haushalte mit insgesamt 510 Personen auf. Zur Ausgabe am 16. Dezember seien nur 79 Haushalte erschienen, und in den vergangenen Monaten habe die Zahl zwischen 70 und 80 gependelt. Am 13. Januar seien es dagegen wieder 82 Haushalte gewesen, darunter zehn Neuanmeldungen. Nach wie vor kämen zu den Ausgaben um die 30 Alleinstehende.

„Wir können gar nicht sagen, woran das liegt“, räumt Helga Becker ein. Michael Klamt ergänzt: „Unsere Kunden melden sich auch nicht ab, wenn sie wegziehen.“ Der Rückgang sei im Laufe der Pandemie deutlicher geworden, möglicherweise hätten Menschen Angst vor einer Ansteckung. Aber die bei der Lebensmittelausgabe verschärften Hygienemaßnahmen hätten sich kaum ausgewirkt.

Strengere Corona-Maßnahmen schrecken kaum ab

Schon zuvor war das Tafel-Team dazu übergegangen, einen Teil der Waren, je nach Haushaltsgröße, in Tüten vorzupacken, um so die Ausgabe zu beschleunigen. Weil auch die Lagerhalle bei geöffnetem Tor für die Ausgabe genutzt wird, lassen sich die Abstände einhalten, und die Kunden seien weiterhin in drei Gruppen eingeteilt, die nacheinander an der Reihe sind. Seit Mitte November ist der Zutritt nun nur noch nach der 3G-Regel für nachweislich Geimpfte, Genesene oder aktuell negativ Getestete möglich. Nur „eine Handvoll“ der Kunden sei noch ungeimpft, sagt Michael Klamt, und die Nachweise würden streng kontrolliert. „Wir haben ganz viele vernünftige Kunden“, lobt er. Viele hätten bereits ihre Impfnachweise unaufgefordert vorgezeigt, bevor dies Pflicht wurde.

Unabhängig davon würden die Hygieneregeln weiter eingehalten: Neben dem Wahren des Abstands seien FFP2-Masken zu tragen, es seien Tröpfchenschutzwände aufgestellt und die Luftreiniger in Betrieb. „Nächste Woche sind auch alle Helfer ,geboostert‘ “, betont Klamt. Die Kunden im Alter ab 18 Jahren würden darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich ab dem 21. Januar im neuen Impfzentrum des Landkreises in der ehemaligen Sulinger Grundschule freitags von 8 bis 15.30 Uhr ohne Termin impfen beziehungsweise „boostern“ lassen können.

Überangebot an Lebensmitteln

Eine Folge des Kundenrückgangs sei, dass es ein Überangebot an Lebensmitteln gibt. „Wir haben seit Jahren eine gute Struktur an Lieferanten“, erklärt Michael Klamt, „es ist alles da, und in vielen Dingen sind wir so eine Art Grundversorgung für unsere Kunden.“ Aktuell gibt es aber laut Helga Becker – neben Weihnachtssüßwaren – viele nicht lang haltbare Milchprodukte. Der sonst übliche Austausch von Überschüssen mit benachbarten Tafeln sei nicht möglich, weil diese ebenfalls Milchprodukte abzugeben hätten. Ein Abnehmer sei inzwischen der Zirkus, der in Sulingen-Gaue sein Winterquartier hat (wir berichteten). Was nicht ausgegeben werden könne, komme den Tieren dort zugute: „Die Kamele lieben Brötchen“, verrät Michael Klamt.

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